Klassisch ✓ Geschichten, Abhandlungen oder Erzählungen zum Thema

empfohlene
von Johann Wolfgang von Goethe
von Marie von Ebner-Eschenbach
von Franz Kafka
neue
von René Oberholzer
von René Oberholzer
von Viktor Iversen
die schönsten
von Sigrid Hartmann
von Sigrid Hartmann
Mitglied

Stille erfüllt den Raum. Das gleichmäßige Ticken der Wanduhr schafft es nicht, sie zu durchbrechen. Es ist ein Teil dieser Stille. Ab und zu gleitet das Geräusch eines vorbeifahrenden Autos hindurch. Dann ist da wieder nur das Ticken, tick, tack…

von Annelie Kelch
Mitglied

Es war nach wie vor Sommer, ein sehr milder Spätsommer, und doch befanden wir uns bereits im Herbst, genauer gesagt, im „Deutschen Herbst“, als wir nach Ostberlin aufbrachen. „Deutscher Herbst“ deshalb, weil jene Zeit geprägt war von den…

von Annelie Kelch
Mitglied

Mein Gott, war das damals ein heißer Spätsommer … und so verdammt aufregend; ich ahnte zwar, dass irgendetwas geschehen würde, kein Wunderrrrr, wie die Leander es in den letzten Kriegsjahren noch heraufbeschwören wollte (die Schlacht verloren zu…

von Monika Laakes
Mitglied

Vielleicht ist doch noch etwas von dir hier. Gewiss, die Erinnerung an eine kleine große Frau. Das letzte Treffen dort, am Eckcafe, mit Blick auf das Wasser, und immer die Hunde dabei, unsere Kameraden, dir und mir unendlich ans Herz gewachsen.…

von Jürgen Skupniewski-Fernandez
Mitglied

Vor Tausenden von Jahren lebte ein Weiser, der Himmel gab ihm ein reines Gemüt und dieser sah, was auf Erden geschah und was die Zukunft versiegelte. So waren es derer auch nicht wenige, welche voller Neid und Missgunst waren. Sie ertrugen es…

von Annelie Kelch
Mitglied

Manchmal stelle ich mich vor die große Glasscheibe des Balzac Coffees im Hauptbahnhof und starre auf die Öffnung, die zu den Gleisen führt.
Dann springt mich die Sehnsucht an wie ein Sandwich, das mit Karacho aus einem Toaster schnellt, und…

von Willi Grigor
Mitglied

Ein ehemaliger Schulfreund von der Realschule Wersten für Jungen in Düsseldorf, Hans-Hellmut Esser, rief mich vor gar nicht so langer Zeit an.
Ich war sehr überrascht. Wir sind nach der Schule verschiedene Wege gegangen und unser Kontakt…

von Willi Grigor
Mitglied

Ohne das Gehirn läuft wohl nicht viel im menschlichen Körper. Es ist irgendwie überall mit dabei. Aber ist das auch immer gut?
"Das Gehirn ist das Organ, das uns zum Menschen macht, uns unsere Identität gibt. Es ist somit unser wichtigstes…

von Michael Dahm
Mitglied

Etwa eine Woche vor dem Heiligen Abend war er plötzlich da, ganz selbstverständlich, als wäre ihm alles in Fleisch und Blut übergegangen, klappte er seinen Angelstuhl auseinander, holte eine alte aufgeschnittene Bierbüchse aus dem speckigen…

von Magnus Gosdek
Mitglied

Von ihrem Fensterplatz aus konnte Thalia die Passanten auf der 42. Straße wunderbar beobachten. Ein endloser Strom Männer und Frauen der unterschiedlichsten Hautfarbe und Generationen zog an dem Café vorbei. Es schien, als hätten sich sämtliche…

von Monika Laakes
Mitglied

Mein Hund. Verschwunden im ausgedehnten Weizenfeld. Nur ab und zu ragt die Rute weit hinten als etwas Gelbes, Bewegliches heraus. Dann ein eleganter Sprung. Und weiter die Hatz, zitternde Halme, hier und da unverhofft das Auftauchen der…

von Magnus Gosdek
Mitglied

Gegen Mittag wurde es so heiß, dass es unter dem Dach der Laube kaum noch auszuhalten war. Denn setzte sich Karl nach hinten in die Schaukel, welche vom angrenzenden Wald bereits beschattet wurde. Hier war es kühler, doch ebenso still wie vorn im…

von Sieghild Krieter
Mitglied

Es ist so still
kein Atem weht
nur draußen sich
ein Ast bewegt

Der Efeuzweig im
Laubbett weilt
nur ab und an
ein Blatt noch eilt

Der Nebel zieht
durch die Natur
der Frost ist da

von Willi Grigor
Mitglied

Wie ein Vorlesungsstreik mir einen schönen, abwechslungsreichen - und gut bezahlten - Sommer bescherte

