Als die Götter noch vierbeinige Ameisen waren – 22. „Der Ferne Osten“

Bild von Alf Glocker
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Als Gegenmodell zum stets innovativen Europa entstanden im asiatischen Raum mächtige Staaten, die sich hauptsächlich die Bewahrung des Erreichten zum Grundsatz machten. Der eine betrachtete sich von vorne herein als das Zentrum der Welt, das nichts weiter benötigte als sich selbst, und der andere fußte auf Ehre, der Ehre und nochmals der Ehre, für die er blinden Gehorsam und, im Falle eines Versagens, die sofortige Selbstzerstörung im Sinne der Ehre einforderte. Beide Reiche breiteten sich rücksichtslos aus! Sie ließen niemanden am Leben, der ihnen in die Quere kam, und sie vertrauten ihren mörderischen Rechtssystemen derart, daß sie den Kontakt zu artfremden Kulturen kategorisch ablehnten.

Das eine Reich wurde von überaus konsequenten Shogunen regiert, das andere von einer „Verbotenen Stadt“ aus, in der ein Wesen hauste, das sich mit einem Hofstaat umgab, der praktisch ein ganzes eigenes Volk darstellte. Vor dieser Stadt in der Stadt lag und liegt „Der Platz vor dem Tor des himmlischen Friedens“. Von dort gab es für den normal Sterblichen kein Weiter, in Richtung der Wohnstadt eines Kaisers, dem niemand direkt ins Gesicht schauen durfte. Was sich aus diesen „wunderbaren“ und wunderbar absurden und grausamen Reichen entwickelt hätte, hätte man sie nur ihrem selbst gewählten Dilemma überlassen, ist durchaus vorstellbar: Ein, für alle übrigen Völker, ungefährlicher Bereich!

Das Reich der Chinesen unterhielt zwar lockere Handelsbeziehungen in Richtung Westen über die sogenannte „Seidenstraße“, schottete sich aber trotzdem weitestgehend vom Rest der Welt ab, indem es keinen Zuzug von Nichtchinesen, oder über die unterworfenen Völker hinausgehendende Spezies, zuließ. Und Japan betrachtet sich – nicht ganz zu Unrecht – als DEN Hort von Ordnung und Disziplin schlechthin … was ebenfalls die Einwanderung von besonders europäisch aussehenden Personen ausschloss! Vielleicht wäre das ewig so weitergegangen, hätte nicht der Schicksalsgenerator beschlossen, diese beiden Nationen auf ihre letztendliche perfekte Herrschaft über die Erde und die damit verbundene Auslöschung aller anderer Kulturen als Ideallösung für ein großartiges Finale zu wählen.

Diesmal hatten die beiden Vordenker, VR-00-00-69 und VR-DD8C-56, die Absichten des Schicksalsgenerators längst durchschaut und bemerkt, wie perfide und nachhaltig er die Chinesen initialisierte. Niemand hatte sich bisher „intelligenter“ verbreitet als sie! Bereits vor sehr vielen Jahren hatten sie eindrucksvoll bewiesen, wie man sich auch auf „friedliche Art“ fremder Landstriche bemächtigen kann. Die Taklamakan war einst eine grüne Steppe gewesen, in der ursprünglich europäische Schafzüchter lebten, deren Kultur relativ weit fortgeschritten war. Sie lebten in komfortablen Rundhäusern, stellten eine Art Jeansmaterial her – einen für damalige Verhältnisse hochwertigen Bekleidungsstoff!

Aus irgendeinem dunklen Grund glaubten diese Leute jedoch, ausländische Arbeitskräfte zu benötigen, und so warben sie um chinesische Menschen, damit sie ihnen halfen, ihren Wohlstand aufrechtzuerhalten. Sie kamen in Scharen! Und später war dann (in den Gräbern) abzulesen, was daraufhin geschah. Die schafzüchtenden Europäer der Taklamakan balsamierten ihre Toten ein. Dieser Brauch wurde sogar noch eine Weile von ihren Nachfolgern übernommen … weshalb im 20. Jahrhundert dann von chinesischen Archäologen Folgendes gefunden wurde … in der ersten, der tiefsten Erdschicht, fanden sie ausschließlich Europäer – darunter Frauen, denen auch nach 5000 Jahren ihre Schönheit anzusehen war.

