RIDERS ON THE STORM

Bild von Nicole Schrake
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Es ist 21.30 Uhr. Über dem Ruhrgebiet schrauben sich riesige Gewitterwolken in den Himmel, kommen näher. Die noch fernen Blitze rasen wie die Horde eines himmlischen Dschingis Khans über das Firmament und hüllen es in unwirkliches Licht. Kein Windhauch vertreibt die drückende Hitze, die auf meinem Balkon Stellung bezogen hat; die Hoffnung auf Erquickung und kühleres Wetter legt sich sehnsuchtsvoll auf meine Seele.

Der eisgekühlte Erdbeerwein rinnt meine durstige Kehle hinab. Ich entnehme einen Eiswürfel und lasse ihn langsam über meinen nackten Körper gleiten. Er kühlt meinen erhitzten Leib; ich genieße dieses Gefühl, den fast schockierenden Effekt, als ich den Würfel über meinen Venushügel wandern lasse und sanft meine Schamlippen liebkose. Das Gewitter zieht näher und näher. Donnergrollen zerstört die stickige Stille; Mensch und Tier sehnen sich nach dem Labsal des Regens; die aufgeworfene, trockene Erde dürstet nach den Gaben des Wettergottes, wie ich nach der Süße Deines Mundes.

Ein gigantischer Blitz spaltet die bleigraue Schwere des Himmels; das Inferno ist auf dem Vormarsch. Der Eiswürfel gleitet über meine schlafenden Nippel, weckt sie auf und lässt sie zu kleinen, rosigen Inseln erblühen. Ich stelle mir vor, dass es Deine Zunge ist, die begierig meine Haut erobert, das Salz von ihr leckt. Endlich. Ein leises, immer näher kommendes Rauschen zieht durch meine Straße. Der erste Regen; er ist da, ein Passagier auf der Durchreise, der hoffentlich etwas auf diesem Fleckchen Erde verweilt. Tropfen fallen auf mich herab, erst sanft, warm und so unendlich samtig, wie Deine Fingerkuppen.

Ich dehne mich wohlig auf meiner Sonnenliege und lasse das Leben auf mich regnen. Meine nassen Hände gleiten über meine Oberschenkel; mein rechter Zeigefinger schlüpft in meine feuchte Spalte und findet mein Zentrum, das nach Aufmerksamkeit fleht. Die Hitze in mir steht dem des Wetters in nichts nach. Ich massiere meine Knospe, behutsam und genieße die Wellen der Lust, die meinen nackten Leib erfassen, ihn erschaudern lassen. Ich reite auf imaginären Wogen, halte inne, zitternd; ich will noch nicht die Erfüllung erlangen, denn ich weiß, dass Du gleich bei mir sein wirst, auf den Balkon trittst; fasziniert von meinem Tun, erregt, beseelt von dem Wunsch, mich in Besitz zu nehmen, damit sich unsere Lust vereint und ihre Energie sich in einem Verschmelzen unserer Leiber entlädt, während die Blitze über uns sind und den Himmel in Stücke reißen.

Da bist Du. Endlich. Das Vibrieren meines Handys vor 10 Minuten versetzte mich bereits in fiebrige Erwartung. Die Tür fällt ins Schloss. Ich rieche Deinen verschwitzten Körper; Deine Anwesenheit, so heiß ersehnt, wie der Regen. Dein Tag war anstrengend und ich weiß genau, wie Du entspannt werden möchtest. „Hallo.“ Deine leise Stimme lässt mein Herz schneller pochen. „Ich bin hier.“ antworte ich heiser. Dann stehst Du in der Balkon-Tür und lässt lächelnd Deine Sachen fallen.

Du kommst zu mir, beugst Dich über mich. Ich spreize meine Beine für Dich; Du streichelst über die Innenseiten meiner Schenkel, senkst Deinen Kopf und lässt Deine Zungenspitze über meine heiße Haut tanzen.

Ein Stöhnen entschlüpft meinen Lippen. „Ja, oh, jaaaa." flehe ich förmlich und genieße den Orkan, denn Du in mir auslöst.

Mit meinen Füßen massiere ich Deinen Penis; er ist so prall und hart; der Speer, der mich bald durchbohren wird und uns gemeinsam zu den Sternen katapultiert. Du verharrst an meiner engen Pforte; ein feuchter Kuss vereinigt unsere Lippen; das eine Paar die perfekte Ergänzung für das Andere. Ich schmecke Deinen Speichel und lasse meine Hände über Deinen schweißnassen Rücken gleiten, massiere Deine muskulösen Pobacken; dann dringst Du in mich ein, versenkst Deinen prachtvollen Schwanz in meinen Tiefen, die nur Du ausloten kannst.

Der Regen kühlt unsere erhitzten Leiber, doch er schafft es nicht, die Lava unseres Blutes auf eine erträgliche Temperatur zu senken. Du nimmst mich in diesem unwiderstehlichen Rhythmus, dem ich mich immer ergebe, fast willenlos, nur meiner Lust und Dir unterworfen; ich umschlinge Dich und genieße Dein Keuchen, Deine stürmische Eroberung, bis Du mit einem lauten Stöhnen Deine heiße Creme in mir ergießt. Auch ich lasse mich endlich fallen und mein zuckendes Fleisch umschließt Dich, heißt Dich „Willkommen“; saugt Dich aus, bis auf den letzten Tropfen Deiner Sahne. Unsere Lustschreie verschlingt der Gott des Donners und insgeheim bin ich ihm dafür dankbar, denn wer weiß, wie tief die Nachbarn schlafen?

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