Betrachtung Nr. 777 (Die Goldene Sieben – das Glück)

von Alf Glocker
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„Raum ist in der kleinsten Hütte…?“ Wofür? Für all das Elend auf der Welt? „Wie angle ich mir einen Millionär?“ Damit ich später brutale Kinder kriege? Sind Millionäre die schlechteren Menschen, weil sich der Pöbel darüber hinwegtrösten muss, daß er nichts besitzt? Die Reichen und Schönen gesellen sich gern. Liegt darin das Glück – in Reichtum und Schönheit? Müssen Frauen hässliche Frösche (mit viel Geld) küssen, damit sie, wenn sie erst einmal in einer einträglichen Verbindung stecken, erkennen, wie schön man sich einen ganz normalen Kretin saufen kann? Oder sind sie dem weit verbreiteten Irrtum verfallen, ein erfolgreicher Mann sei gleichzeitig auch intelligent?

Auf jeden Fall liegt das Glück vor allem darin, gesund zu sein! Gesund, begabt, reich und schön! Das höchste Glück ist das schönste Leben auf Erden! Es muss sich etwas abspielen. Vor der kleinsten Hütte, den ganzen, lieben langen Tag, Wäsche zu waschen und drinnen eine Menge Kinder zu stillen, ist auch Glück?? Ja – wenn man sich mit dem Partner traumhaft versteht, aber nichts zu essen hat? Kann man sich dann nicht gleich auf dem Sklavenmarkt anbieten: „Wer braucht noch eine hübsche junge Frau, um sich zu befriedigen – Hauptsache ich bin versorgt?“ Einen großen Unterschied zwischen nicht enden wollender Armut und geistiger Unterdrückung scheint es jedenfalls nicht zu geben.

Was wählt man? Faites votre jeux! Mach dein Spiel – du wirst merken, daß deine persönlichen Wünsche, wie auch deine planvollen Entscheidungen völlig belanglos sind! Der eine studiert, macht den Doktor und hat die besten Aussichten … doch dann wird er plötzlich krank. Rien ne va plus, nichts geht mehr! Die andere findet ihren Soulmate, sie haben traumhaften Sex, erhoffen sich alles vom Leben, bekommen ein Kind, das Kind ist hochbegabt und gesund, außerdem so schön wie die Eltern, aber der Mann fällt im Krieg. Einer baut sich ein Haus, weiß aber nicht, daß es auf einer Magmakammer steht, über einem ehemaligen Bergwerk, in einem Gebiet, wo demnächst eine mächtige Firma irgendetwas abbauen will. Die Firma ist mit der Regierung verfilzt …

Ein anderer, eine andere, ist glücklich, in sich eine außergewöhnliche Begabung entdeckt und kultiviert zu haben, erregt aber den Unmut der Übrigen, oder gleich der Gesellschaft, weil er/sie unangenehme Wahrheiten ausdrückt, die niemand hören möchte, weil man überall auf Allgemeinplätze, oder noch einfacher, einfach dem Schicksal vertraut, das es für einen „vernünftigen“ Menschen gar nicht gibt. Vernünftige Menschen machen sich ihr Glück selbst! Sie haben keine großen Träume. Sie küssen keine Frösche, sie werden mit einem Handwerker oder Angestellten „handelseinig“, sie brauchen keine schönen Frauen, mit denen man die wunderbarsten Spiel spielen kann, nachdem sie festgestellt haben, daß die Schönen auch noch klug genug sind, das Leben genießen zu wollen. Ihnen genügt ein gesunder Trampel, den man auch in die Wildnis noch mitnehmen kann, robust wie er (sie) ist!

„Bau dir ein Leben auf und das Glück des Tüchtigen wird mit dir sein“! Du bekommst einen angemessenen Lohn, für deine Kinder gibt einen Platz in der Kita, deine Frau arbeitet Teilzeit, du sparst auf ein Haus, du verschuldest dich, du steigst in der Firma auf – und dann kommt ein anderes System: Du hast in die falsche Richtung geplant. Auf einmal sind ganz andere Dinge wichtig, als die, welche du für ausschlaggebend hieltest. Dann wechselst du eben auch die „Gesinnung“. Du erfindest dich nicht neu, du lässt dich neu erfinden! Du machst eine „Schulung“, du wäschst dein Gehirn, wirst umerzogen, und du richtest deine Familie nach den ungewohnten Richtlinien aus. Dann wird dir nichts passieren!

„Ein kleines Glück wird einmal groß“, vor allem, wenn du es (männlich) in der Hose trägst – und vielleicht dringt es ja auch bald in einen fremden Schoß, dann brauchst du mindestens die kleinste Hütte, den miesesten Job … oder dir ist alles egal. Dann geht es auch! Glück ist interpretierbar! Nimm einfach alles stoisch was da kommt, oder beklage dich meinetwegen, oder auch deinetwegen … irgendjemand hört dir eventuell zu, wenn nicht, dann vertraue auf einen Gott, sing ein Lied, wenn du traurig bist, oder geh mit einer Träne auf Reisen und tröste dich: Über den Wolken wird die Freiheit einmal grenzenlos sein, und wenn du endlich tot bist, kannst du sagen: Denkt was ihr wollt, ich war das Glück!

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Kommentare

10. Mär 2018

Deine vielseitige Glücksbetrachtung -
aus eindeutig männlicher Sicht -
imponiert mir, lieber Alf.

LG Marie