Feuer im Casa Ciro - was it arson?

von Laura von Meyer
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Ich weiss nicht, ob Sie sie kennen, aber es gibt doch diese Typen, bei denen man nicht sicher ist, soll man ihnen dankbar sein, oder muss man sie von ganzer Seele verabscheuen.
Dieser hier, von dem ich spreche, heisst Mike Anderson.
Er ist siebzig, wohnt mit seiner Frau in einem viktorianischen
Reihenhaus in einem kleinen suedenglischen Seebad.
Es gibt in unserer Strasse nur unsere 14 Reihenhaeuser und den
Aermelkanal, was eine Kombination von schier unglaublicher
Schoenheit ist.
Auf unseren Haeusern nisten die Seemoeven, und verteidigen
ihre Brut mit heftigen Attacken, wenn wir unsere nach hinten
gelegenen Dachterrassen ueber den Anbauten zum Waescheaufhaengen nutzen wollen.
Gott sei Dank brueten sie nicht das ganze Jahr.
Nachts raeumen sie die Muelleimer auf der Promenade leer,
auf der viel zu erfolgreichen Suche nach fish and chips.
Die Rasenflaechen vor unserer Haeuserzeile sind morgens uebersaet mit Verpackungsmaterial aller Art, um 6.30 kommt der
Adur and Worthing Council Raeumdienst und pickt mit langem Greiferarm die Abfaelle in die schwarzen Tueten zurueck.

Nebenan rottet die alte Aquarena vor sich hin , das Schwimmbad soll abgerissen werden und einem 24 Stock hohem Wohnturm weichen. Das neue Schwimmbad, Splashpoint rottet bereits daneben, beides architektonische Missgeburten irregeleiteter Mainstream-Architektur.
(Charles hat ja so recht)
Lokalpolitische Machtkaempfe und Pokerspiele haben den Verkauf des alten Schwimmbadgelaendes an eine Grundstuecksgesellschaft zugelassen, die nach unzaehligen Scheingefechten gegen die Anrainer ihr 24 geschossiges Riesengebaeude an unserem kleinen viktorianischen Strand mit den unbequemen pebbles, seinen chinesisch anmutenden viktorianischen Promenadenhaeuschen setzen werden.
Wenn sie das gemacht haben, ist der Blick auf den schoensten Pier der englischen Suedkueste Geschichte.
Das genau ist das Einsatzgebiet von Mike, der uns anderen
Reihenhausbewohnern mit stetigen emails ueber den Fortschritt der communalen Katastrophen auf dem Laufenden haelt.
Er hat sich in alle Gesetzesvorlagen und Guidelines dieser Insel vertieft, die er zu diesem Thema nur finden konnte, besucht
jedes oeffentliche Hearing, interveniert wo immer er kann und hat seinen schmiedeeisernen Balkon mit einem von seiner Frau
selbstgenaehten SOS Coastline Poster behaengt, (graesslicher Anblick)

Die Deals sind alle lange gelaufen, die Gemeinde bekommt fuer ihr housing project angeblich die noetige Prozentzahl kommunaler Wohnungen fuer die mother-of-21, die ihr 22. Kind
erwartet. White Dee wird nebenan wohnen, wir koennen die Merton Road ja in Benefit Road umtaufen.
Alle sind gluecklich, bis auf Mike Anderson, der sich nicht damit abfinden kann, das die Erde keine Scheibe ist.

Um den nachbarschaftlichen Zusammenhalt zu foerdern, hat er uns alle zu einem Geburtstagumtrunk und Essen zu Antonio eingeladen.
Antonio betreibt seit 24 Jahren, solange ist er mit Gwendolyn, seiner englischen Frau verheiratet, in unserem Ruecken sozusagen, an der Brighton Road, seine kleines italienisches Lokal ‚Antonio’s’
Als ich hierher zog, habe ich mich gefragt, von was der eigentlch
lebt, weil das Lokal ueber Monate nie geoeffnet schien.
Es sah immer gleich aus, wenn man durch die Fenster schaute,
rotweisse Decken auf den Tischen, und Strohblumen,
und abgebrannte Kerzen.
Die Speisekarte, mit Tesa von innen gegen die Scheibe geklebt, war lange ausgeblichen, nur sehr ungefaehr konnte man ‚penne a l’arrabiata’ erraten.
Wir Nachbarn bekamen ein halbes Jahr im voraus eine Einladung eingeworfen, dass wir am 7. Dezember uns bei Antonio’s einfinden sollten, Geschenke verboten, zur Pflege unserer nachbarschaftlichen Beziehungen.