Eine dieser Mumien nannten sie „Die Schöne von Xiaohe“. Dabei handelte es sich um eine Frau mir langen Wimpern, rotblonden Haaren und einem ebenmäßigen Gesicht. Sie trug, als Wegzehrung für das Jenseits, eine Kette aus Käsestückchen um den Hals. Der Käse war nicht mit Lab, sondern mit Hilfe von Bakterien hergestellt worden – eine für die damalige Zeit revolutionäre Herstellungsmethode. In der zweiten Schicht lagen dann bereits gemischtrassige Mumien: 50 % Europäer und 50 % Chinesen. Die dritte Schicht schließlich wies nur noch Chinesen auf! Das war ein stiller, aber endgültiger Sieg. Und die weiteren Siege dieser Menschenwesen wurden durch ihre gewaltige Leidensfähigkeit ermöglicht – und nicht zuletzt durch ihren bedingungslosen Pragmatismus!

Die Kraft dafür bezieht der Asiate aus dem Taoismus, aus der Kunst des Nichthandelns, die das Yin und Jang darin zu erkennen glaubt, daß man zu dienen hat, wenn es gefordert wird, und sich freuen darf (Fortpflanzung), wenn es erlaubt ist. Damit können die Mächtigen riesige Armeen führen und große Länder verwalten, deren Einheit durch die Selbstaufopferung gewährleistet wird. Nützlich ist, wer die Nation stützt und ihre Identität bewahrt – nutzlos ist, wer rebelliert und die reale Gleichheit aller, nicht nur die propagierte, auch der Fremden verlangt. Fremde Bräuche sind auszurotten und unbekannte Einflüsse müssen für eigene Interessen, ohne Einbeziehung ihrer Erfinder, verwendet werden! Menschen sind Maschinen! Sie sind leidenschaftslos und wenn doch, dann nur für den Staat!

Dieser Aufgabe, so plante der Schicksalsgenerator, wird der Westen eines Tages nicht mehr gewachsen sein. Die Träume der Philosophen würden in diesem Aufmarsch einer jahrtausendealten Unterdrückungsstrategie sang- und klanglos versinken. Die vergleichsweise immer winziger werdenden Völker Europas wussten nicht, worauf sie sich einließen, als sie die schlafenden Riesen des Fernen Ostens – die sich wohl auch in einer Million Jahren nicht nennenswert verändert hätten – immer wieder dazu aufforderten, aktiv an der Weltgeschichte mitzuwirken, wo ihre große Stärke doch im Abwarten lag. Sie ignorierten zu ihrem eigenen Schaden – den sie als Nutzen interpretierten – die ganz und gar fremde Mentalität der Menschen, die sie niemals verstehen würden. Doch andersrum war das durchaus nicht so! Europa war längst durchschaut!

Chinesen und Japaner würden die gelegentlichen Geschenke der anderen bald nichtdankend annehmen und daraus Speerspitzen formen, deren Schärfe die Europäer und später die Amerikaner schon zu spüren bekommen würden – wenn sich das Abwarten der Untätig-Tätigen endlich in barer Münze auszahlen würde. Dann würde sich zeigen, welche „geistigen“ Vorzüge die Oberhand gewinnen, wenn sich ein Armageddon nähert, das sich so, in dieser unwiderstehlichen Gewalt, von niemand vorher abschätzen ließ … außer von den Weisen des Ostens natürlich, die sich in aller Stille und wohl auch unbewusst eine kleine Ewigkeit darauf vorbereitet hatten. Der stete Tropfen höhlt den Stein! Und kein Stein ist stabil genug, dem Strom der Zeit zu widerstehen … auch nicht, wenn er „Einstein“ heißt.

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Kommentare

27. Nov 2020

fast alle angestellten sind
für echte arbeit taub und blind...
harharr

LG Alf