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SONNENFINSTERNIS

Bild von ffolcus
Bibliothek

Manchmal für den Mondgevatter
sich der Sonderfall ergibt,
dass er - denn die Lust drauf hat er -
sich vor Tante Sonne schiebt.

Konstelliert sich’s, kann‘s gelingen:
es wird dunkel nah und fern.
Freunde von solch Himmelsdingen
schaun dergleichen an sich gern.

Da! Der Kernschatten zentriert sich,
sanft die Sonne er bedeckt,
was sonst leuchtet, es verliert sich,
wird, wenn auch nur kurz, versteckt.

Schließlich wird es wieder lichter,
ist mit dem Spektakel Schluss.
Inspiriert besingt der Dichter
lyrisch hell die Finsternuss.

„Nie ist so eine Eklipse -
sah man sie - ganz für die Katz!“
jubeln Kaufmann, Bäcker, Tippse,
sind sie bäck am Arbeitsplatz.

Ja, der Sonne Prachtkorona
ist ein köstlich Phänomen,
und manch irdischer Bewohner
möcht' dergleichen öfter sehn.

Doch hallo, Solarvoyeure,
schaut nicht baräugig hinein!
Solch ein Lichtblick könnt‘, ich schwöre,
euer letzter Lichtblick sein!

vcj

Interne Verweise

Kommentare

23. Aug 2017

Nun, lieber Volker, dazu ist mir
ein Haiku eingefallen !!! Vielleicht
veröffentliche ich es noch.
Ich habe mal ein Gedicht geschrieben
mit gleichem Titel und folgendem, ungefähren
Wortlaut: "... sie stehen und schauen und können
nicht des Gestirns Umnachtung begreifen, sie
schauen von unten nach oben....!!! "
Amerika war auf der Walz, sogar der Herr T.
stand in Washington auf seinem Balkon
und blickte geradewegs in die Helligkeit der
Sonne ( Oh, wie schön und war nicht geblendet !).
Dein Gedicht gefällt mir sehr gut und das haben sicher
einige auf Facebook gelesen.
LG Volker H.

24. Aug 2017

Danke, Volker, für Deine Zeilen! Ja, die Vertikale! Wenn der Mensch etwas nicht begreift, dann schaut er meistens von unten nach oben. Lösungen suchend. Rat suchend. Hilfe suchend. Gott suchend. Gott bittend. Als säße tatsächlich die allmächtige Schöpferkraft höchst personifiziert auf einem Wölkchen, gnädig auf uns hinabblickend, Antworten, Ambrosien und Absolutionen spendend. Ich denke, der liebe Gott hat sich, humorvoll wie er ist, schon daran gewöhnt. Ich rede mit ihm immer, z B. beim Autofahren, als säße er auf dem Beifahrersitz. Meistens sogar in Mundart. Allmächtiger Copilot! Das schafft Nähe und kommt für uns beide gut rüber. Nun, also dann, lassen wir die anderen machen, was sie wollen und wie sie es wollen, der Nackenhalswirbel ist im Bunde der Dritte. Hosianna in der Höhe! Der Paster hat gesprochen ... :-)