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AU 2006 01 Australien - Reise ins Unbekannte

Bild von Willi Grigor
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Kreuz und quer durch Australien - Zwölf Monate in vier Etappen

Das Leben selbst ist eine Reise
- sie begann als Gott es schuf -
und geht stets fort in einer Weise
wie der Ton von lautem Ruf.

Den Reiseplan kennt nur das Leben,
ihn verraten will es nicht.
Nur diesen einen Hinweis geben:
"Fahrt im Dunkeln, ohne Licht!"

Man sagt, das Glück steht dem beiseite,
der was wagt und so gewinnt,
der sich begibt in ferne Weite
und nicht weiß, was dort beginnt.

Wer weitergeht und nicht bleibt stehen,
wenn ein Traum zusammenbricht,
wer auch bei Dunkelheit will sehen,
sieht am Ende auch das Licht.

Eine "Lebensreise" kann aus einer Vielzahl verschiedenartiger "Reisen" bestehen: Inneren, geträumten, wirklichen Reisen. Sie kann sehr lang werden, wenn sie bereits von den Vorfahren begonnen wurde. Sie kann das Leben des Reisenden in gewisser Weise verändern.
Von solch einer Reise möchte ich in diesem einleitenden Bericht - und den folgenden - erzählen.

Vorbemerkung - Hintergründe
Unsere Australienreise(n) (einschließlich 4 Wochen Neuseeland) war eine lange Reise. Sie begann Ende 2004 und endete Anfang Mai 2013. Hier sind die Vorbereitungszeiten vor der ersten (2006) und zwischen den drei folgenden eingerechnet. Die vier Aufenthalte im Land selbst beliefen sich jeweils auf drei Monate. Es kamen also nur Wohnungstausche infrage. Das war auch unser Wunsch, wir wollten mit und unter den Einheimischen leben. Außerdem war dies finanziell die einzige Option.

Wir waren im Rentenalter, hatten noch nie einen Wohnungstausch gemacht - und noch nie eine so lange und langwährende Reise - spürten aber, dass dies etwas für uns wäre. Die guten Erfahrungen bei der ersten Reise haben dazu beigetragen, dass drei weitere folgten. Das Finden, die Kontaktaufnahme und das "Kennenlernen" bereitwilliger Partner streckten sich im Prinzip über die gesamte Zeit (zwei Jahre) zwischen den Reisen. Manchmal wurde ein schon abgemachter Tausch abgesagt und es musste ein neuer gefunden werden, was auch immer klappte. Wir wussten also vorher nie so richtig, wo in diesem großen Land wir landen, wohnen werden. Wir wohnten in über 20 Häusern/Wohnungen an verschiedenen Orten in allen Teilstaaten Australiens einschließlich Tasmanien, sowie auf beiden Hauptinseln Neuseelands, hier an vier Orten insgesamt einen Monat. An keinem dieser Orte haben wir uns wirklich unwohl gefühlt, im Gegenteil. Ich glaube, dies wird in meinen Reiseberichten deutlich. Die wenigen "Unannehmlichkeiten", die wir durchaus erlebten, sind bewusst alle in den Berichten beschrieben. Eine Aufzählung von nur positiven, grandiosen Erlebnissen/Eindrücken (die absolute Mehrzahl) kann man dem Leser kaum zumuten.

Da dieses Australienabenteuer für uns ein langes und besonderes "Lebensprojekt" war, möchte ich hier noch etwas weiter ausholen:
Der ersten Reise nach Australien 2006 zusammen mit meiner Frau Gullan (wir sind immer zusammen) ging nicht nur meine eigene Lebensreise voraus, sondern auch eine generationenübergreifende Reise seitens meiner Vorfahren:

