Gedanken vor der Schlacht

von Joschik J. Huber
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Westfront 1918:

Vier Jahre schon dauert jetzt dieser verdammte Krieg!
Und es soll bereits Millionen Tote geben;
Ganz zu schweigen von den Krüppeln.
Bisher hatte ich Glück, noch hat es mich nicht erwischt.
Doch was ist morgen?
Werd´ ich enden wie die, deren Anblick sich mir ins Gedächtnis gebrannt hat?
Wenn ich die Augen schließe, kann ich sie noch immer seh´n.
Dutzende von ihnen, hunderte!
Zerfetzte Körper aus denen die Eingeweide hervorquollen.
Rümpfe mit abgetrennten Gliedmaßen; Dort ein Bein, da eine Hand.
Bizarr verformte, bis zur Unkenntlichkeit verbrannte Leiber. Aber auch schwerst verwundete, laut schreiende und stöhnende Männer in den besten Jahren.
Grauenhaft;
Schlimmer kann die Hölle nicht sein!

Nun steh´ ich hier, in einem verlausten Schützengraben, und warte auf den Einsatz.
Im Morgengrauen soll es losgehen.
Angriffstermin: 5:00 Uhr.

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Kommentare

17. Mär 2019

Tolle Zeilen, lieber Joschik! Ein mahnender Appell, der, betrachtet man die Welt, leider nicht jedes Herz erreicht.

Liebe Grüße
Ella

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