Déjà-vu

Bild von Horst Fleitmann
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Ich hatte wohl ein Déjà-vu
sah mich am Waldrand stehn.
Es war im Herbst ein Montag ...  früh
's war schön,  ins Tal zu sehn.

Ich stand als großer alter Baum
ganz mächtig, dort am Berge
und konnte auf die Menschen schau'n
all diese kleinen Zwerge.

Ich sah sie kommen, sah sie gehn,
vom Jüngling bis zum Greise.
Ich blieb dort oben lange stehn
wurde so alt und weise.

Doch leider, an dem Montag kam
einer der Menschen - Gnome,
der setzte seine Säge an
scherte sich nicht die Bohne.

Er sägte an mir, bis ich fiel,
Ich konnte nichts dran machen.
Ich wurde dann zum Sägestiel
neben noch andren Sachen.

Dann irgendwann wurd' ich entsorgt
musste als Stiel verschwinden.
Doch die Natur hat vorgesorgt
konnte mich neu erfinden.

Ich wurd zum Menschen der ich bin,
war Baum nicht mehr und Stiel.
Ob der Natur ich ein Gewinn ?
... Als Mensch ? Bestimmt nicht viel !

© Horst Fleitmann 2020

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Interne Verweise

Kommentare

27. Sep 2020

Aber aber lieber Poetenfreund... ich würde meinen auf jeden Fall! ;-)))

Schönen Abend mit einem Hoch der Lyrik zu Dir,
Uschi

28. Sep 2020

Das sei einmal dahingestellt... ich habe da als Mensch meine Bedenken. Aber Dank an Dich... hast es gut gemeint, bist ja auch nur ein Mensch.

Mit herzlichen Grüßen und einem Hoch der Lyrik Horst

27. Sep 2020

Donnerwetter!
Wärest du doch zu Terra Preta geworden! Die düngt so gut, dass haufenweise nützliches Leben entsteht!

28. Sep 2020

Hallo Noe,

was nicht ist kann ja noch werden... wer weiß, vielleicht war ich schon mal fruchtbar (als Boden) ... Dank für Deine Meinung.