PARKINSON - Nur nicht verzagen

von Angelika Schüring
Mitglied

Ein Nebel liegt auf den Gedanken, ist es Wachen ist es Traum?
Erschöpfung, Müdigkeit, Verzweiflung – ich schaffe meine Arbeit kaum.

Kopf schmerzt, das Hirn scheint überlastet, der Nacken steif, die Glieder schwer.
„Streng dich an, reiß Dich zusammen! Sag jetzt bloß nicht: Ich kann nicht mehr!“

Sorgen, Angst und Zweifel nagen - geh erst zum Heiler dann zum Arzt.
Kann nicht die richt’gen Worte finden - bin unverstanden und verzagt.

Wer glaubt schon, dass es mir nicht gut geht? Ich schimpf‘ mich selbst schon Simulant.
Bis Gewissheit Zweifel ablöst; Parkinson wird jetzt erkannt.

Ungewissheit, Selbstvorwürfe lösen nun in Nichts sich auf.
Die Diagnose ist erschütternd, doch - das Leben hört nicht auf!

Erfahre Hilfe bei den Ärzten, schluck‘ Tabletten Tag für Tag.
Doch wer beantwortet die Fragen, die ich nicht zu stellen wag‘?

Wer kann guten Rat mir geben? Wer weiß darüber so viel wie
die Menschen, die wie ich erkrankt sind - also frag ich einfach die!

Ich suche, werde schließlich fündig, fasse allen Mut und dann
rufe ich bei einer Dame der Parkinsonselbsthilfe an.

Ganz selbstverständlich schenkt sie mir, ihr Mitgefühl und ihre Kraft,
Sie lädt‘ mich ein zum Gruppentreffen - der erste Schritt ist jetzt geschafft.

Was ich hier erleben darf, lässt mich wieder fröhlich sein.
Lächeln wärmt die wunde Seele und flößt neuen Mut mir ein.

Ihr nehmt mich auf mit off’nen Armen - lasst mich Familienmitglied sein;
und da wir fest zusammen halten, können wir uns Hilfe sein!

Angelika Schüring, Januar 2013

Rechtshinweis:
Für diesen Beitrag ist eine unkommerzielle Nutzung erlaubt, alle Rechte verbleiben jedoch beim Autor/bei der Autorin.

Interne Verweise

Mehr von Angelika Schüring online lesen

Kommentare

03. Mai 2017

Hallo Angelika,
falls dieses erschütternd ehrliche Gedicht Dich selbst beschreibt, möchte ich Dir ein wertvolles Buch von Jürgen Mette: "Alles außer Mikado" empfehlen. Er ist selbst ein Betroffener und schrieb damit ein wirklich gutes Buch.
LG Ekki

Angelika Schüring
03. Mai 2017

Hallo Ekki,
Deine Vermutung ist richtig. Das Gedicht betrifft mich selbst.
Vielen Dank für die Empfehlung. Das Buch von Jürgen Mette ist toll, weil er durchaus erfrischend gereizt auf Mr. P. reagiert. Davon kann man profitieren.
Was Parkinson ist, welche Einschränkungen ich habe und wo ich Hilfe brauche, sieht man mir (noch) nicht an. Deswegen verstehe ich Fragen eher als Interesse und im günstigsten Fall als Angebot zur Hilfe. Wohl dem, der Hilfe dankbar annehmen kann.
Ich danke Dir ganz herzlich für die Empfehlung,
LG Angelika