Die Seele des Staates 24

Bild von Alf Glocker
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Jede Seele gehört einer Familie an. Sie werden durch ähnliche, oder auch verwandte Seelen gebildet. Diese „Familien“ folgen den ihnen eigenen und eigentümlichen Ritualen des Zusammenlebens, wodurch sie sich, für gewöhnlich von anderen Seelengemeinschaften unterscheiden und abschließen.

Da Familien jedoch alles andere sind, als Ruhepole, muss mit Streitigkeiten stets gerechnet werden! Da gibt es Familien, wo sich die Kinder am liebsten untereinander prügeln, weil sie die anderen einfach nicht für voll nehmen, da gibt es Familien, wo die Kinder am liebsten nur über die Kinder anderer Familien herfallen, weil sie wissen, daß sie schwach sind und nur in der Gemeinschaft eine Chance haben. Da gibt es aber auch Familien, in denen sich alle untereinander und mit den anderen Familien prügeln, weil sie annehmen, das Prügeln sei eine Weltreligion.

Aus diesen Prozessen geeignete Schlüsse zu ziehen, die ein langfristiges Überleben, vor allem der eigenen Familie, garantieren, ist schwer! Ein Mindestmaß an Verstehen, wenigstens was die eigenen Verwandten betrifft, ist notwendig, damit man nicht versehentlich, oder bei allzu viel Blauäugigkeit, absichtlich, unter die Räder der Geschichte gerät.

Dafür muss man nun auch nicht unbedingt, sich blähenden Autoritäten hinterherlaufen, dafür muss man nicht blind an einem allgemeinen Vorhaben schuften und man muss auch nicht dubiosen Predigern den Glauben schenken, den man zu vergeben hat – man muss nur denken!

Warum, z.B. schreit ein Geschwister gerade laut auf? Weil ich ihm absichtlich auf die Füße getreten bin? Und wenn ja, was hat es mir genützt? Habe ich dadurch sein Schäufelchen erhalten, oder ist es mir nur eine Genugtuung, daß er gesehen hat wie stark ich bin?

Erwähnenswert ist auch noch: Inwieweit werde ich mich noch auf meine Verwandten verlassen können, wenn ich sie erst einmal vernichtet habe? Und wer tritt dann an ihre Stelle? Angenommen, ich vergifte alle anderen Familienmitglieder, außer mir, weil ich glaube, mir das leisten zu können – wie stehe ich dann da? Zunächst werde ich mal alleine sein!

Wer alleine dasteht, der muss aber mächtiger sein, als er es zu sein glaubt, der muss auf Hilfe verzichten können, wenn sich womöglich alle anderen Familien gegen ihn verschwören, wenn sie glauben, wie einst er, auf die anderen völlig verzichten zu können. An dieser Stelle des Denkens angekommen, blicke ich immer sorgenvoll auf die übrigen Mitglieder meiner Familie – und ich beginne zu hoffen!

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