Kein grüner Zweig

von Alf Glocker
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Aufgebäumt, gestrauchelt und kein Ast,
gesegelt immer ohne Tuch und Mast,
kein Anstand, kein Gehirn, kein Blut,
keinen Inhalt, nirgends Feuer – Glut,
so stehe ich, in Verräteraugen, da …
mir ist das Ende schon vom Anfang nah!

Mitten in den wilden Strom gestemmt,
und von der Wiege an im letzten Hemd,
schon vor der Zeugung aufgegeben –
so begann ich einst mein Lotterleben …
dann setzte mich ein Zerberus gefangen:
Ich bin in einer Grube voller Schlangen.

Doch manchmal blitzt ein Schimmer auf
und der stört meiner hellen Sterne Lauf,
wenn eine Seele sich zu mir verirrt –
wobei die meine sich ein Bündel schnürt,
damit das „Vorwärts“ nicht beendet sei,
denn aus meinem Innern dringt der Schrei:

„Verlange nicht, daß man die Liebe sucht,
denn diese Welt ist dauerhaft verflucht,
sie wünscht sich eine Zukunft ohne Licht,
denn sie versteht sich selber leider nicht;
doch du bist als ein Trottel aufgeboten –
um hier die ganze Wahrheit auszuloten!“

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Kommentare

11. Jul 2018

Die grünen Zweige, sie sind rar -
Gern werden abgesägt ein paar ...

LG Axel

11. Jul 2018

„Doch du bist als ein Trottel aufgeboten –
um hier die ganze Wahrheit auszuloten!“

An diesem Satz ist viel Wahres dran,
das dachte ich so ganz spontan …

Liebe Grüße
Soléa

15. Jul 2018

Vielen Dank liebe Freunde!

LG Alf