Der Bär

von Jürgen Wagner
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Bewohner von Höhlen, der Winterschlaf hält
Der sehr viel allein, sich zur Liebe gesellt
Der vielseitig reich sich bestens ernährt
Als Besucher gefürchtet, als Krafttier bewährt

Bewundert, verehrt und sagenumwoben
Gejagt und verfemt, fast ausgestorben
Wir fühlen uns diesem Wesen sehr nah
Der schon für uns Kinder in Nächten da war

Der Ranghöchste ist er in seinem Revier
Gefürchtet, gemieden, ein mächtiges Tier
Dem Hunde nahe wittert er bald
Gefahr, die ihm droht - da macht er mal Halt

Er stellt sich dann auf und schaut ringsumher
Wirkt mächtig und groß und auch etwas schwer
Doch meide man lieber diesen Konflikt
Bewahre die Ruhe und spreche geschickt

Ein Sinnbild der Stärke, ein Wesen der Kraft
Ein sehr guter Schwimmer, der vieles leicht schafft
Er klettert, liebt Honig und warm ist sein Fell
So macht- und friedvoll, wenn's sein muss, auch schnell

Vielleicht brauchst du heute ein sehr dickes Fell
Dann bitte den Bären Dir einmal zur Stell'
Mit warmem Herz und seiner Stärke
Da gehst Du in Ruhe und Kraft zu Werke

2015-16 - Bären gehören zu den 'hundeartigen Raubtieren', zu denen auch die Robben, Walrosse, Pandas und Marder zählen. Sie haben in Europa ihre Lebensräume großteils verloren, doch leben in Kuscheltieren, Kinderbüchern und Filmen, in Wappen und Redewendungen, Märchen und Mythen weiter. Obwohl sie Raubtiere sind, ernähren sie sich zu einem guten Teil vegetarisch von Beeren, Kräutern, Pilzen u.a. Sie sind scheue Einzelgänger und finden sich nur zur Paarung zusammen - danach geht jeder wieder seiner eigenen Wege. Sie halten einen Winterschlaf über 4-5 Monate, den sie ohne Nahrung überstehen - nachdem sie sich vorher sehr reichlich satt gefressen haben. Vielleicht ist diese Situation vor oder nach dem Winterschlaf der Ursprung des 'Bärenhungers'.

Veröffentlicht / Quelle: 
Aus 'Die Würde der Tiere - Gedichte und Texte', Berlin 2015
Foto: © lucaar/fotolia

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