Blumige Betrachtungen

von Alf Glocker
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Bezaubernd ist die Macht des Bösen! Ich steh am Blumengrab und lache mir einen Mistelzweig, ohne goldene Sichel oder einen Druidentanz. Ein Mädchen steht dabei und kratzt sich an einer bestimmten Rockstelle. In den Affenbrotbäumen leuchtet die auf- und untergehende Sonne, wie auf einem Banner, zur Erdennacht. Das Flaggenmeer ist unwiderstehlich. Die Parlamente sind Brutstätten für die Mitglieder der Bremer Stadtmusikanten – besonders der Untermann hat einen unglaublich dicken Beutel!

Das Kapital der Erde grunzt in ebenfalls dicken Beuteln, es eiert sich aus den Sümpfen der Zwietracht – „Zu dritt verboten“ steht auf den Warnschildern, vor den Schutthalden ehemaliger Zivilisationen … und ein dunkler Gott führt seinen fröhlichen Todestanz nicht nur im Freien auf. Ungnade vor Sex ergehen zu lassen ist das Privileg der höheren Bildungsschichten, wo Frauen das frommt, was ihnen andere absprechen, die noch ganz genau, nein, noch viel genauer, wissen, worauf es nicht ankommt, weil es anscheinend auf GARNICHTS ankommt!

Tragen wir unsere Seelen in die Bunker der Verwesung. Niemand wird um uns trauern, weil die Überbleibsel einer blühenden Erde nicht in die Gräber finden, wo sie eigentlich hingehören, sondern sich riesige Tempel bauen, damit sie dort dem Grölen unsachgemäßer Textaufgabenverkünder ausgeliefert sind, jetzt und bis in alle Ewigkeit. Viele Blöde auf einem Haufen ergeben noch keinen Klugen – auch nicht an Wahltagen, wo die Superklugen das Heft nicht aus der Hand geben, um ihrer Bestimmung gerecht zu werden: die Welt zu vernichten …

Das ist ganz leicht! Fast wie eine Feder schwebt sie vom Himmel herab, besungen von zahllosen Jungfrauen, die auch nach mehrmaligen „Gebrauch“ wieder keusch zu Jungfrauen werden und sich zu erfreuen haben, an stinkenden Böcken, die jedoch, in ihrem armseligen Leben, mal jemanden umgelegt haben. Und über so was geht die Sonne auf … es ist nicht zu fassen! Ist sie, die Sonne, denn eine Hure, die sich an jeden Dreckspatz verkauft, weil es ein dubioser Oberprediger so will?

Die Medizin wird sehr viel Mühe haben, aus solch perversen Anlagen einen Menschen zu machen, der noch für Weltraumexpeditionen geeignet ist. Schweine im Weltall? Schweine, so weit das Auge reicht. Und wenn das Auge nicht mehr hinreicht, dann ist es der gesunde Menschenverstand, der sie erfasst, wo sie ihr Unwesen treiben. Also ausrotten! Wen – die Schweine? Natürlich nicht!! Das ist unmenschlich!!! Den gesunden Menschenverstand gilt es auszurotten, dann ist die Welt auch nach morgens um 7 noch in Ordnung!

Eventualsignaturen umkreisen persönlichkeitslose Elefantenhaine, wo sich die größten Wildsäue am Erdenhonig delektieren, laut singend: „Nahahahahach mihiehiehier diehihi Sintfluhuhut!“ Schön wie Gregorianische Chöre, aber von Krokodilen gesungen, deren Tränen das Land bewässern, wie die Mutter aller Wüsteneien, in denen und aus denen die Kamele täglich hundert Mal kommen. Das beugt der Ausrottung des Unwägbaren vor!

Tatterkreise und Kreisquadrate sind leicht berechenbar … man nehme die körperliche, geistige und seelische Hässlichkeit einer Diktatorin und multipliziere sie mit dem Wahnsinn der Gutgläubigen, dann kommt heraus: die Überschwemmung der Erde mit dem Salz des Nichtseins, das sich wiederum aus den überzähligen Existenzen derer ergibt, die nicht maßhalten können. Niemand ist illegal! Auch der Neuntöter nicht und nicht die Giftschlangenkinder, aus dem Hause „Ichbeugemeinhauptvordir“, du absurdes Idiotikum niederer Geister. Aphrodite wird jetzt neuerdings mit scharfem „Doppel-F“ geschrieben. Ein ganzer Kontinent liegt ihr zu Füßen …

Aber leider nicht nur einer! Die heilige Versammlung der Kontinente reißt sich die Ländereien unter dem Arsch weg, damit Ärsche ernährt werden können, die die Produktion lächerlicher Faulgase aus den Wackelhirnen fördern. „Auff zumm läätztän Gäfächt!“ singen die Unterhosen der Obermotze, womit sie die Kartoffelbauern antreiben wollen, die immer noch begriffen haben, daß es nichts ausmacht, wenn 2 Vollidioten an einer Luftblase saugen. Es ist noch Suppe da …

Die Kreischsäle sind überfüllt, die Fleischwaren der Lebensfavoriten türmen sich in den fruchtbaren Zonen der Erde und warten auf ihre Müllverbrennung. Sie zündeln gerne, untergraben gerne alles mit den Gräben der Tritracht, der Niedertracht und der Eintracht der Mordgesellen, die immer einen Zweiten oder Dritten finden, die in einem Geiste vereint mitschlagen. Da wird der Hund in der Pfanne verrückt, da freuen sich die Ratten am Weihnachtsmarkt, da boxt der Papst auch ohne Kettenhemd – und die Kühe fliegen weltweit ihrer Bestimmung entgegen.

Öffnen wir Herzen und Arme, denn an Armen hat die Welt niemals genug. Es kommen immer noch Unmengen hinzu. Ihr Jubel ist mittlerweile ohrenbetäubend geworden … aber die Tauben ziehen sich zurück. An ihre Stelle treten die Raben, nicht die Krähen, nicht die Elstern, nein, die Raben. Sie sitzen schon auf den Galgenbäumen, den Judenbuchen, sowie den Hohen Dächern der Parlamente. Dort drehen sie Stricke, schärfen Beile und lachen sich im Voraus Äste von Affenbrotbäumen. Dann pilgern sie an die Blumengräber …

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