Folgerichtige Irrtümer

von Alf Glocker
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Die folgerichtigste aller Überlegungen ist die, sich einem logisch klingenden Irrtum anzuschließen. Damit erspart man sich Scherereien mit der Obrigkeit, die ja stets Gehorsam verlangt (auch in einer repräsentativen Demokratie), und sogar die Möglichkeit, eingesperrt zu werden. Der Nachteil dabei ist, man könnte in den, durch den Irrtum initiierten Schwierigkeiten, ums Leben kommen … Was ist also schlimmer?

Die Antwort ist: Nichts ist schlimmer, denn die Entscheidung darüber, wie man ums Leben kommt, obliegt einem sowieso nicht persönlich. Bei aller Liebe zur Wissenschaft und sonstigen Ungereimtheiten machen wir doch immer wieder gerne das Schicksal, von dem wir andererseits steif und fest behaupten, daß es das gar nicht gäbe, für unser Wohl und Wehe verantwortlich. Wir sagen: Es ist doch egal, ob ich in ein Flugzeug steige, oder nicht, die meisten Unfälle passieren eh im Haushalt.

Andererseits trompeten wir fröhlich in die Welt hinaus, jeder sei seines Glückes Schmied. Das passt aber auch nur deshalb so gut zusammen, weil wir heutzutage gebildete und aufgeklärte Menschen sind. Sonst hätten wir unserer Fähigkeit, logisch zu denken, selbst gespottet und müssten uns nicht wundern, wenn da einer käme, der uns ganz mühelos veralbern kann.

Und genau so ist es mit den folgerichtigen Irrtümern, denen wir so gerne erliegen, da wir in jedem Augenblick unseres Lebens annehmen, der Weg mit den wenigsten Hindernissen sei auch der leichteste, der gangbarste und sonst noch ein paar Allgemeinplätze. Wir vermeiden den Konflikt mit der Obrigkeit und gehen, wenn „man uns braucht“ – um nur ein Beispiel zu nennen – zur Armee …

Das ist momentan der Weg mit den geringsten Hindernissen, denn jeder andere Weg endet – in Krisenzeiten – mit der Erschießung. Ebenso zahlen wir bedenkenlos Steuern an ALLE die uns regieren, ohne sie vorher (die Regierenden) geprüft zu haben. Wir besteigen also jede fliegende Klapperkiste, weil die meisten Unfälle im Haushalt passieren und nennen das „Arrangement“.

Natürlich muss sich nicht gleich jedermann einbilden, er wüsste ebenso gut über Politik Bescheid wie ein Flugkapitän, aber dann sollten wir auch nicht von Demokratie sprechen, wenn wir andernfalls erschossen werden, obwohl wir später genauso umkommen … ohne uns vorher die Gelegenheit gegeben zu haben, darüber nachzudenken, auf welche Weise es „angenehmer“, nein vielleicht nur undramatischer gewesen wäre, das Umkommen.

Den logisch begründbaren Irrtümern steht aber jederzeit die logisch nicht begründbare Gewissheit gegenüber … als da ist: Was habe ich für ein Gefühl, wenn ich in einen Krieg gerufen werde, der womöglich gegen die eigenen Bürger geführt werden soll? Sind dann Gefühle logischer als alle Begründungen vonseiten der Obrigkeit und warum? Habe ich mir die Obrigkeit angesehen und sie logisch beurteilt, oder habe ich einfach Irrtümer übernommen?

Da heißt es also: „Vorsicht im Umgang mit Irrtümern und der damit verbundenen Logik!“ Und: „Wie ist es eigentlich um mich selbst bestellt?“ Sind Verbindungspunkte zwischen beidem möglich, oder wiedersetzt sich das eine so stark dem anderen, daß einem bei der betrachtenden Analyse, oder auch schon nur bei der Betrachtung selbst, schlecht werden könnte? Vermeiden wir doch bitte die größten Schwierigkeiten!

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Kommentare

19. Jun 2017

Deshalb tut Krause im Haushalt nix!
Faulheit schützt vor Unfall fix ...

LG Axel

19. Jun 2017

die Krause ist schon ein Genie -
was ihr schadet macht sie nie...

LG Alf

01. Jul 2017

Man ist doch ganz schön aus dem Schneider,
befolgt man nur Befehle. Leider.

01. Jul 2017

das ist toll, das macht Macht -
und dafür wird man ausgelacht...

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