Romane ✓ Die Langform der schriftlichen Erzählung

Bild von vielen Romanen

Jeder entsprechend lange Erzähl-Text wird heute als 'Roman' bezeichnet. Die neue Welt des Romans ist vielgestaltig und facettenreich!

empfohlene
von Alexander Zeram
von Alexander Zeram
von Alexander Zeram
die schönsten
von Franz Kafka
von Annelie Kelch
von Johann Wolfgang von Goethe
Beitrag 1 - 35 von insgesamt 187 Texten in dieser Kategorie
von Franz Kafka

1. Kapitel: Verhaftung - Gespräch mit Frau Grubach - Dann Fräulein Bürstner

Jemand mußte Josef K. verleumdet haben, denn ohne daß er etwas Böses getan hätte, wurde er eines Morgens verhaftet. Die Köchin der Frau Grubach, seiner…

von Annelie Kelch

Und ein Mann starb im ewigen Wald
Wo ihn Sturm und Strom umbrauste.
Starb wie ein Tier in Wurzeln eingekrallt
Schaute hoch in die Wipfel, wo über dem Wald
Sturm seit Tagen über alles sauste.
– Bertolt Brecht, Der…

von Johann Wolfgang von Goethe

Erstes Buch

Was ich von der Geschichte des armen Werther nur habe auffinden können, habe ich mit Fleiß gesammelt und lege es euch hier vor, und weiß, daß ihr mir's danken werdet. Ihr könnt seinem Geist und seinem Charakter eure Bewunderung…

von Annelie Kelch

Weshalb wollen wir strenger sein als Christus?
Weshalb stoßen wir, starrsinnig dem Urteil einer
Welt hörig, die lärmt, um für stark zu gelten,
jene zurück, welche das Böse ihrer Vergangenheit
aus den Wunden ausscheiden,…

von Annelie Kelch

… wie weit willst du noch gehn?
Verwehre doch neuen Eindrücken den
drängenden Charakter – stumm liegen,
die eigenen Felder sehn, das ganze Rittergut,
besonders lange auf Mohn verweilen,
den unvergesslichen, weil er…

von Annelie Kelch

– So müssen Sommerferien sein! Über den Bergen
ein enzianblauer Himmel, wochenlang ein strahlend
heißer Tag am andern, nur je und je ein heftiges, kurzes
Gewitter. Der Fluß, obwohl er seinen Weg durch so
viele…

von Annelie Kelch

Wer möchte leben ohne den Trost der Bäume!
Wie gut, dass sie am Sterben teilhaben!
Die Pfirsiche sind geerntet, die Pflaumen färben sich,
während unter dem Brückenbogen die Zeit rauscht.

Dem Vogelzug vertraue ich meine…

von Annelie Kelch

Ein Brief errötet nicht.
(Epistula non erubescit)
– Marcus Tullius Cicero –

Denn ein Traum ist alles Leben
und die Träume selbst ein Traum
(Calderón de la Barca)

Ein unheimlicher Traum und zwei langersehnte…

von Annelie Kelch

Über allen Gipfeln
Ist Ruh,
In allen Wipfeln
Spürest du
Kaum einen Hauch;
Die Vöglein schweigen im Walde,
Warte nur, balde
Ruhest du auch.
(Johann Wolfgang von Goethe, „Ein Gleiches“)

Warte…

von Annelie Kelch

Es kann die Ehre dieser Welt
Dir keine Ehre geben,
Was dich in Wahrheit hebt und hält,
Muss in dir selber leben.

Wenn 's deinem Inneren gebricht
An echten Stolzes Stütze,
Ob dann die Welt dir Beifall spricht,…

von Annelie Kelch

Die Stille der Nacht ward Spielzeug des Windes;
durch das Gitter der Weinranken fiel einsamer
Vogelschrei ins Zimmer.
(...)
... doch nun zerreißt die Lanze des Hahnenschreis
das Trauertuch des Sees.
Wieder…

von Annelie Kelch

... an der Themse grünem Wasser
Fallen plötzlich Leute um!
Es ist weder Pest noch Cholera
Doch es heißt: Macheath geht um ...

