Ein Fleckchen Glück

von Soléa P.
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Längst verwittert das Ziegeldach
an Mauern der Anstrich blättert,
ein morsch gewordener Jägerzaun
Efeu an der Laterne klettert.

Verwunschen steht das kleine Haus
im verwilderten Garten
Rosen und Beeren zieren sich nicht
und bestechen mit roten Farben.

Das kleine Anwesen noch bewohnt
von einer alten Frau
zusammen mit ihrer schnurrenden Katze
sie aus verschlissenem Fenster schauen …

Abends erstrahlt Kerzenlicht –
das im Durchzug flackert
ein Teil vom Laden verdeckt die Sicht
fast gespenstisch durch Räume wandert.

Sie leibt und lebt so gut sie kann –
möchte niemals weg
war glücklich hier mit Kind und Mann
von diesem tief geliebten Fleck.

Quelle: Pixapay, verändert .
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Kommentare

31. Mai 2018

... da haust sie vereinsamt zwischen den Bäumen
und zehrt von des Lebens Glück in den Träumen ...

liebe Grüße - Marie

02. Jun 2018

… so lange es geht und sie zufrieden ist, wird sie nicht tauschen wollen, denke ich.

Viele liebe Grüße zu Dir, Marie
Soléa

31. Mai 2018

Gutes Gedicht, liebe Soléa. Mir wäre ein wenig gruselig in diesem verwitterten Haus. Die alte Frau wird wohl auch keine Kraft mehr haben, den sehr verwilderten Garten ein wenig in Schuss zu bringen. Aber solange noch die roten Beeren und Rosen blühen und gedeihen, wird sie noch ihre Freude daran haben, und man sollte sie dort in Ruhe lassen - oder ihr helfen, das Haus ein wenig schöner und wohnlicher zu machen.

Liebe Grüße,
Annelie

02. Jun 2018

Ihr hier, Annelie, ist nicht gruselig, die Jahre haben sie abgehärtet. Und der Garten spielt nicht mehr die Hauptrolle. Doch hoffe ich, dass sie, wenn sie Hilfe WILL, auch Hilfe bekommt …

Viele Grüße und ein schönes Wochenende
Soléa

02. Jun 2018

:)) da bin ich ja erleichtert –
Du weißt, vom Himmel fiel noch nie ein Meister …

Liebe Grüße
Soléa

02. Jun 2018

Als ich Dein Gedicht las, liebe Solea, hatte ich sofort das Bild der Frau mit der Katze und ihrern Erinnerungen in Kopf. Mein zweiter Gedanke war - ähnlich wie bei Anneli - wer ist da, wenn sie Hilfe braucht, wenn sie krank ist, und schließlich, wer macht sauber. Ansatt um das Wesentliche, machen ich mir um das Praktische Gedanken. Vielleicht, weil meine Großmutter auch so gelebt hat. Du siehst, Dein Gedicht setzt etwas in Bewegung, das zeichnet es aus.

Liebe Grüße,
Susanna

02. Jun 2018

Liebe Susanna, Du hast recht, wie Annelie auch. Wenn nichts mehr geht, wird es für alte und Alleinlebende,
eng. Es sind Bäume geworden, die nicht mehr verpflanzt werden wollen und gerade deshalb auf Menschen außerhalb angewiesen. Großfamilien gibt es (fast) nicht mehr und die Einstellung zum Alter und den Alten, man denke an Pflegeheime, ist auch sehr fragwürdig geworden…

Herzliche Grüße
Soléa