Was bin ich (denn schon)?

Bild von Alf Glocker
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Ich bin ein Mensch. Das finde ich prächtig! Ich könnte ja auch ein Esel sein ... obwohl ... aber lassen wir das! Täglich kann ich mir aussuchen, ob ich mich verliebe. Dafür gucke ich in den Hormonspiegel und lache, denn Lachen ist gesund! Und die Liebe ist eine Teufelsmacht (weil sie auch die Bösen befällt). Das einzig wirklich Gute was dabei zustande kommt, ist die Demaskierung des Bösen und zwar nur deshalb, weil es sonst überhaupt nichts gäbe, worüber wir uns aufregen könnten. Ich rege mich auf – aber bin ich deshalb schon gut?!.

Als einer von 8 Milliarden bin auch ich mir keiner Schuld bewusst. Schließlich habe ich nicht dafür gesorgt, daß ich da bin. Das waren meine Eltern, und die konnten auch nichts dafür, weil sie vorher in den Hormonspiegel geschaut haben. Wenn sie aufgepasst hätten, dann wäre ihnen aufgefallen, daß alles stirbt. Die Regenwälder, die Fische, die Tiere an Land und die Menschen, durch Menschen ... durch wen denn sonst?!

Wir reißen allem die Seele aus dem Leib! Wessen wir auch habhaft werden können, den bringen wir dazu auszusterben. Ja, sogar uns selbst, weil keiner dem andern das Licht der Welt vergönnt – außer die Blöden – die helfen den noch Blöderen dabei, sie aussterben zu lassen. Das kommt davon, daß alle so gut sind. Nichts ist böse – und das, obwohl wir sogar den Vergleich hätten. Leider achten wir auf gar nichts, nicht mal auf die Regenwälder, die Fische, oder die Tiere an Land, oder auf uns selbst.

Wir sind nämlich, samt und sonders, gut – versprochen und: basta! Was wir da im Hormonspiegel sehen, ist liebenswert ... ungefähr so wie Taranteln, Hyänen oder Klapperschlangen, bei denen das Klappern zum Handwerk gehört. Was aber vor allem zu unserem Handwerk gehört, ist auch klar: das Totschlagen. Wir haben uns zum Fressen gern und genau deshalb sind wir eben auch so gut. Besser geht’s kaum noch. Wir lieben und ehren – haha – wir haben und halten - hoho – in guten Tagen und in schlechten – hihi! Aber die gibt es kaum noch, weil wir so gut sind.

Und gerade weil wir nachweislich so gut sind, fällt es uns leicht, uns in uns (und andere) zu verlieben. Die Sanftheit unseres mörderischen Wesens ist attraktiv genug, um so weiter und so fort gepflanzt zu werden in die Paradiese der Hölle – wo alles über alles herfällt, um am Leben zu bleiben. Ist das nicht entzückend?! So entzückend wie ein Baby, das einfach deshalb entzückend gefunden werden muss, weil es von uns ist und sooo harmlos aussieht, wie wir nun mal sind.

Als Mensch habe ich also allen Grund auf uns 8, 16, 200 Milliarden stolz zu sein! Nein, nicht nur auf ein paar WENIGE, die keinen Hormonspiegel brauchen, um zu sehen, wie sie gebaut sind, sondern auf grundsätzlich ALLE! Sie sind gleich, gleicher, am gleichsten ... Sie kommen ... gerne und vor allem, gleich nach den anderen Naturaktstrophen, aus denen die Planeten gemacht wurden, damit die Sonnen etwas zum Bescheinen haben. Ich kann nix Böses dabei finden, nirgends nix. Da muss auch gar nix mehr gut werden, weil wir's ja schon sind. Baaatz!

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Kommentare

30. Dez 2019

Der Mensch ist immer gut gewesen!
(Doch leider doof wie Krauses Besen ...)

LG Axel

30. Dez 2019

Sehr gerne gelesen.
Ich wünsche dir einen guten Rutsch ins NEUE
Olaf