Ich hatte ein halbes Jahr Zeit, darueber nachzudenken, ob ich dieser Einladung nachkommen konnte oder nicht.
Es ging nicht um den Termin an sich, der war nicht besetzt, weil
ich an dem Tag gerade in Auckland eine Vorlesung ueber „neue
Therapieoptionen der geographischen Atrophie bei genetisch assoziierten Makuladegenerationen „ halten sollte.
Es ging darum, ob sich etwas seit meiner fruehen Kindheit - in der mir Einladungen zu Kindergeburtstagen einschliesslich meines eigenen, Bauchschmerzen,, Kopfschmerzen, Durchfall und Erbrechen verursacht haben, - etwas geaendert hatte.
Mit zwoelf hatte ich es geschafft, meine Mutter davon zu ueberzeugen, keine weiteren Feiern auszurichten, was natuerlich auch zur Folge hatte, dass ich nicht mehr eingeladen wurde.
Wenn unsere Laienspielgruppe zur `Premierenfeier’ ‚ aufbrach, dann ohne die Hauptdarstellerin, Abiturfeier ohne mich,
keine Examensfeiern, und so weiter.

Es ging nicht um diese belanglose Veranstaltung, es ging um die
Frage, ob sich in den letzten sechzig Jahren, irgendetwas an meiner Denk- und Reaktionsweise geaendert hatte.
Und wenn ja, was. Die erste Reaktion auf das Blatt Papier mit der Einladung war, ach, halbes Jahr noch bis dahin, kann
ja einen Hamburgurlaub fuer die Zeit planen....

Zwei Wochen vor dem Termin kam der email –reminder von Mike . Fluechten kam nicht infrage, das war der Fortschritt,
aber wie standhalten?

In unserem Haus haben wir 3 Wohnungen,
Unten wohnt Peter und sein Enkel Benjamin
Ich wohne im ersten Stock und Ronny hat die Anbauwohnung
nach hinten gekauft, um sie an Feriengaeste zu vermieten.
Meine erste Begegnung mit Peter ereignete sich zu meinem Einzug, Ich kam mit dem Kleintransporter „a man with a van who can’
Und er strich das Untergeschoss des Hauses zitronengelb und lief mit grimmigen Gesicht und Farbeimern im Weg herum.
Die beiden men in the van, machten ein paar Scherze mit ihm, die ihn auch nicht freundlicher stimmten und ich stellte mich
hoeflich vor, und entschuldigte mich fuer die Ungelegenheiten, die der Einzug, koinzidierend mit dem Anstreichen des Hauses
verursachen wuerden.
Er sah mich an, als ob ich nicht ganz dicht waere und pinselte weiter.
Er hiess seitdem Grumpy und alles, was er sonst noch so an Lebenszeichen aeusserte, fiel in die gleiche Schublade.
Als die letzte Kiste oben war, kam er in den Flur und wies mich darauf hin, dass die Flurbeleuchtung auf das Hauskonto ging und von allen zu zahlen waere. Ich moechte darauf achten, den Teil der Beleuchtung, der den Treppenaufgang in den ersten Stock beleuchtete, oben wieder auszuschalten.
Ich versprach es ihm leichtfertig.
In einer der ersten Naechte in der neuen Wohnung klingelte es
frueh um vier Sturm.
Es war noch dunkel. Ich hob den Hoerer der Gegensprechanlage, aber musste feststellen, kein Bild, kein Ton
mein Vorgaenger in der Wohnung hatte mir versprochen, sie zu
reparieren, aber sein Versprechen nicht gehalten.
Es klingelte immer wieder.
Ich bekam Angst. Wer on earth sollte morgens frueh um 4 etwas
von mir wollen, wenn nicht etwas schreckliches?
Am Morgen klopfte ich bei Peter und fragte ihn, ob er bei mir vielleicht geklingelt habe. Er bedachte mich wieder mit seinem die ist nicht von meinem Planeten Blick bevor er verneinte,
Ich sagte ihm die Gegensprech-

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