Von Krottenmühl nach Rosenheim,
spätnachmittags retour.
Es war ein halbes Jahr zwar nur,
doch schön ist das Gefühl:

von Magnus Gosdek
Mitglied

Abends gingen wir zum Fluss hinunter. Die Spaziergänger waren verschwunden und wir hatten ihn für uns alleine. Der magentafarbige Flokati des Sonnenunterganges war bereits in den Fluten versunken. Es machte uns nichts aus. Benny besaß eine…

von Willi Grigor
Mitglied

Ein "Drama", das sich im ganzen Land - in verschiedenen Varianten - tausendfach jedes Jahr zur gegebenen Zeit wiederholt.

1. Akt
Ein älteres Ehepaar fährt mit mäßigem Tempo auf einer wenig befahrenen Landstraße. Es ist früher…

von Susanna Ka
Mitglied

Ich hatte den Halt verloren.
Wie ein Stein sauste ich in die Tiefe.
Die Sterne sprangen erschrocken zur Seite und hüllten mich in einen silbernen Funkenregen. Der Mond wandte sich ab, so dass es aussah, als fehle ihm ein Stück.

von Annelie Kelch
Mitglied

Die Hündin mit dem Welpen, beide aus Sand, so gelungen, als wollten sich beide sogleich erheben und fröhlich davonspringen, derweil sich ihr Meister und Herrchen eine Tasse Kaffee vom Shop gegenüber gönnt (s. bitte Foto am Ende der Tagebuchseiten…

von Franz Kafka
Bibliothek

Ich hörte die Wagen an dem Gartengitter vorüberfahren, manchmal sah ich sie auch durch die schwach bewegten Lücken im Laub. Wie krachte in dem heißen Sommer das Holz in ihren Speichen und Deichseln! Arbeiter kamen von den Feldern und lachten, daß…

von Magnus Gosdek
Mitglied

In unserer Stadt blieb nichts lange ein Geheimnis. Dafür war sie zu klein. Hier kannte man einander und nichts bereitete den Einwohnern so viel Vergnügen, wie die Befriedigung der menschlichen Neugier. Auch Nick hätte das wissen müssen und…

von Annelie Kelch
Mitglied

Was wären wir ohne unsere Erinnerungen? –
Ich will es Ihnen sagen: Wir wären uns selber fremd. Zwar nicht im Spiegel, aber in unseren Herzen. Bereits die letzte gelebte Minute ist nichts anderes als Erinnerung.

Vielen Menschen wird…

von Monika Jarju
Mitglied

Ich gehe durch helle Straßen, überquere verschneite Plätze, hinterlasse weiße Abdrücke. Schnee knirscht, mein Atem gefriert. Wolken wattieren den Himmel. Vor mir der See unsichtbar verborgen, still und trügerisch, trägt eine Eishaut. Pulverschnee…

von Annelie Kelch
Mitglied

„Würdest du bitte mein Taschengeld erhöhen, Li?“, fragt Zäg, der älteste meiner fünf Tibeter, der zurück aus Myanmar ist, nachdem San Suu Kyi ihn des Landes verwiesen hat, weil er lästig wurde.
Bereits seit Tagen fällt mir auf, dass ihn…

von Annelie Kelch
Mitglied

Die Kinder saßen bereits im Wagen und unser Gepäck war endlich verstaut. Ich weiß wirklich nicht mehr, wie das winzige Dorf hieß, wohin wir aufbrechen wollten, in Erinnerung blieb mir ein Sound wie „Munderloh“. Durchaus unheimlich, durchaus…

von Johann Wolfgang von Goethe
Bibliothek

Novelle, Kapitel 1

Ein dichter Herbstnebel verhüllte noch in der Frühe die weiten Räume des fürstlichen Schloßhofes, als man schon mehr oder weniger durch den sich lichtenden Schleier die ganze Jägerei zu Pferde und zu Fuß durcheinander…

von * noé *
Mitglied

Wenn hinter seiner Stirn ein anderes Leben wirksam wird, als das nach außen gelebte ...

