Natur

von Hans-Jürgen Finke
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Wie diese Felder himmelweit sich dehnen,
Und monotoner Mais den Blick ermüdet,
Wo früher Weizengold, bislang gehütet,
Verschwinden musste, dem Kommerz zu dienen.

In Bäumen flüsterts und in Bächen, halt` doch ein
Menschengeschlecht, gib mir die Schönheit wieder.
Du siehst mich sterben sonst, verdorrt, darnieder.
Drum merke auf, wenn auch dein Denken klein:

Laß mir den Raum, zerstampf nicht meine Vielfalt.
Raub mir den Atem nicht, du zeitenarmer Wicht.
Noch ist`s dein Regen, der erfrischt, dein kühler Wald,
der Ruhe schenkt, dein Erntedank, dein Licht!

Bedenke, Mensch, wenn nur Geringes fehlen würde,
Was Mutter Erde dir zum Nutzen überließ:
Wohin auch dein Begehren treibt, sei dir gewiss,
Mein Tod, Kleingeist, wird dir tödliche Bürde.

© Hans Finke

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Kommentare

10. Dez 2014

Mächtig die Natur ja spricht -
Grade so, wie im Gedicht!
LG Axel

10. Dez 2014

Es spricht uns nicht von der Verantwortung frei, aber: Bisher hat die Natur es immer noch geschafft, sich lästige Läuse aus dem Pelz zu schütteln.

10. Dez 2014

Schön, wenn man so wie diese Zeilen sprechen kann mit großem Inhalt! Herzlichen Dank und liebe Grüße!