Das Lied

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Ein Herr las kürzlich ein Gedicht
es war zu lang aus seiner Sicht.
Der Dichter, denkt er, ist ein mieser...
Ich, sagt er sich , schreib' das präziser.

Zwölf Zeilen hatte sein Poem.
Leicht wollt's ihm von der Hand nicht gehn.
Er nannte es ganz schlicht "Das Lied"
und sah, dass es ihm wohl missriet...

Jedoch, da er es selbst ersonnen
tat er, als wär es ihm gelongen.
Und um sich nicht zu strafen Lügen,
las er′s mit wachsendem Vergnügen.

© Horst Fleitmann 2021

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Kommentare

13. Feb 2021

Da lobe ich mir den exzellenten Dichter. Er hat gleich DOPPELT Glück:
A) Er freut sich über das eigene Glück !
B) Er freut sich über das Unglück der ANDEREN !
Ist das nicht herrlich ? Ich sag's Ihnen ganz gern. Ehrlich.
HG Olaf

13. Feb 2021

Sorry aber das verstehe ich nicht... über das eigene Glück freuen ist normal... warum nicht? Aber warum sollte sich jemand über das Unglück der Anderen freuen?

Ich tu's jedenfalls nicht und das war auch nicht die Aussage im Gedicht. Da müssen Sie etwas falsch verstanden haben.