Thuja

von Jürgen Wagner
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Gehegte, gepflegte Grundstücksanlagen
die mochte ich nie in Kindertagen
scharfer Geruch, undurchdringlich
Bleib fort! sagten sie mir fast grimmig

Ganz sauber geschnitten, quadratisch geformt
in Bürgermanier gezähmt und genormt
So zäunten sie Gärten, wehrten der Sicht
und standen rundum gediegen und dicht

Doch galt sie einmal als Lebensbaum
mit rötlichem Stamm - die Form ist ein Traum
In Kegelgestalt steht sie immergrün
Aufragend und würzig, feingliedrig und kühn

2016 - Wenn andere Bäume blühen, fruchten, Blätter abwerfen oder kahl stehen, hüllt sich die Thuja in schlichtes Grün. Sie wächst langsam, manchmal kaum merklich und scheint sich menschlichen Maßen der Vergänglichkeit zu entziehen. Das macht sie zum idealen Symbol für Ewigkeit. Sie drückt Treue und Beständigkeit aus. «Arbor vitae», 'Lebensbaum' nannten Gelehrte des 18. Jahrhunderts die Pflanze. Sie gehört zu der Art der Zypressen und riecht kräftig. Bei uns ist sie selten der bis zu 20m hohe Baum, sondern fristet ihr Dasein meist als Hecke in Gärten und Friedhöfen.

© Mariusz Blach/fotolia
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