Die Verherrlichung des Primitiven

Bild von Alf Glocker
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Die Welt ist ganz betrunken von der Primitivität. In ihr vermutet sie die Lösung aller Fragen, die keineswegs in irgendwelchen Büchern steht. So will sie halt die Primitivität ertragen. Wer nicht guten Willens ist, dem soll der Erdkreis gleich gehören, weil Bestien auf eine Lösung schwören, die Menschen das Genick schnell bricht. Das nennt man jetzt „Prinzip Hoffnung“ – ein Gedicht!

Wer viel zu kurz denkt, der bekommt die Preise, die überall als purer Hohn verliehen werden. Im Hintergrund, da meldet sich das Gewissen leise, denn wer was auf sich hält, der folgt den Herden. Ihr Trieb ist nicht ganz richtig, wenn man mal betrachtet, daß es jetzt den Menschen geben sollte, der weder grausam überfrachtet werden, noch Primitives denken wollte …

wär er nicht an die schnöde Welt gebunden, die ihn nur plagt, wie ein Stück Sch… Hat man denn nicht schon längst gefunden: den Plan für eine gute Reise?! War nicht entdeckt, wie es am schnellsten vorwärtsgeht? Und warum rät man sich nun davon ab? Wenn man die Zeiten rückwärts dreht, dann kommt man unversehens ins Grab – und niemand wird dann um uns trauern!

Erschreckt vor diesen dummen Bauern, in deren Adern nur das Blut von Tieren fließt. Warum wollt ihr euch mit dem Mob verbrüdern? Wer solcherart noch Öl ins Feuer gießt und sich anschickt, sich dem Blöden anzubiedern, der ist ganz leer in seinem Innern! Er hätt‘s verdient, daß ihn die wilden Teufel holen, doch meist ist noch das Glück mit solchen Spinnern.

Sie schöpfen ungeniert stets aus dem Vollen, wobei sie sich voll Listen arrangieren, Verrat und Lüge noch betreiben – doch was sie letztlich wirklich wollen, das lässt sich halt nur so beschreiben: Sie verbreiten einzig die Not, sie hassen alles Gute voller Inbrunst – ihr höchstes Ideal ist noch der Tod und sie verleihen nur dem Pöbel ihre Gunst!

So sollen jene immer spenden, die ganz besonnen ihre Tage leben, damit der Abschaum glänzt in einer Herrlichkeit und reine Herzen in der Mühsal enden – das ist der tief‘re Sinn der neuen Zeit! Wer sich was vorstellt und noch im Kreieren ganz groß ist, der soll sterben. Er soll sein Hab und Gut verlieren, damit die Mörder ihn beerben, die ihn zu Lebzeit leidlich hassten!

Der reife Mensch trägt alle Lasten, der Primitive sackt die Löhne ein und wird dann, eines Tags, der Weltbeherrscher sein. Der Herrscher über eine Welt aus krummen Touren, wo nichts vorangeht, außer der Gewalt, die sich an ihrem Dasein hoch erfreut. Doch, wenn dann überall die Opfer schreien, wird sich wohl auch der Geist dem Unfug weihen.

Es wird nichts möglich sein, von allem, was der Mensch sich je erdachte! Denn siegen soll wohl nur das schlecht Gemachte, das dafür taugt, die Psyche zu erdrücken. Und wer nach dem Gewissen fragt, der soll ins Knie sich f… ?? So hat es der Kreis der Mächtigen doch grad gewollt! Steht endlich auf, die ihr den Schweinen Achtung zollt!

Das Primitive ist die Lösung nicht! Auch wenn mit ihm sich jemand gold’ne Nasen schnell verdient. Wer immer fordert: „löscht das Licht“, der wird kein Glück erfahren. Das Primitive kommt in hellen Scharen – es möchte aber nur das Glück zerstören … und wenn wir noch so auf uns schwören … wir werden uns nicht retten können! Es ist die Zeit, uns zu erkennen!

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Intellektuell – primitiv

Von allen Seiten, oder nein, doch besser von einer
betrachtet, ist es, sagen wir mal ganz vorsichtig,
interessant für einen Intellektuellen, oder jemanden,
der sich dafür halten mag, das Primitive zu fördern.

Man überhöht sich dabei selbst ein wenig und sticht,
oder glaubt wenigstens herauszustechen, aus
einem Umfeld, das man gewagt hat zu loben,
wider das eigene Wissen, das man haben sollte.

Aber Wissen ist eben nicht gleich Wissen, sondern
in ganz prekären, aber sehr oft vorkommenden
Fällen, sogar für denjenigen gefährlich, der es
irrtümlich anwendet, um vor aller Augen zu glänzen.

Man erglänzt im Widerschein des Primitiven, der
anerkannten Quelle aller urtümlichen Weisheit,
derer man habhaft werden konnte, damit man
wenigstens irgendwas vorweisen kann, ohne Geist.

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Kommentare

21. Jun 2017

Interessante Aufteilung, das sich Reimende als Fließtext, das sich nicht Reimende dennoch in Versform anzuordnen. Du sprengst eben ALLE Normen ... ;o)))