Das Glück des Schachweltmeisters

von Wolfgang Luley
Mitglied

Schachweltmeister Aljechin wird in einem Pariser Café zu einer Partie Schach herausgefordert. Sein Gegner hat eine weibliche Begleitung dabei, die, man sieht es ihr an, über den Mut ihres Freundes strahlt. Aljechin lässt sich nicht lange bitten. Sie spielen und sein Gegner ist bereits nach wenigen Zügen verloren. Aljechin aber hat einen guten Tag und so lässt er den jungen Mann noch etwas zappeln, sehr zur Freude der Dame, die im Hintergrund alles beobachtet, aber von Schach ebenso viel Ahnung zu haben scheint, wie ihr Freund. Die Partie endet dann auch erwartungsgemäß.

Dem jungen Mann betrübt indessen seine Niederlage in keinster Weise. Im Gegenteil: er ist glücklich und er strahlt über das ganze Gesicht.

„Sie wissen aber, dass Sie verloren haben?“

Der junge Mann nickt. „Aber das, verehrter Meister, ist nicht die Hauptsache. Ich weiß nämlich nur, wie man mit den Bauern fährt. Aber selbst mit dieser Einschränkung konnte ich Sie, den Weltmeister, eine ganze Zeit über beschäftigen. Stellen Sie sich vor, wenn ich erst richtig spielen könnte!“

Sprach`s, ging zu seiner Freundin, hakte sie unter und stolzierte mit ihr in den Sonnenuntergang.

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