Wenn nach außen alles noch so zu sein scheint wie gewohnt ... aber der „Guten Morgen“ analysiert, dass „sie“ heute Nacht mehr geschnarcht hat als…

von Magnus Gosdek
Mitglied

Es ist dunkel um mich herum, dass ich den Raum nur riechen kann. Die abgestandene Luft nimmt mir den Atem. Sie riecht nach weißer, frisch getünchter Wand und ihr dicker Geruch dringt in mich ein wie eine knubbelige Wolldecke.
Ich fühle…

von Susanna Ka
Mitglied

Eine Tasse Kaffee, eine einzige noch. Und wenn ich sie stehlen muss.
Gerade habe ich mein Frühstück beendet, die erste Mahlzeit nach der Operation gestern Mittag. Es war spartanisch. Ein glutenfreies Brötchen, zwei Milligramm Margarine, ein…

von Willi Grigor
Mitglied

Eine Huldigung an ein liebenswertes Städtchen - sowie einen nicht minder liebenswerten Onkel dort, der auf gutem Wege ist, hundertjährig zu werden.

Vorbemerkung
Vor ca. 70 Jahren, in den 1950er Jahren - ich wohnte bereits in…

von Susanna Ka
Mitglied

Er kommt – er kommt – und sei es auch nur für ein paar Stunden.
Vor Freude tanze ich durch das Wohnzimmer.
Erinnerungen stürmen auf mich ein … damals … damals, als die Welt noch in Ordnung war.
Dann hält der alte Camaro vor…

von Willi Grigor
Mitglied

Jeder Mensch beginnt bei seiner Geburt eine Lebensreise, die, wie ich meine, mit dem Tod nicht aufhört. Wir alle befinden uns, zusammen mit unseren Vor- und Nachfahren, eigentlich mehr oder weniger ständig auf einer Generationenreise durch die…

von Michael Dahm
Mitglied

Wo sind die Jahre geblieben, als wir klein , hager und braungebrannt die winzige Badeanstalt in Parchim bevölkerten .Der Wockersee war eine Oase des Wohlbefindens und der Freundschaft , wie man sie wohl heute selten findet.
Damals…..,…

von Eva Klingler
Mitglied

Sein Name ist Mutz - wie denn auch sonst!
Eventuell > Mutz der Zweite <
Keine Erinnerung an seine Namensgebung, er hieß wohl schon immer so.

So fellig war der alte Mutz nimmer. Der Kleine wurde zu oft gedrückt und…

von Annelie Kelch
Mitglied

Ostermontag, 13:30 Uhr; ich öffne die hohe, schwere, grau getünchte Tür des Buddenbrookhauses - dem Heinrich-und-Thomas-Mann-Zentrum in der Altstadt Lübecks. - „Buddenbrook“: so heißt der Roman, für den Thomas Mann 1929 den Nobelpreis für…

von Willi Grigor
Mitglied

Einer meiner ersten und besten Jugendfreunde in Düsseldorf, Günter "Peppo" Kohnen, starb am 14. April 2012 nach einem jahrzehntelangen Kampf gegen die Parkinson-Krankheit. Die letzten 40 Jahre haben wir unsere Freundschaft hauptsächlich aus der…

von Monika Jarju
Mitglied

Die Sonne steht tief, strahlt den Holzboden an, der wie flüssiger Honig aussieht. Ich springe auf und laufe vor zum Spreetunnel. Ein Lächeln begleitet von einem Gruß trifft mich. Der Ort kennt mich, denke ich freudig und grüße zurück. Im Abendrot…

von Corinna Herntier
Mitglied

Er war groß. Der hoch aufgeschossene, junge Lockenkopf blieb stehen, holte aus seiner rechten, hinteren Hosentasche etwas Weißes, Zusammengefaltetes heraus und breitete es aus. Es war eine Plastiktüte. Nachdem er sie auf den Boden gelegt hatte,…

von Annelie Kelch
Mitglied

Heute Nachmittag haben berufstätige Frauen in China frei!

Lange her …
Vor genau 107 Jahren, im Jahre 1910, hat die deutsche Sozialistin Clara Zetkin die Einführung eines Internationalen Frauentages vorgeschlagen. Die Idee kam aus den…

von ulli nass
Mitglied

Auch für mich ist Terrorismus primär barbarisch, verbrecherisch, unmenschlich. Menschen sind für mich in erster Linie soziale Wesen mit der Sehnsucht nach Liebe, Freundschaft, Gemeinschaft. Sie suchen Vertrauen, Anerkennung, den Ausgleich ihrer…

