Bob Dylans Nobelvorlesung: eine poetische Reise zu Dylan

07. Juni 2017
Bild von Bob Dylan
December 4, 2016. Bob Dylan Hand Drawn Drawing Portrait
Urheberrecht: doddis77 / Shutterstock.com

Bis zum Samstag hatte Bob Dylan Zeit, die Nobelvorlesung einzureichen. Kurz vor Ende dieser Frist hat er es nun endlich getan. Das Warten darauf hat sich auf alle Fälle gelohnt!

Seit vielen Jahren wurde er für die höchste Auszeichnung im Bereich der Literatur gehandelt. Als Bob Dylan letzten Dezember wirklich den Nobelpreis für Literatur erhalten hat, überraschte das den einen oder anderen dann trotzdem. Bei kaum einer Verleihung in der Geschichte des Preises wurde derart über Rechtmäßigkeit diskutiert, wie bei dieser. Für viele wurde die Vergabe an Bob Dylan zur Sinnfrage: Ein Songwriter, der den höchsten Preis für Literatur erhält, der vergeben werden kann, reiht sich in die Liste von Thomas Mann, Hermann Hesse, Ernest Hemingway, Albert Camus und vielen anderen hochrangigen Literaten ein.

Mit dem Einreichen seiner Nobelvorlesung hat Dylan nun hörbar die Poesie und den Bezug zur Literatur hinter dem Songwriter bewiesen. Die »Nobel Lecture« liest sich selbst wie ein literarisches Werk - und sie hört sich auch so an! Bob Dylan hat aus seiner Rede eine Reise durch die Bücher und Songs seiner persönlichen Sinnsuche und einen Einblick in seine eigene Biografie gemacht. 

Die Vorlesung und das dazugehörige Video finden Sie hier: Bob Dylans Nobel Lecture

Kommentare

10. Jun 2017

Wie konnte man einen Protestsänger für den Nobel-Preis vorschlagen ? Ich fasse es nicht. Aber in der heutigen Zeit, ist ja alles möglich, was mich nicht mehr großartig verwundert!, Große Menschen, die was geleistet haben und damit einen Dienst an der gesamten Menschheit durch Anerkennung erwarben, müssen sich doch gewissermaßen mies vorkommen. Ich glaube selbst, dass sich die Ehrung den Dylan persönlich peinlich berührt hat. Nobel hat etwas geschaffen, Menschen zu ehren, die Außergewöhnliches geleistet haben und Bewunderung verdienen. Dylan gehörte nicht dazu, wozu er aufforderte, und dafür den Weg bereitete,
der heute noch einen sehr bitteren Geschmack beinhaltet.und für schwache Typen den frühen Tod zur Folge hatte

Bob Dylan nimmt Nobelpreis mit - und schweigt - Kultur - Süddeutsche ...

Al

10. Jun 2017

Dylan auf die 2, 3 Songs zu reduzieren, in denen er Canabis thematisiert, ist grundlegend falsch (das führt auch sicherlich nicht zum Tod)! Auf den Punkt: In Sachen Drogen war Bob Dylan eher ein Waisenknabe, im Vergleich zu anderen Künstlern dieser Zeit. In Woodstock war er nicht mal anwesend. Zudem war Dylan kein Protestsänger. Ganz im Gegenteil - er wurde dazu gemacht, hat sich frühzeitig dagegen gewehrt und daran nicht mehr teilgenommen. Sein Einfluss auf die Kultur der 60er Jahre bis heute, ist unbestreitbar und immens. Die Begründung, warum ausgerechnet er den Preis erhielt, ist schlüssig und bezieht sich nicht auf sein Gesamtwerk. Ihre Meinung zu Bob Dylan ist oberflächlich - ich glaube aus Ihrem Kommentar nicht, dass Sie sich wirklich mit ihm befasst haben. Viele Grüße

20. Jun 2017

Doch ich habe mich mit ihm befasst, und habe die Bewunderer "der IKONE", auch teilweise mit ihrer Gesundheit und den folgerichtigen Beeinträchtigungen in meiner Nachbarschaft miterlebt.. Sie waren ja viel zu jung, um überhaupt mitreden zu können..
Das soll kein Vorwurf sein, sondern Fakt!
Also, verbleiben wir in dem Sinne der Beurteilung!

LG
Alfred Mertens

10. Jun 2017

Herr Mertens, sie ziehen Ihre nachbarschaftlichen Erlebnisse als Argument für einen Rückschluss auf Bob Dylans Bedeutung für die Kultur der letzten 50 Jahre heran? Ich glaube, mein Alter spielt da gar keine Rolle und ist auch keine Grundlage für eine sinnvolle Diskussion. Letztlich darf aber jeder seine Meinung haben, weshalb ich Ihre auch akzeptieren kann.

10. Jun 2017

Ja, damit bin ich zufrieden. Das wäre auch furchtbar, wenn man seine Meinung nicht mehr kund tuen dürfe. Davon habe ich immer Gebrauch gemacht, und werde es auch weiter praktizieren.

Danke und liebe Grüße
Alfred Mertens

Neuen Kommentar schreiben

auch interessant
Bild einer antiken Schreibmaschine

Egal ob man passionierter Hobbyblogger oder professioneller Histori…

Roland Fester
Bild zeigt eigene Bibliothek

Von den Dekorationsartikeln, bis zu den Bücherregalen. Die Einricht…

Maria Sydow

Schreiben ist mehr als der Erguss einzigartiger, für die Welt unver…

Evelyn Schmink

Sie wollten schon immer Kafkas Roman »Der Verschollene (Amerika)« v…

LiteratPro