Blaumelierter Zwischenton

Bild von Mick Haesty
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Mein Freund, mach die Augen auf, wir sind da, flüsterte Cooper.
Siehst du die hellen Stellen am schwarzgefärbten Himmel?
Ein blaumelierter Zwischenton, nicht wahr?
Damian hatte die Augen noch in der Ohnmacht liegen.
Er lag so kraftvoll in seinen Armen, dass ihn die Situation
durch einen Erinnerungsstrang beruhigte, denn die Bedrohung des Abschieds,
schien Damian keine Angst zu machen. Cooper lächelte
und strich ihm über seine weichende Mimik.
Damian machte die Augen ein letztes Mal auf, um sich die Stelle zu merken,
an der man sich hätte verlieren können. Dieser blaumelierte Zwischenton
war echt faszinierend.
Er zitterte und er starrte in die Unendlichkeit. Schließlich, als er sich endlich
in die letzte Erinnerung werfen konnte, schmiss er mit entschlossenem Ton,
seine letzten Worte in die schwindende Wirklichkeit: Dahin gehe ich, da sind Engel.
Da warten sie auf mich.
Ja genau, flüsterte sein Freund. Da sind Engel.
Die ersten Tropfen fielen und Damian sackte in sich zusammen.
Cooper hielt ihn fest in seinen Armen. Eine Träne lief ihm übers Gesicht,
wie eine feige Schabe über den Tisch der Einsamkeit. Und dann fing an zu regnen,
als würde der Himmel um ihn weinen. Das Leuchten in der Ferne hatte was Magisches.
Und plötzlich schien sich die Bedrohung, die noch vor einem kurzen Augenblick
in den Verstand vorgeprescht war, aufzulösen.

Schreibaufgabe Das Autoren-Hilfeforum
© by Mick Haesty L'Artyrik CH/D 28/04/2020 – 29/04/2020

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© by Mick Haesty L'Artyrik CH/D 28/04/2020 – 29/04/2020
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