An die Günstigen

von Johann Wolfgang von Goethe
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Dichter lieben nicht zu schweigen,
Wollen sich der Menge zeigen.
Lob und Tadel muß ja sein!
Niemand beichtet gern in Prosa;
Doch vertraun wir oft sub Rosa
In der Musen stillem Hain.

Was ich irrte, was ich strebte,
Was ich litt und was ich lebte,
Sind hier Blumen nur im Strauß;
Und das Alter wie die Jugend,
Und der Fehler wie die Tugend
Nimmt sich gut in Liedern aus.

Veröffentlicht / Quelle: 
Gesammelte Werke in sieben Bänden

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05. Okt 2016

wikisource:
Aus: Göthe’s neue Schriften. 1792-1800.
Erscheinungsdatum: 1800

Übertragung ins Schwedische:

Till de gynnade

Skalder gillar ej va´ tysta,
hellre visa sig, va´ schysta.
'Ris och ros' för oss och dem!
Ingen biktar väl i prosa;
dock vi tror helst på 'sub rosa'
i en musas tysta hem.

Vad jag irrat, vad jag strävat,
vad jag lidit, vad jag levat,
är här blott ett blomsterfång;
Gamla, unga, folk i bygden,
och ett felsteg, även dygden,
ter sig vackert i en sång.

© Willi Grigor, 2016