Sommer in DD

von Thomas Kleinrensing
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Langsam schiebt sich
weißblendendes Licht
über Baumwipfel der Anhöhe
erstes strahlendes Lächeln

Mein Blick biegt sich mit dem Fluss
im sanftem Schwung
das Tal im frischen Grün
Der Turm reckt sich schlank
dem jungen Himmel entgegen
mein Blick aus der Nacht gebrochen
die Haut noch Bett zerwühlt
strafft sich mit dem Licht
Konturen wachsen dichter

Im polierten Harnisch Fliegen
Perlmutterspiel an weißer Wand
Mauersegler malen immer höher
gleitende Bahnen in chromblitzende Luft
feinseidiges vollendetes Netzwerk
reglos die Spinne im Rad
kreuzwärmender Strahl
satt vom nächtlichen Gelage

Geräusche strecken sich schüchtern
ins gesprenkelt tanzende Licht
bevor das hundertstimmige Landstück
sich in den Kronen verfängt
der Morgen riecht noch frisch
während der Himmel heiß flüstert
Kinder atmen leicht und friedlich
hinter geduckten Fensterschatten
im Holz pochen noch ihre Träume

Bald schon wird die Hitze flirren
bis Alles aus der Form fließt
Fensterläden blättern Schaubilder
in das morgendliche Gemälde
aus pastellenem Farbenklang
krallt sich bald schon der Tag
dampfend an die alten Bäume
Sträuchern und Fassaden
im Schatten von Gärten Leben
schwitzend von der Straße gekehrt
Reifen klatschen Beifall
das alte Pflaster schmatz
ich träume von Segelschiffen

Die Turmuhr pendelt acht Takte
aus kalter kirchenalter Luft
die Sonne beginnt sich zu eilen
verzerrt den Morgentau im Licht
Hitze wird den Tag verschlingen
und Gesichter so glasig malen
ich kann in den Gedanken lesen
so wunderbar wie ein Lächeln

Dieses Gedicht entstand im Sommer 2016 auf einem kleinen Balkon einer Mansardenwohnung in meiner Zeit in Dresden Striesen.

Rechtshinweis:
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Kommentare

Siebel
12. Jan 2017

sehr lesenswert