Es war einmal im Himmel

von Alf Glocker
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Eine menschliche Seele ist ein Fass ohne Boden! Das wusste der Liebe Gott, das wissen sogar die Menschen – wenn sie nicht allzu verlogen sind. Und deshalb ist es auch ganz, ganz schwierig, da was reinzukriegen, das auch drin bleiben soll. Wenn man da nicht dauernd was nachfüllt, dann wird es immer wieder leer!

Kaum haben sie sich was zurechtgezimmert was sie einigermaßen am Leben hält, dann haben sie's auch schon wieder vergessen. Bei Tieren ist das viel einfacher: die Schwachen und die Doofen werden gefressen und basta! Die andern werden sich dann schon zu helfen wissen.

Aber das ist einfach das Problem mit so einer Schöpfung: es muss quasi aus Ungeziefer was Vernünftiges werden. Wie soll das gemacht werden? Der Liebe Gott erinnerte sich an seine ersten Versuche, als die Vorläufer des Menschen praktisch noch 4 Füße hatten. Das war lustig!

Wieder fielen gleich ein paar Sonnenstrahlen auf die Erde, denn der Liebe Gott musste lauthals lachen! "Lieber Gott" strahlte er, das ist vielleicht komisch gewesen, wie die Äffchen durch die Baumkronen hüpften um sich gegenseitig die Bananen zu stehlen. Nein so was aber auch!

Viele Versuchsreihen später ging es den Geschöpfen, die aufrecht gingen und bereits mit Werkzeugen hantierten, schon um einiges besser. Sie waren ihm ein wenig ähnlicher geworden, denn nun glaubten sie sogar zu wissen was Liebe ist. Jedenfalls fingen die Männchen an von den Weibchen zu träumen...

Wieder waren ein paar Jahrzehntausende über die Erde gegangen und jetzt konnte der Liebe Gott Städte erkennen. Darin sammelten sich findige Kreaturen, die frech genug waren Ansprüche zu äußern. Das gefiel ihm, denn auch er hatte Ansprüche, denn er wünschte sich so bald wie möglich kompetente Gesprächspartner.

Leider klappte das nicht so plötzlich wie es wünschenswert gewesen wäre und deshalb konnte der Liebe Gott ein paar hundert Jahre nicht mehr richtig einschlafen, vor lauter Sorgen. Eine lange Zeit verstrich und nichts änderte sich. Die Menschen lernten nicht mehr viel dazu!

So kam der Liebe Gott schließlich auf die Idee, noch einmal strengere Auswahlkriterien festzulegen: er schied die entstandenen Völker durch grausame Kriege (dadurch lernten sie sehr schnell) und er streute von oben ein paar furchtbare Viren in das Terrarium...

Durch Krankheiten wie die Pest und Plagen wie die Tartaren gelang es ihm die Karten wieder neu zu mischen, weil alles so heilsam durcheinander geriet, daß sich nur noch diejenigen in Sicherheit bringen konnten, denen ganz einfach das Richtige dazu einfiel...

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Kommentare

14. Mai 2016

Das ist bei Gott (nicht "bigott!) ein guter Text,
Den uns der Dichter hier gehext!

LG Axel

14. Mai 2016

Bin begeistert. So ein dichter Text. In dieser Kürze die Menschheitsgeschichte humorvoll unterzubringen, einfach klasse. Eine wahre KURZgeschichte.
LG Monika

15. Mai 2016

Vielen Dank liebe Freunde!

Es kommen noch weitere (Fortsetzungen)

LG
Alf