Fünfundneunzig

von Rose Collister
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95 lange Jahre;
Trauer, Schmerz und Glück.
Ich durfte dich begleiten,
auf dem letzten Stück.

Du warst die beste Oma,
die man sich vorstellen kann,
doch bist an diesem Tage
still von uns gegangen.

Krieg musstest du erleben,
warst sieben Jahre blind,
hast viel zu lang erfahren,
was Schmerz und Armut sind.

Ich kann dich nur bewundern,
wie niemanden zuvor.
Du liebtest unsre Witze
und wir deinen Humor.

Egal was du erzähltes,
ich hörte immer zu,
denn von allen die ich kenne,
ist keiner so wie du.

Auch du hast gern gedichtet,
das hab` ich wohl von dir.
Wenn ich am Abend schreibe,
dann bist du nah bei mir.

Du warst schon 95
und konntest nicht mehr seh`n,
doch fast bis zum letzten Tage
aus eignen Kräften gehen.

Ich werd` dich nie vergessen,
vielleicht wird es mich quälen,
doch ich werde meinen Kindern
viel von dir erzählen.

Reichlich Urenkelkinder,
20 an der Zahl,
doch keinen der Geburtstage
vergaßt du je einmal.

Dich schmückten graue Haare
und Falten im Gesicht,
doch ich kann niemand nennen,
der schöner als du ist.

Du bist in meinem Herzen,
dort bleibst du bis ich sterb`
und dich an jenem Tage,
endlich wiedersehen werd`.

Ich steh` an deinem Grabe
und weiß nicht wo du bist,
doch unter diesen Rosen
liegst du sicher nicht.

Du weilst an einem Orte,
viel schöner noch als hier
und dass du wieder sehen kannst,
nichts andres wünsch` ich dir.

So viel hätt` ich zu sagen,
zu dir und über dich.
Ich werd` mir alles merken,
denn bald schon sieht man sich.

Das wird die letzte Strophe
und doch reicht das hier nicht,
um dir zu übermitteln,
wie wichtig zu mir BIST.

Auf ewig unvergessen.

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Kommentare

16. Mär 2018

Gern habe ich gelesen, was Dir die Omi war:
ein Goldstück hier auf Erden.
Das wird beim Lesen klar.

Liebe Grüße,
Annelie