Gefährliche Liebschaften

Bild von Horst Fleitmann
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Es war im stillen Kämmerlein,
in dem heimlich, versteckt,
die Herzensallerliebste mein
sich auf der Schlafstatt reckt.

Der Morgen graut, der Herbsteswind,
kündigt den Regen an.
Die Liebste mahnt zur Eil‘ geschwind
bevor mich säh‘ ihr Mann

Ich seh‘ ihr schönes Angesicht
wie sinnlich war ihr Mund.
Da ging im Flure an das Licht,
zu früher Morgenstund.

Als schnell im Schrank Versteck ich nahm
(mir fiel nichts bessres ein),
ging auf die Tür, es war ihr Mann
mein letztes Stündelein ?

Ich mühte mich, ganz still zu sein.
Im Schrank war’s eng und kalt.
Gedanken flogen aus und ein
ach, ging ihr Mann doch bald.

Wir schritten beide: Er zum Flur,
ich aus dem Schrank heraus.
Die Nacht war schön, ich lieb‘ jetzt nur
noch hier bei mir zu Haus.

© Horst Fleitmann, 2020

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Kommentare

07. Okt 2020

Nun denn:

Wenn Du als wahrer Don Juan
des nächtens Dich verloren,
darf es nicht wundern als sodann
im Schrank vielleicht gefroren...

und unbeschadet bist entstiegen
dem finsterem Versteck,
Obacht gib künftig nun beim Lieben,
kleinweniger gar keck...

weil es könnt leicht passieren
bist in dem Schranke Du dann drinn,
beginnst dann zu sinnieren
über so manches ob's Gewinn...

Erfüllt es wirklich auch den Zweck,
wenn man(n) zu oft gar ist zu keck...?

Mit einem breiten Schmunzeln gelesen lieber Poetenfreund!
Schicke liebe Grüße und ein Hoch der Lyrik zu Dir,
Uschi