Höre mir nicht zu

von Uwe Röder
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Höre mir nicht zu,
ich mache dir jetzt ein Gedicht.

Erst löschen wir das dunkle,
finstre Licht...

Dann schließen wir sehr leise
unsre rosa Augen,

um aus unsern schwarzen
Fingern was zu saugen.

Aus den Fingern kommt -
die grüne Straßenbahn!

Sie schaut uns schläfrig
ganz verwundert an.

Gelangweilt sitzt darin
ein blau gestreifter Fuchs,

er und sein lila Schwanz,
die machen keinen Mucks.

Doch plötzlich rennt
ein rot geblümter Bär,

der Straßenbahn von vorn
seit gestern Abend hinterher!

Der Bär schnauft laut,
als käme er zu dritt.

Sein gelber Schal schnauft nicht,
doch will er trotzdem mit.

Auf Dächern brennt der grau
geschminkte Mond arg heiß,

da hält der Fahrer an und
holt sich ein oranges Eis.

Neunhundert weiße Eise
kauft sich auch der rote Bär.

Er wollte immer schon,
dass er ein weißer Eisbär wär!

Dem Erdbärbär
hilft nicht die kluge List,

ihm nur die Nase, doch statt weiß,
nun blau gefroren ist.

Darüber lacht der Fuchs,
er hebt an laut zu singen,

seine bunten Worte ins
Gedicht uns springen:

Höre mir nicht zu,
ich mache dir jetzt ein Gedicht.

Erst löschen wir das
dunkle, finstre Licht...

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Kommentare

12. Jul 2019

Solch ein Gedicht spricht Poesie!
(Die Zeichnung folgt - Frau Krause nie ...)

LG Axel

16. Jul 2019

Nie?
Hihi!

Auch wenn sie dir nicht folgt, heißt deinen "Anweisungen",
so doch dir auf Schritt und Tritt.
LG und danke.
Uwe

16. Jul 2019

Hihi, liebe Monika, ein oranges Eis und 100 weiße Eise in einem Gedicht erfrischen halt immer!
LG Uwe

12. Jul 2019

...schön "bunter Inhalt", fantasievoll, ließe sich auch vertonen oder als Sprechgesang einbringen; hat den Charme eines Kinderliedes/Gedichtes, und gerade das gefällt mir gut.
HG, lieber Uwe, schickt Dir Ingeborg

16. Jul 2019

Liebe Ingeborg, danke für deine Reaktion. Ja, ich will noch farbige Zeichnungen dazu machen und es meinen zwei Kindern schenken - obwohl sie längst erwachsen sind.
LG Uwe

15. Jul 2019

Weit sind meine Trauerränder
Im Dunkelfell des blauen Fuchs
Plüschig licht sind die Gewänder
Die fliegen durchs Gedicht, das wuchs
Gemunkelt höher hell empor
Perlend Tränchen netzend Ecken
Bis in das hinterletzte Ohr
wollen das Gesicht bedecken.

U wie schön :)
LG Yvonne