Sonnenblumentag

von Martin Heil
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Ich sitze am Fluss.
Ein Stück Treibholz und ein toter Fisch
ziehen ihre Kreise zwischen zwei Buhnen.
Ein paar Jet-Skifahrer dröhnen vorbei,
einige Ruderer lassen sich mit der Strömung treiben,
ein Frachtschiff müht sich den Fluss hinauf.
Gegenüber ragen Schornsteine in die Luft.
Mich wärmt die Frühherbst-Sonne.

Ich lausche dem Plätschern der Wellen an den Basaltsteinen.
Ich spreche ein Gebet.
Und muss dann auch schon gehen.

Der Fisch schwimmt noch immer bäuchlings nach oben.
Der Uferweg ist voller Müll.

Die Robinie klappt ihre Blätter hoch,
als ob sie das alles nicht sehen möchte.
Aber die Sonnenblumen am Wegesrand
strahlen mich im Vorbeigehen an
und erinnern mich
an das Schöne und das Makellose,
von dem ich fast schon dachte,
dass es verloren gegangen sei.

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Kommentare

22. Sep 2019

Gerne gelesen - wenn auch eine sehr harte Naturbeschreibung.

Recht illusionslos.
HG Olaf

23. Sep 2019

Na, das ist ja schön, Sie hier zu "treffen". Wie geht es Ihnen und Ihrer Familie? Liebe Grüße aus Potsdam, Angelika Zädow

24. Sep 2019

Oh, da gäbe es viel zu erzählen oder aufzuschreiben. Und das will ich gerne tun. Ich habe gerade ihre offizielle Mailadresse gefunden. Ich schreibe dorthin. Liebe Grüße aus Meckenheim Martin Heil