Antistar

von Monika Laakes
Mitglied

Landschaft, fein gepudert mit Schnee.
Kälte tut den Fingerspitzen weh.
Da ist er nun, der minus-zählende Wintertag.
Und Sonne, hurra, die Sonne schiebt
Gedanken fort, die in grauer Diesigkeit
in steter Brut gewachsen war'n. Sie schüttet
ihr Licht in mich hinein. Und weißer Glanz
entfaltet all die Farben in mir, die mich
anturnen zum Draußensein. Und die
dickste Jacke wartet darauf, ihre Qualität
zu offenbaren, mit Mütze und Handschuhen
und hochgestelltem Kragen, mich in den
nahegelegenen Park zu geleiten. Mein
Hund umkreist mich mit Gesang, will mich
mit gefetteten Pfoten unbedingt begleiten.
Wir ziehen los mit zielgerichteten Schritten,
sind bald darauf inmitten dieser Winterwelt.
Beweg mich allerdings wie ausgebremst,
so dick wattiert. Bin Antimodestar und
ungeniert. Alles klar? Ok. Alles klar, Antistar.

Interne Verweise

Kommentare

15. Jan 2017

Dein Text, er leuchtet freilich auch -
Verbreitet reinen Winter-Hauch!
(Die Krause meint (ganz "ungelogen")
Auch sie wär' nur dick angezogen ...)

LG Axel

15. Jan 2017

Kicher. So lustig ist Dein Kommentar. Danke, lieber Axel. Gruß an Frau Krause.
LG Monika

15. Jan 2017

Das Werk hat Stil, liest sich zeitgemäß
Moderne Rhetorik!!
Einige Passagen aus dem Text, wären in bestimmten Film-Genre: Milieustudie, Biopic, Tragikomödie vorzugsweise angemessen und Fantasie stellt sich schon als Puzzle, kleine Schnipsel, einen Entwurf als Bildergeschichte zusammen..

LG!

16. Jan 2017

Vielen Dank, D.R. Giller. Hab die Interpretation genossen. Fühl mich damit sehr wohl. Nochmals danke.
LG Monika

16. Jan 2017

... feines Wintergedicht, ich seh' euch ziehen mit gezielten Schritten ... hab's mit Freude gelesen, Monika
LG Marie

16. Jan 2017

Liebe Marie,
das hast Du so schön geschrieben. Dein Kommentar macht Freude, zumal mich grad in diesem Moment die Sonne anlacht. Durch die Gardine. Lieben Dank, Marie.
LG Monika