Bitterkalt

Bild von Waltraud Zechmeister
Mitglied

„Komm spielen, Chochosan!“
säuselt der Wind

„Ich kann nicht,
die Schwerter sind noch zu schleifen!“

Die Sonne ist bitterkalt.

Die Schwerter sind stumpf,
es säuselt der Wind.

Zehntausend sind nicht genug –
Noch lange nicht!

Es säuselt der Wind.

So komm doch spielen, Chochosan!

Die Schwerter sehen in der Ecke –
sie sind geschliffen.

Es ist bitterkalt.

Die Sonne säuselt im Wind.

Wer sagt, dass Zehntausend nicht genügen?

Chochosan, komm spielen!

Ich kann nicht, die Schwerter sind stumpf!

Er wird geschrieben, der letzte Brief.

Die Sonne ist bitterkalt.

Das Schwein, es stolziert auf und ab.

Komm spielen, Chochosan,
komm spielen!

Zehntausend sind aufgeboten,
sie sind nicht genug –
noch lange nicht.

Noch eine Stufe,
dann ist es vollbracht.

Die Schwerter sind stumpf.
Sie lehnen in der Ecke.

Komm spielen, Chochosan,
komm spielen!

Der Vorhang, er fällt – blutrot.

Eine Stufe noch,
dann ist es vollbracht.

Stolz watet das Schwein im Dreck.

Zehntausend sind es
und noch immer nicht genug!

Es säuselt der Wind in der Ecke.

Die Schwerter sind geschliffen.

Die Sonne ist bitterkalt.

Der Vorhang geht auf.

Komm spielen, Chochosan,
wir warten auf dich!

Geschlachtet ist das Schwein,
scharf waren die Schwerter.

Die Ecke ist leer.

Blutrot säuselt die Sonne.

Stumpf ist der Wind.

Komm spielen, Chochosan,
komm spielen!

Die letzten Stufen – dort lehnen die Schwerter.

Es säuselt der Wind.

Wir warten auf dich!

Der letzte Brief ist geschrieben,
er ist bitterkalt.

Die Zehntausend sind aufgebracht,
sie genügen nicht –
bei weitem nicht!

Das Schwein, es blutet und blutet.

Die Schwerter sind stumpf.

Blutrot fällt die Sonne.

Komm spielen, Chochosan,
komm spielen!

Das Schwein – es hat kein Herz.

Es säuselt der Wind.

Die Sonne ist bitterkalt.

Die letzte Stufe ist genommen.

Die Schwerter sind stumpf.

Das Schwein ist geschlachtet.

Der letzte Brief ist geschrieben.

Die Schwerter lehnen in der Ecke – blutrot.

Die Zehntausend genügen nicht –
Bei weitem nicht.

Der Vorhang, er fällt.

Der letzte Brief mit den Zehntausend –
er genügt nicht.

Komm spielen, Chochosan,
komm spielen!

Die Schwerter sind scharf,
sie zerschneiden den Brief.

Die Zehntausend verdoppelt, verdreifacht –
sie genügen nicht,
es ist zu spät!

Die Stufen gleiten abwärts,
der Vorhang fällt –
blutrot –
es säuselt der Wind,
die Sonne ist bitterkalt.

Komm spielen, Chochosan,
komm spielen!
Es ist Zeit!

(C) Waltraud Zechmeister

Mehr von Waltraud Zechmeister lesen

Rechtshinweis:
Für diesen Beitrag ist eine unkommerzielle Nutzung erlaubt, alle Rechte verbleiben jedoch beim Autor/bei der Autorin.

Interne Verweise