Was mach ich denn bloß?

von Alf Glocker
Mitglied

Was ist eigentlich, wenn ich ein Problem habe? Oder, wenn ich zum Beispiel einfach keine Vorstellungskraft besitze und keine Lösungen für mein eignes Leben finde? Was ist, wenn auch ich mich gerne durchsetzen würde, und/oder Teil einer großen Welt sein möchte, von der alle, oder zumindest sehr viele denken, daß man in ihr weiß, wo’s langgeht? Was mache ich denn, wenn ich mich einmal tüchtig ausleben und mich mal so richtig bestätigen möchte? Ich würde das doch schließlich alles nur tun, um mich auch einmal als rechtschaffen zu erweisen …

Ja, habe denn ICH kein Recht dazu? Da sind diese 3 x vermaledeiten Begabten und Hochbegabten, die Erfinder, die Super-Künstler, die Schriftsteller und die Philosophen … und ich habe womöglich studiert, bringe aber leider überhaupt nichts von Belang zuwege – was soll ich denn dann tun? Klein beigeben? Oder finde ich für mich einen Weg, denen eins auszuwischen, die von Geburt an, mir gegenüber, im Vorteil sind? Eben – !!! Niemand ist mir von Geburt an im Vorteil, denn alle Menschen sind gleich! Die Würde des Menschen ist für alle gleich, aber wie soll ich das sagen?

Auch wenn diejenigen, die ich meine, manchmal gar nicht eingebildet sind, sind sie es für mich doch! Sie reden von Dingen, die ich nicht kapiere, sie finden Lösungen, die ungewöhnlich und dazu noch ungewöhnlich logisch sind. Das ist gemein! Das ist ausgesprochen heimtückisch. Da bin ich doch jederzeit berechtigt, auch diverse Tricks anzuwenden, die mich sofort in den Vordergund spielen, ins rechte Licht rücken. Schließlich tun alle nur alles, um selber Sieger zu sein – worum geht es denn sonst auf diesem Planeten?! Ich täusche mich doch nicht, wenn ich leben will.

Leben ist grundsätzlich gut! Ob es nun gewöhnlich, oder ungewöhnlich ERSCHEINT. Man kann alles ändern, wenn man nur will! Das ist kein Verbrechen. Nein! Das ist gut … Denn „ungewöhnlich“ bedeutet nicht gleichzeitig, daß der „Gewöhnliche“, der Durchschnittsbürger (mit, oder ohne Titel) einfach keine Ahnung hat … was zum Glück so viel heißt, wie „er ist auf meiner Seite, wenn ich das Ungewöhnliche angreife." Schließlich möchte ich, neben allen meinen sonstigen Vorstellungen und Wünschen, ja auch noch ein „guter Mensch“ sein – einer also, der sich mit anderen einig ist!

„Wir“ sind uns doch darüber einig, wer was sagen darf und was gut oder schlecht, respektive böse ist, nichtwahr?! „Wir“ sind deshalb in der Überzahl, weil die IQ-Pyramide sich nach oben zuspitzt … wie ja nach unten auch. Wer weit unten steht, der muss sich vorsehen und einer starken Gemeinschaft angehören, wenn er nicht unter die Räder (meist des Durchschnitts) kommen will! Und der Durchschnitt selbst kann sich, durch intensive Studien des bereits Bekannten oder Akzeptierten, weit nach oben arbeiten – wo er dann „natürlich“ seine Position auch behaupten muss …

Das ist doch verständlich. Jeder muss sehen wo er bleibt und keiner will dabei das Gesicht verlieren. Demzufolge bleibt dem aufrechten Duckmäuser nichts anderes übrig, als sich an anerkannte, Betonung auf „Anerkannte“, Regeln zu halten … und zwar woher sie auch kommen. Das Anerkannte ist gut! Festzustellen ist das durch die Masse derer, die gewillt sind Anerkanntes anzuwenden, die Regeln zu befolgen, denen alle folgen. Das erspart einiges, es macht frei, und die eventuellen Schuldigen sind im System bereits inbegriffen … Widerspruch ist zwecklos!

Wozu sich beschränken, auf eine freie Suche nach der Wahrheit, die ohnehin nichts wert ist, weil sie ja von jedem angezweifelt werden darf, solange sie nicht anerkannt ist! Da begibt man sich doch sehr viel lieber auf sicheres Terrain, mag es auch noch so mörderisch sein … solange man nicht selbst davon betroffen ist … Der Weg ist klar: Ich kann meine Probleme alleine nicht lösen, weil mir einfach die geistigen oder die finanziellen Mittel oder die Anhänger fehlen – was mache ich dann? Ja, was mache ich denn dann?? Ganz einfach: Dann beginne ich zu glauben!

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Kommentare

20. Nov 2018

Ja - das Anerkannte hat sich bewährt!
(Weshalb man stets im Kreise fährt ...)

LG Axel

22. Nov 2018

Doch, doch, Alf, du täuschst dich, wenn du leben willst. Sieh es endlich mal ein.

Wehe dir.
Uwe