BEIKRAUT

von Volker C. Jacoby
Mitglied

"Unkraut" sei nicht mehr korrekt,
hat mir jüngst jemand gesteckt.
„Beikraut" hieße dies nun richtig,
„Unkraut durchstreichen! Ist nichtig!“

Ach, beruhigt mich das doch:
beißt mich zwar die Fliege noch,
nur - als „Unterfernerliefer“ -
saugt sie jetzt als „Beigeziefer“.

Nie mehr Blitz, nichts überschwemmt,
wenn‘s ein „Beigewitter“ hemmt.
Drachen, die sonst Rotz und Feuer
spucken, sind nun „Beigeheuer“.

Hohe Preise sind - verbrämt
ausgedrückt - nur „beiverschämt“,
und sein Geld kann man verheizen,
kauft vom Gold man viele „Beizen“.

Wer erziehungsseits verbogen,
ist ein wenig „beigezogen“,
manch ein Schuleschmäher-Bursch
geht als „beigebildet“ dursch.

Gut gelaunt der Polizist,
weil nur wer „verbeiglückt“ ist,
ja, die Cops dreh’n ihre Runden,
wenn ein „Beifall“ stattgefunden.

Auf, lasst hör'n zu dem Behufe,
eifrig nun die „Beikenrufe“!

vc

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