Die Taube

von Alf Glocker
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Das Mondlicht fällt auf eine weiße Taube.
Sie ward vom Schicksal hin-gerissen!
Nun liegt ihr Leichnam in der Laube –
welch Unhold lud sie sich aufs Gewissen?

Daß ein Raubtier leider kein Gewissen hat,
war ihr zu Zeiten wohl nicht ganz bewusst –
sie fiel im schnöden Alltags-Attentat,
dienend einer völlig fremden Lebenslust.

Die Federn hat er überall verstreut,
der Räuber, um uns noch zu warnen!
„Seht her, ihr Leute, hier und heut
war ich gewillt mich – falsch – zu tarnen:

Als Friedensbringer, leuchtender Prophet,
als Botschafter der nicht mehr fernen Zeit,
die, nur bekannt als ein Pamphlet,
geschrieben ist, zu eurem Studium bereit."

Wer lesen kann, der möge sich bedienen,
der führe sich nun baldigst zu Gemüte,
wie Satan, mit versteinert kalter Miene,
den Witz noch überhöht, der uns zur Güte …

klar offenbart ist, als ein Brief der Taube,
die nun im Tode einsam ist: gerissen!
Ihr hilft kein Aber und kein Glaube –
wir haben sie auf unserem Murksgewissen!

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Kommentare

13. Jan 2020

Ach, für die Taube bleibt man taub -
Man macht sich lieber - aus dem Staub ...

LG Axel

13. Jan 2020

Abmurksgewissen,
scheint zu sein ein
Aussitzruhekissen.
LG Uwe

13. Jan 2020

Mit 16 bekam ich ein Luftgewehr. Mit 16 schoss ich ein paar Spatzen u.a. tot.
Für die Welt sind diese Vögel nicht mehr. In meinem Kopf fliegen sie täglich weiter.
Je älter ich werde desto häufiger tauchen sie in mir auf. Wehret den Anfängen.
HG Olaf

14. Jan 2020

Das wär mal was - wenn wir den Anfängen wehren könnten...

LG Alf

14. Jan 2020

Die Tauben würden besser zu Geiern mutieren:
dann hätten sie weniger zu verlieren …

Liebe Grüße
Soléa

14. Jan 2020

oder zu Adlern...
bislang zählt man sie zu den Radlern...

Liebe Grüße
Alf