Weihnachtslied

von Theodor Storm
Aus der Bibliothek

Vom Himmel in die tiefsten Klüfte
Ein milder Stern herniederlacht;
Vom Tannenwalde steigen Düfte
Und hauchen durch die Winterlüfte,
Und kerzenhelle wird die Nacht.

Mir ist das Herz so froh erschrocken,
Das ist die liebe Weihnachtszeit!
Ich höre fernher Kirchenglocken
Mich lieblich heimathlich verlocken
In märchenstille Herrlichkeit.

Ein frommer Zauber hält mich wieder,
Anbetend, staunend muß ich stehn;
Es sinkt auf meine Augenlider
Ein goldner Kindertraum hernieder,
Ich fühl’s, ein Wunder ist geschehn.

Veröffentlicht / Quelle: 
Gedichte. Verlag der Gebrüder Paetel, 1885, Seite 7

Rezitation:

Rezitation: „Weihnachtslied" von Theodor Storm, gesprochen von Hokuspokus, Creative-Commons-Lizenz „CC0 1.0 Verzicht auf das Copyright“

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Kommentare

02. Jan 2018

Wie kann man nur so herrlich dichten,
so wie der Dichter Storm es tat `,
Um seinen Geist so ,aufzurichten,
,wozu man ihn doch gar nicht bat,

LYRIK VOM FEINSTEN !

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