2 sich ergänzende Texte

von Alf Glocker
Mitglied

Der Blick aus mir

Ich schau, aus meiner Witzfigur,
in jeden Tag hinein –
ich seh, die Welt folgt ihrer Spur,
doch fällt ihr nicht viel ein …

Was ihr so groß Probleme macht,
bleibt alles, wie es ist –
wir werden halt nicht über Nacht
zum Gockel auf dem Mist …

Wir stecken bis zum Hals darin,
das macht uns nicht viel aus –
wir handeln ohne jeden Sinn
und spenden uns Applaus …

Wir halten uns für gar nicht schlecht,
denn Spaß muss immer sein –
was falsch ist, sei dafür ganz echt,
verpönt ist reiner Wein …

Drum halte ich mich sehr zurück
und lass uns untergehn –
wir werden uns, zu keinem Glück,
ja doch niemals verstehn!

*

Der Blick zu dir

Komm, Vogel aus der Neunmalzeit,
sei klug wie tausend Affen,
und trag für mich das Unschuldskleid:
„Das werden wir schon schaffen!“

Im Unterricht lockt dich der Damm,
auf dem du bist, um wahr zu sein
ist alles schön, das Herz ist klamm –
und du erglänzt im heiligen Schein!

Sing mit mir dieses Abschiedslied,
das in den Himmel schreit und tönt:
„Steht stramm und ab ins Glied –
die Welt ist wunderbar geschönt!“

Dann, lauf nicht weg, sei angelockt
vom Galgenberg, den man versetzt,
wenn man nur glauben will – verbockt,
aufs herrlich falsche Pferd gesetzt!

Gleich bist du fällig, bist auch reif,
daß man dich aus dem Leben pflückt.
Und Luzifer, den Silberstreif,
hat dir der Herrgott hergeschickt!!

Veröffentlicht / Quelle: 
auf anderen webs.

Buchempfehlung:

536 Seiten / Taschenbuch
EUR 16,80
Rechtshinweis:
Für diesen Beitrag ist eine unkommerzielle Nutzung erlaubt, alle Rechte verbleiben jedoch beim Autor/bei der Autorin.

Interne Verweise

Kommentare

11. Dez 2018

(M)Ein Doppel-Klick hat keinen Zweck -
Denn dann wär der Klick ja weg ...

LG Axel

11. Dez 2018

Mit klick, klick, klick und klack, klack, klack
ist man ganz sicher voll auf Zack!

LG Alf

11. Dez 2018

Alf, du bist der Hecht im Karpfenteich und dein Dichten ist zum Staunen exzellent.
LG Uwe