1791 traf (nach einer vielleicht Jahre dauernden Reise) eine Gruppe Auswanderer aus deutschen Gebieten in der Bukowina ein, darunter eine Familie Schulz. Diese meine "Stammfamilie" mütterlicherseits kam aus dem damaligen "Nirod im Baden-Durlachischen", bei Karlsruhe.
Die Bukowina ist eine historische Landschaft im Grenzraum zwischen Mittel-, Südost- und Osteuropa. Sie gehörte von 1775 bis 1918 zur Habsburgermonarchie (Österreichisch-Ungarisches Kaiserreich). Die nördliche Hälfte gehört seit 1918 zur Ukraine, die südliche zu Rumänien. Durch diese Grenzziehung wurden meine Eltern und Großeltern "Rumänen deutscher Herkunft".
1940 begann i h r e große Reise. Hitlerdeutschland hatte Interesse an rückwandernden Deutschen. Ein Abkommen mit Rumänien ermöglichte dies. Die meisten Deutschen dort wählten in diesen Kriegszeiten die Reise "Heim ins Reich". Für unsere Familien wurde diese Reise eine Irrfahrt durch Bayern und Polen, an die ich mich 1943 bei meiner Geburt anschloss.
1945, am 18. Januar, begann die Flucht/Vertreibung der Deutschen aus Polen vor den einziehenden Russen. Zirka eine Million überlebte diese nicht. Durch glückliche Umstände trafen sich die meisten unserer Familie in dem kleinen Bauerndorf Segringen bei Dinkelsbühl in Bayern. Dort verbrachte ich eine schöne Kindheit unter freundlichen Menschen und lieben Kühen.
1951 ging die Reise weiter: Umzug in die Großstadt Düsseldorf. Schul- und Lehrzeit waren durchwachsen mit Unsicherheit und einigen guten Freunden. Aber meine Reise war hier noch nicht zu Ende. Berufs- und lustbedingt trieb es mich durch viele deutsche Städte.
1970 trafen sich in Ravensburg zwei Suchende: meine heutige Frau und ich. Sie hatte ihre Reisen hinter sich und ich meine. Von nun an reisten wir gemeinsam. Doch erst reiste sie zurück nach Schweden und ich an einen anderen Ort in Deutschland, unser beruflicher Auftrag im schönen Ravensburg war beendet.
Ich überspringe das zeitweilig schwierige Jahr 1971 mit den privaten und beruflichen Entscheidungen. Unsere gemeinsame Lebensreise begann im Frühling 1972 am Hauptbahnhof in Frankfurt am Main, wo ich Gullan abholte, um sie in unsere Einzimmerwohnung in Königstein/Taunus zu bringen. Hier wohnten wir bis April 1975, meine Zeit als reisender Ingenieur in Deutschland war zu Ende.
1975. Das Schicksal und die Hoch-Zeit der Kernenergie gab mir die Möglichkeit, den Schweden bei dem Bau mehrerer Kernkraftwerke zu "helfen". Wir packten unser Hab und Gut in einen grünen Audi 50 und reisten in mein neues Land. Es dauerte eine Woche und ich wusste: Hier will ich leben. Wir wurden eine Familie, ein Sohn, eine Tochter. Das Leben war ein einziger Frühling.
Die Kernkraftwerkszeit ging zu Ende. Nach einigen berufsbedingten Wohnortwechseln in Schweden landeten wir schließlich in der Heimat-Kleinstadt der Frau, die jetzt auch meine Heimat ist.
2006-2013. Aber damit war unsere Reise immer noch nicht zu Ende. 2006, im Fast-Pensionärsalter ging es nochmal richtig los. Aus guten Gründen wollte das Schicksal, dass wir Australien kennenlernen sollten, gründlich.

Vorbemerkung - Nach Australien
Seit 1999 lebt und arbeitet unser Sohn Axel in Brisbane, Australien. (Anm.: seit Dez. 2017 wieder in Schweden) Im Jahr 2000 heiratet er die Australierin Cheron. Weihnachten 2004 erhalten wir die Nachricht, dass Cheron schwanger ist und wir im Juli 2005 unser erstes Enkelkind erwarten können.
Axel bekam für das Jahr 1997 von seiner Hochschule in Skövde, Schweden ein Stipendium für Studien an der Filmschule der Griffith University in Brisbane. Er traf Cheron, die ihre Ausbildung als Krankenschwester machte. Nach Abschluss seiner Medien-Ausbildung 1998 in Skövde zog es ihn wieder zurück nach Australien. Er bewarb sich als regulärer Student der Filmschule der Griffith University und wurde angenommen. Er zog im Januar mit Cheron, die jetzt als Krankenschwester arbeitete, in eine Wohnung. Axel beendete sein Studium im

© Willi Grigor, 2006 (kompl. 2016)

Den Anstoß zum Schreiben von Gedichten gaben, Februar 2013, das Meer mit seinem Strand am kleinen, abgelegenen Ort Carrickalinga sowie - nur kurz danach - ein nächtliches Erlebnis in Hobart, Tasmanien, siehe Gedicht literatpro.de/gedicht/210518/dank-an-das-meer und Reisebericht
literatpro.de/prosa/040416/au-2013-schluesselerlebnis-in-hobart

OL Der schöne Teil des Flugs OR Ausschmückung im Flugterminal Singapur UL Neujahrsschmuck in, an, vor der Marina Bay UR Blick auf Marina Bay, Konzerthalle

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Interne Verweise

Kommentare

28. Jun 2016

Jetzt bin ich mit Dir bis hierher gereist und es war schon ein langer Weg.
Danke, dass ich soviel über Dein Leben erfahren durfte. Ein bewegtes Leben und eine langer Weg bis hin zu dieser Reise als als Erfüllung.
Morgen lese ich weiter.

Liebe Grüße,
Susanna

28. Jun 2016

Danke für Deine Begleitung. Ein langer Weg bedingt viele Worte, trotz intensivem Weglassen.

Viele Grüße aus Schweden
Willi

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