von Willi Grigor
Mitglied

27. Februar - 02. März 2010
Fortsetzung von "AU 2010 05 Auckland, NZ"

Es dunkelte bereits, als um 20:15 Uhr unser Bus an der Haltestelle am Bahnhof in Wellington anhielt. Die interessante Tagesfahrt von Auckland durch fast die…

von Willi Grigor
Mitglied

30. Januar - 14. Februar 2010

Es war eine Reise, ein weilendes Schauen,
die Busfahrt durch Buschland und Trockengras ging.
Wir schwebten, begleitet vom Himmel, dem blauen,
am wartenden Ziel uns die Hauptstadt empfing.…

von Corinna Herntier
Mitglied

"Alles einsteigen! Wir besuchen Oma und Opa in Lübeck."
Der Vater nahm auf dem Fahrersitz des hellblauen VW Käfers Platz, seine Frau daneben und ihre Tochter auf der Rückbank.
"Opa hat heute Geburtstag und Oma bereitet zur Feier des…

von Willi Grigor
Mitglied

Der 6. März 2010 war ein guter Tag für uns.

Für diesen Tag hatten wir uns ein volles Programm vorgenommen, das sich zum Ende hin mehrmals um einen Punkt erweiterte.
Es war Samstag und wir wussten von unseren Tauschpartnern, dass von…

von Annelie Kelch
Mitglied

"Predigt" am Donnerstag: Der Mensch erntet, was er sät ... Dieser Slogan von Saat und Ernte … sollte – wie jeder Spruch – hinterfragt werden: Er hat einen bitterbösen Beigeschmack. Zu viel Selbstgerechtigkeit schwingt darin – und er ist völlig…

von Susanna Ka
Mitglied

„Mama, die Wölfe heulen …“
"Nein, mein Kind, die Wölfe sind weit weg,
das ist der Wind.“

Dieser ewige Wind.
Er jault und heult durch die Fensterritzen, schleicht um die Ecken, reißt die Blumenkübel um …
Allmählich…

von Doris Müller
Mitglied

Und wär Dein Blut noch so blau, was durch Deine Adern fließt, mit einem Herzen aus Stein könntest Du mir Nichts bieten.

von Frederico Zapatero
Mitglied

„Polizist. Kranführer. Kindergärtnerin. Baggerfahrer.“ – die Stimmen überschlugen sich. Heiser riefen die Kinder durcheinander, auf die Frage welchen Beruf sie später einmal ausüben wollen würden.
„Na und Du Harald?“ fragte Frau Seifert.…

von Susanna Ka
Mitglied

Carsten holte den Katzenkorb aus seinen Auto und flüsterte liebevolle Worte zwischen die Gitterstäbe.
„Wir waren beim Kardiologen“,
beantwortete er meinen fragenden Blick.
„Snow hat starke Herznebengeräusche, außerdem hat sie…

von Julsen Hik
Mitglied

Ich wollte eigentlich ein paar Tage literatpro.de so gut wie möglich ignorieren und auf keinen Fall irgendwelche Buchstaben, welche sinnvoll - in den meisten Fällen - aneinander gereiht sind posten. Um mal einer Frage voraus zu greifen,…

von Willi Grigor
Mitglied

Wie kann man einer vierjährigen, freundlichen Kindheitszeit danken?
Vielleicht, indem man seine Erinnerungen und Gedanken an sie aufschreibt und andere lesen lässt.

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Ein Mensch, der eine schöne Kindheit hatte,
die…

Seiten

Die Umbruchzeit der Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert, die französische Revolution, die Rückbesinnung auf antike Formen und Inhalte, die Auswirkungen der Aufklärung und das Andämmern einer neuen, industriellen, technologisierten Weltordnung … das war die 'klassische Zeit' der Literatur (und jeder damals bestehenden Kunstrichtung), geadelt durch die Werke großer deutscher Denker und Literaten, für ein gebildetes Publikum gedacht und doch nicht nur von der privilegierten Oberschicht beachtet. Das 'Volk der Dichter und Denker' manifestierte sich und setzte über die Besten der Zeit Maßstäbe, an denen sich auch heute noch -vor allem im schulischen wie auch wissenschaftlichen Lehrbetrieb-Sprache, Aufbau und Gehalt eines Textes messen lassen müssen.

Klassik hat dadurch etwas Elitäres bekommen, etwas 'Schwieriges', gar 'Unnahbares'. Junge Generationen fürchten die 'Klassiker', mit denen sie bereits schulisch gestrauchelt sein mögen. Doch die Wertevermittlung lässt keine Ermutigung aus … wenn zeitgenössische Werke schließlich zur 'modernen Klassik' gezählt und damit ausgezeichnet werden.