Der Spieler

von Johann Schneider
Mitglied

Es wächst ihm in der Brust heran,
Was daraus noch werden kann.
Oh Liebe – große Liebe soll es sein,
Doch er trügt, der böse Schein.

Nicht zu groß und nicht zu klein,
Das muss das richt’ge Weiblein sein.

Kaum ein anders Weib erblickt,
Schon gehörig zugeflickt.
Es gegeben – es gestört,
Nur nicht lange zugehört.

Seine Gedanken an ihrem Busen
Verhängnisvoll der Drang zu schmusen.
Dicke, dünne, lange, kleine
Höchst ansehnliche Frauenbeine.

Nicht zu groß und nicht zu klein,
Das muss das richt’ge Weiblein sein.

Halb geöffnet – halb geschlossen
Ja ganz schnell und nicht verdrossen.
In des Waldes Lichtermeer.
Häuser, Bäume, gar nichts mehr!

Nicht zu groß und nicht zu klein,
Das muss das richt’ge Weiblein sein.

Raus zur Tür und rein ins Haus
Zu der nächsten kleinen Maus.
Zigarrenrauch und Alkoholduft
Ja, das ist des Spielers Luft.

Wenn dann zur Tür das erste und
Zweite Weib geschritten kommt und
Die andern hinten an.
Ja, dann wird dem Spieler bang.

Geteert und gefedert bleibt er liegen
In des Bettes warmen Wiegen.
Und zynisch spricht das Gewissen:
Du wolltest es ja wissen!

im Sommer 2016

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