Determinativkomposita

Bild von Dieter J Baumgart
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Die deutsche Sprache hält eine Vielzahl von Klippen bereit, an denen auch Menschen ohne Migrationshintergrund scheitern können. Neben den verwirrenden Regeln, den Einsatz von Kommata betreffend (siehe auch Mein Gewissen sagt das Gesetz ist Nebensache), sind es vor allem die zusammengesetzten Wörter, bildungssprachlich auch Determinativkomposita genannt, die für Mißverständnis und Heiterkeit sorgen. Allen voran steht da wohl der im politischen Sprachgebrauch gern verwendete Ausschuß.
Der Ausschuß als solcher ist da schon faszinierend genug, kann er doch problemlos Ausschuß produzieren. Das nennt man dann Ausschußarbeit. Damit kann sowohl die Hardware, zum Beispiel die Produktion von nicht feuerfesten Aschenbechern gemeint sein, wie auch die Software, die Denkarbeit eines Ausschusses. Wie bitte? Doch, ja, der Ausschuß kann auch denken. Ausschuß an sich, ohne vorangestellten Artikel, gleich, ob bestimmt oder unbestimmt, hingegen nicht…
Dabei ist es unerheblich, ob es sich um einen Haupt-, Untersuchungs-, Sonder-, Prüfungs-, Innen- oder Außenausschuß handelt.
Natürlich tagt auch ein Außenausschuß in geschlossenen, häufig sogar abhörsicheren Räumen. Was aber keinen Schutz davor bietet, daß die produzierte Software, insbesondere, wenn es sich dabei um Ausschuß handelt, nicht doch in der Öffentlichkeit diskutiert wird.
Ganz allgemein kann festgestellt werden, daß sowohl Ausschüsse wie auch Ausschuß sich gern vermehren, wenn sie nicht einer gewissen Kontrolle unterliegen.
Diese notwendige Kontrolle sollte jedoch tunlichst nicht einem Kontrollausschuß übertragen werden. Die Gründe dafür liegen, so meine ich, auf der Hand.

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