Gladiatorenspiel

von J. Robin Höhne
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Ich weiß, ihr seid für ein Spektakel gekommen,
Gladiatorenspiele stehen auf dem Programm,
doch ihr habt den falschen Mann in die Arena geschubst.
Dafür bin ich nicht gemacht.

Die Menge grölt und Eisentore öffnen sich quietschend
für bewaffnete Sklaven und ausgehungerte Löwen.
Ich habe meine Rüstung hinter mir gelassen und mein Schwert.
Ich habe nichts zu verbergen, keine Schlacht zu schlagen.
Ich trage alle meine Narben mit Stolz
und halt die linke Wange hin.

Ihr werdet mich nicht kämpfen sehen, den Gefallen tue ich euch nicht.
Ihr könnt mich fallen sehen, mein Gesicht im Staub, wenn es euch glücklich macht.
Seht mir zu, wie ich weine, krieche, liegen bleibe, unterhalte ich euch gut?
Doch niemals werde ich fremdes Blut an meinen Händen tragen.

Den Kopf im Sand trage ich meinen Stolz höher denn je
und ein Lächeln glüht aus dem Schmutz zu euch hinauf.
Ihr brecht mich nicht.

Schaut euch an, wie ich immer wieder hoffe und vergebe,
denn ich bin stark über meine Schwächen hinaus.
Ein Krieger in der Verkleidung eines Feiglings.

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