Die Elefantinnen

von Marcel Strömer
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Am Ende des Regenbogens, getränkt in salzarme Göttertränen, Hoffnungsfunke, der in verwunschenen Sonnenblumenaugen versinkt, unter schlotternden Achseln verschimmernder Schneegipfel, blutarm wimmert dort nackt das graue Lächeln der Rüsselriesen.

Ins Staubreich des Schwermuts gedrängt, im letzten Augenblick sich noch einmal sicher wähnend, die ins Taufwasser Gefallenen, die nur noch als Schnitzerei, Skulptur und Schmuck uns begrüßen.

Träge und getrieben von Furcht folgten sie der uralten Spur, zu den trüben Quellen, aus der sie jetzt nicht mehr trinken können, an ihren Ursprung, der Ort da Elefanten tanzend klagen. Sie flüstern von nun an durch die Rüssel.

Sie schneiden sich selbst ins Mark, ihr Blick an der Wasseroberfläche ist unter der schier unendlichen Last jetzt noch unerträglicher, stärker gebogen als der Rücken, wie untröstlich - im Unterton die Beschwerde,
„Luft und Erde, bleibt nicht hier, wir müssen verbluten!“

Sechs Tonnen Gewicht, viel schwerer wiegt die große Schuld, derjenigen, die wach im Töten um des Töten willens, Stoß um Stoß, die seit Jahrtausenden nach dem Schicksalsgold jagen.

Durch Schlacke und Schlamm, auf Zehenspitzen, in der Hitze des Wandels gebären sie nicht mehr, denn es fehlt an den wässernden Tiefen, so falten sie die Ohren zum Kreuz, stöhnen ihr Amen und kein Trompeten. Ihre schamhafte Haut schält sich mehr und mehr, bis die Geier nicht mehr über sie kreisen.

Es sind Elefantinnen - ihre Tränen sind heiß vor Wut.

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