Ein jeder ist seines Glückes – WASSS?

Bild von Alf Glocker
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Menschen glänzen nicht nur durch alles Mögliche, sondern selbstverständlich auch durch alles Unmögliche. Vor allem aber im Absondern sogenannter „Volks“- oder sonstiger „Weisheiten“, die höchst brauchbare Lebenshilfen spenden (sollen). Eine der allerschönsten dieser Weisheiten ist vielleicht der Ausspruch „Jeder ist seines Glückes Schmied!“, was so viel bedeutet wie, daß jeder Mensch für sein Schicksal grundsätzlich selbst verantwortlich ist. Kann man denn sein Schicksal aber wirklich selbst in die Hand nehmen?

Die Antwort darauf ist eindeutig: „Ja!“ Wenn das Schicksal z. B. ein Türgriff oder ein Wanderstab ist, ein Werkzeug, mit dem man eventuell etwas schnitzen kann, oder ein Messer mit dem man jemand anderen ermorden kann, weil man gerade Lust zum Schnitzen oder Morden hat, dann stimmt das wohl … obgleich man auch hier bereits Einschränkungen machen muss. So kann der Mörder nur in Ausnahmefällen im Voraus wissen, ob sein von ihm erwähltes Opfer nicht womöglich raffinierter ist, als er dachte …

Auch der Holzbildhauer, der das Schnitzeisen führt, ist oft genug überrascht, wenn er mitten im Werkstück „Holzblock“ ganz plötzlich auf einen Ast stößt und er deshalb nicht mehr weiterarbeiten kann. Also müssen wir unsere Antwort etwas modifizieren und sagen: Jeder ist seines Glückes Schmied, solange er sein Glück, ohne die Mitwirkung anderer, erreichen kann! Genau genommen wird das sogar auch dann schwierig, wenn ein Tier dabei eine Rolle spielt…eine Jagdbeute, die schneller ist als man selbst, ein Hund, der nicht folgt usw.

Wenn wir jetzt noch einen Schritt weiter und dem Sprichwort auf den Grund gehen, dann darf nicht einmal eine Landschaft darin vorkommen: Ein Wald, in dem man sich verlaufen kann, ein Vulkan, der ausbrechen könnte, ein Flusslauf ohne Furt, ein Sumpf und dergl. Auch das Wetter kann eine entscheidende Rolle spielen … es könnten Stürme aufkommen, der Blitz kann einschlagen, ein Baum könnte umstürzen, wenn man ausgerechnet im falschen Augenblick an ihm vorbeikommt. Was also bleibt dann noch übrig?

Richtig, die individuelle Fitness! Da haben wir’s – der Mensch kann also doch selbst bestimmen, was mit ihm geschieht? Nein! Denn, trotz aller Fitness (kein Rauchen, kein Alkohol, kein überdimensionierter Speckbauch), kann ein Mensch jederzeit und aus 1000 Gründen einfach plötzlich krank werden und sterben oder einfach auch 5 bis 100 Chancen verpassen, weil er eben am rechtzeitigen Handeln gehindert wird. Ja – aber er kann sich doch in den Besitz einer Ausbildung bringen, die ihm weiterhilft …?

Eventuell ja, eventuell nein! Hat er einen Ausbilder, einen Lehrer, einen Vorgesetzten, der ihn auf den Tod nicht ausstehen kann? Dann werden seine Mühen entweder vergeblich sein, oder zumindest nicht entsprechend gewürdigt. Ebenso verhält es sich mit der „Liebe“. Sie ist gewiss eine Himmelsmacht, leider aber unseren ganz persönlichen Wunschträumen nur sehr wenig bzw. gar nicht unterworfen. Unsere freie Entscheidung, was das Glück oder das Schicksal betrifft, muss also im freien Raum stattfinden.

Solange wir keinen Körper haben, nicht mit Artgenossen zusammenleben, oder uns nicht innerhalb eines Territoriums befinden, können wir uns wünschen was wir wollen, denn wir können praktisch alles von dem verwirklichen, was wir uns vorstellen … Solange wir jedoch in einer materiellen Welt existieren, wo eins vom andern abhängig ist und alles zusammen, quasi als globaler Organismus, funktioniert, müssen wir wahrlich höllisch aufpassen, um überhaupt irgendwie am Leben zu bleiben und uns dazu noch fortzupflanzen.

Wir können nur bestimmen, was wir von dem halten wollen, das wir erleben und das vielleicht auch noch artikulieren … wenn es Glück und Zufall erlauben und wir nicht sofort dafür ausgelöscht werden. Denn Kriege, Naturkatastrophen oder auch nur die Launen anderer Menschen können wir weder herbeiwünschen noch hinwegzaubern. Nichts davon unterliegt der Entscheidungsgewalt des Einzelnen, sondern – wenn man so will – einer Gesamtverschwörung gegen das Subjekt. Doch fassen wir Mut!

Geben wir halt einfach zu, was im Universum passiert (wenn wir denn erkennen können), scheuen wir uns nicht vor der Wahrheit, versuchen wir gegen den Wahnsinn anzudenken! Vielleicht, ja vielleicht gelingt es uns dann, eine Art Wunschblase (Morphogenetisches Feld) zu erzeugen, für die sich das Schicksal erbarmt (ohne die Tatsache mit einzubeziehen, daß die meisten Lebewesen sowieso wenig begreifen … wollen) und sich einmal wirklich für das Gute in unserer aktuellen Gegenwart und nicht erst für etwas in 100 Jahren.

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Kommentare

15. Jan 2021

den Alkohol verteidigen ist lebenswichtig
sonst ist man am nächsten Tag nicht tüchtig :-)))

LG Alf

15. Jan 2021

Das ist so WAHR, wie die "Tatsache", dass JEDER einen Marschallstab im Tornister tragen kann, so er es denn so will.
Ein Fall für Ilsebill, des Fischers Gattin und spätere Päpstin, die letztendlich sein wollte wie GOTT.
HG Olaf

16. Jan 2021

Ja, harharr, gottgleiche Päpstin wäre ein schöner beruf...

LG Alf