In der Nacht

von Wolfgang Tietze
Mitglied

In der Nacht trug ich den Tod hinaus,
ich streckte mich im Licht der schwebenden Sichel des Mondes,
lächelnder Gruß einer abwesenden Finsternis,
in der Hand eine versteinerte Samenkapsel:
ohne den weißen Stier zu erinnern,
der die Pflugschar zog,
ist sie auf mich gekommen,
mein Herrscher- und mein Sklavenmund
sind dort heraus gehoben, lehmig noch, versunken-schön.
Wir können nun essen:
ich gebe Dir Apfelschnee,
sein Duft atmet frei,
auf perlmuttner Oblate,
den Hunger und Durst meines Ringes lösch mir damit.

0-2018

Rechtshinweis:
Für diesen Beitrag ist eine unkommerzielle Nutzung erlaubt, alle Rechte verbleiben jedoch beim Autor/bei der Autorin.

Interne Verweise

Mehr von Wolfgang Tietze online lesen

Kommentare

14. Nov 2018

Der Duft atmet frei ... das ist schön formuliert, Apfelschnee auch, überhaupt ein sehr gutes Gedicht.

LG Annelie