Dickicht des Waldes

Bild von Anita Zöhrer
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Die Pfade sind verwachsen. Lange Zweige umschlingen meine Füße, ich stolpere. Dass sie mich zu Fall bringen, lasse ich nicht zu. An Bäumen halte ich mich fest.

Ich irre umher, suche nach einem Ausweg. Gefangen bin ich im Dickicht des Waldes, doch ich werde es nicht bleiben. Schon bald werde ich frei sein. Und wenn es mich noch so viel Zeit kostet.

Jemand ruft meinen Namen, ich horche auf. Vertraut ist mir die Stimme, es ist die deinige. Ich antworte, doch du schweigst. Habe ich sie mir gar nur eingebildet?

Bewölkt ist der Himmel. Verborgen hat sich die Sonne wie du vor mir, aber siehe da – die Wolken reißen auf. Ein paar Regentropfen gleichen meinen Tränen, die ich einst aus Schwäche vergossen. Ein Regenbogen wartet von Baumkronen verdeckt bereits auf mich.

Dornen zerkratzen meine Haut, nichts sind die Schmerzen gegen meine Sehnsucht nach dir. Wieder höre ich dich. Ich blicke mich nach dir um, plötzlich entdecke ich dich vor mir. Du nimmst mich an den Händen, meine Wunden heilen. Gemeinsam setzen wir unsere Suche fort.

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Kommentare

13. Mai 2021

Solange die Liebe real ist und sie auch in einer Form korrespondiert, aber falls nicht, dann verirrt man sich im Dickicht bewaldeter Emotionen mit all ihren Fallen, den Eigenen. Man begibt sich in Gefangenschaft.

Beste Grüße

Jürgen