Was wäre wenn?

von Alf Glocker
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Wenn ich in einem Himmel wohnen könnte, dann würde ich mir wünschen, daß es dort kein Murphy's Law gibt. Ich würde mir wünschen, daß meine gut gemeinten Planungen ausgeführt werden können. Ich würde mir wünschen, daß ich verstanden werde und daß es dort Wesen gibt, die bereit sind, mit mir zusammenzuarbeiten. Ich würde mir weiter wünschen, daß dort jeder ein echtes Zuhause hat, welches ihm gehört, und daß niemand jemandem anderem dienen muss. Des Weiteren würde ich mir wünschen, daß alle Personen ihrer Art gemäß eingestuft und respektiert werden, daß z. B. kein Dämlack Ministerpräsident werden kann – ich weiß nicht, wie man in einem Himmel zu solchen Leuten sagen würde. „Menschen“ wahrscheinlich nicht.

Des Weiteren würde ich mir wünschen, daß Leistungen honoriert und nicht, aus politischen Gründen, unterdrückt werden, Eifersucht völlig unbekannt ist und daß man sich schenken darf, was der andere gerne annehmen möchte, inklusive sich selbst, ohne sich dabei überbewerten zu müssen, weil man glaubt, sonst übervorteilt zu werden. Zu allem Überfluss würde ich mir noch wünschen, daß es dort Schönheit und Ästhetik im Überfluss gibt und, daß der Humor gang und gäbe ist. .. Meine Wünsche sind also sozusagen alles andere als „fromm“!

Wenn es eine Hölle gäbe, dann sollte sie so aussehen wie das Erdenleben, nur nicht so real. Sie sollte Angst verbreiten, aber keinen, der unbedingt dorthin möchte, umbringen oder ihm Schmerzen zufügen, die er nicht aushalten kann – wie es ja auf der Erde der Fall ist. Sie sollte kein Hort des schlechten Gewissens, sondern eher eine 3-, bzw. 4-D-Kinoleinwand sein, in der auch alles erlebt werden kann, was für einen himmlischen Aufenthalt ungeeignet wäre ... als Kontrastprogramm sozusagen. Sie sollte allen Wesen vor Augen führen, wie ihre schwarze Seite aussieht, diese jedoch nicht, wie im richtigen Leben, brutale Wirklichkeit werden lassen. Virtuelle Wirklichkeiten genügten in diesem Fall. Eine Hölle sollte also auch ein bisschen Rücksicht auf die Zerstörbarkeit der Träume und die Empfindsamkeit verletzbarer Wesen nehmen. Ihrer gespielten Schonungslosigkeit zum Trotz, sollte sie als Fluchtmöglichkeit aus dem Himmel dienen, damit man wieder weiß, was man an ihm hat. Das ist vermutlich unmöglich.

Langeweile sollte in keinem der beiden Bereiche auftreten, denn das zerstört die Seele des Universums, und ohne Seele gäbe und gibt es keinen Leib, keine Materie. Beide Bereiche schließlich sollten regiert sein von humorvollen und sehr nachsichtigen Göttern, deren vordringlichste Aufgabe es nicht wäre, ihre Schöpfungen bzw. ihre Schutzbefohlenen durch endlose Foltertiraden zu erziehen, damit kommende Generationen, von Schwächen gereinigt, ein Reich des Friedens bewohnen können. Die Naturgesetze sollten also im Himmel, wie auch auf Erden und sogar in der Hölle außer Kraft gesetzt sein! Ich denke dabei nicht an „Gras fressende Löwen“, sondern an mordunlustige Menschen. Da wir noch viele Generationen von diesem Ziel entfernt sind, wünsche ich mir, wir könnten die schändlichen Zwischenräume, also die Zeiten niedriger Instinkte, mit Verstand überspringen. Während ich mir das erhoffe, weiß ich allerdings, daß ich jetzt sehr, sehr, sehr blauäugig bin, denn ich bin ja vom Wahnsinn umgeben!

Nein, das Universum ist bereits ein Raum für unbegrenzte Möglichkeiten, in welchem Liebe und Grausamkeit, auf die unterschiedlichste Art und Weise, nicht nur angewendet werden kann, sondern wohl auch angewendet wird! Vermutlich sind diese Dimensionen des Lebens nichts weiter als ein Prüfstand für unausgegorene Seelen, die sich gegenseitig, vor allem aber einem Gesamtprinzip (Schöpfer) beweisen müssen, wie wandlungsfähig sie sind. Nur ein wandlungsfähiges Etwas kann ihm ansatzweise gerecht werden. Die angewandte Unvernunft dagegen findet ihre Bestrafung im sofortigen Aussortieren, denn die Evolution – hin zu einem irgendwann einmal – vernunftbegabten Wesen, ist noch längst nicht abgeschlossen. Wer das glaubt, weiß nicht, was er damit bewiesen hat: seine Unfähigkeit sich Nützliches vorstellen zu können! Aber Vorstellungskraft ist wichtiger als Bildung oder Mathematik. Denn Bildung und Mathematik sind der Vorstellungskraft entsprungen – nicht anders herum. Nimm niemals an, ein Wesen stünde am Ende seiner Entwicklungsfähigkeit!

Wenn ich auf einer Erde leben würde, auf der alles möglich ist, sogar das Gute, dann würde ich mir wünschen, daß man hier „Himmel“ und „Hölle“ improvisieren könnte. Es müsste ausgewiesene Nicht-Frei-Räume geben, wo man himmlische, oder höllische Situationen durchspielen könnte, um herauszufinden, ob man sich und worin man sich geirrt hat, ohne gleich gepeinigt zu werden. Der Kampf ums Überleben, ums Denkendürfen, um das Recht, Recht ausüben zu können, ohne dabei gleich angeschwärzt werden zu können, weil man eventuell die Ansprüche von ausgemachten A…l… verletzt haben könnte, sollte keine reale Bedeutung mehr haben. Jeder sollte sich darüber klar sein, was es bedeutet, sich fortpflanzen zu wollen, was es bedeutet, wenn Er/Sie speziell sich fortpflanzt und was man damit anrichten kann. Man sollte also definitiv wissen, wo man steht und was es bedeutet, dort zu stehen! Das würde ich dann einen sinnvollen Ausgleich der Kräfte nennen, der unendlich viele gute Möglichkeiten einräumt. Nieder mit Murphy‘s Law!

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