... wo ist Alfons Glite, der Fuhrherr?
Kommt das je ans Sonnenlicht?
Wer es immer…

von Annelie Kelch

Zwischen Roggenfeld und Hecken
Führt ein schmaler Gang,
Süßes, seliges Verstecken
Einen Sommer lang.

Wenn wir uns von ferne sehen,
Zögert sie den Schritt,
Rupft ein Hälmchen aus im Gehen,
Nimmt ein…

von Annelie Kelch

Der nicht mehr beschrittene, der
umgangene Thymianteppich.
Eine Leerzeile, quer
durch die Glockenheide gelegt.
Nichts in den Windbruch getragen.

Wieder Begegnungen mit
vereinzelten Worten wie:

von Annelie Kelch

Feuer,
aus Blut die Lockung;
der schöne Mensch. Und wie Schlaf
das Vergangene, Träume
an Flüssen hinab,
auf den Wassern,
segellos in der Strömung.
...
Dort
war ich. In alter Zeit.
Neues…

von Ria Klug

Es ist doch wirklich zum Heulen. Nie checke ich rechtzeitig, wenn die Heinis von der Gewerbeaufsicht aufkreuzen. 
Mit einem Satz auf die glitschige Mülltonne und dann über die Mauer in den zweiten Hof, ohne Jacke, ohne Tasche, noch nicht…

von Annelie Kelch

Die sommerlichen Wochen sind vergangen:
Ein flüchtiger Rausch, Ferien mit sehr viel Herzklopfen …
In unserer karg bemessenen Sprache
Schwingt bereits ein Hauch mit, der nach Abschied klingt:
Die Jugend ist vorbei – für…

von Annelie Kelch

Ja, mach nur einen Plan!
Sei nur ein großes Licht!
Und mach dann noch 'nen zweiten Plan,
gehn tun sie beide nicht.
Denn für dieses Leben ist der Mensch nicht
schlecht genug. Doch sein höhres Streben
ist ein…

von Annelie Kelch

Im Dickicht den Weg verlieren
Nacht Luna – Spur wilder Tiere
Pilze im Purpurhut
Wind knarrt ein Wildbach
Kristall Geröll Forellen
fliegen durch Ringe ans Licht

Blätter fabulieren Mythen:
Eden Versuchung…

von Annelie Kelch

Was sind wir Menschen doch? ein Wohnhaus grimmer Schmerzen,
ein Ball des falschen Glücks, ein Irrlicht dieser Zeit,
ein Schauplatz herber Angst und Widerwärtigkeit,
ein bald verschmelzter Schnee und abgebrannte Kerzen.

von Annelie Kelch

„Auch ist das vielleicht nicht eigentlich Liebe,
wenn ich sage, dass du mir das Liebste bist; Liebe ist,
dass du mir das Messer bist, mit dem ich in mir wühle.“
(Franz Kafka)

Abschied von Hannes (Teil 18, Text 1)

„…

von Annelie Kelch

Dein Hut lüftet sich leicht, grüßt, schwebt im Wind,
dein unbedeckter Kopf hat 's Wolken angetan,
dein Herz hat anderswo zu tun,
dein Mund verleibt sich neue Sprachen ein,
das Zittergras im Land nimmt überhand,

von Annelie Kelch

Er schwieg und sah vor sich hin, Stine aber
nahm seine Hand und sagte: „Wie du dich selbst
verkennst. Der Tagelöhnersohn aus eurem Dorfe, der
der mag so leben und dabei glücklich sein; nicht du. Dadurch
dass man…

von Annelie Kelch

Unter der blanken Hacke des Mondes
werde ich sterben,
ohne das Alphabet der Blitze
gelernt zu haben.

Im Wasserzeichen der Nacht
die Kindheit der Mythen,
nicht zu entziffern.

Unwissend
stürz ich…

von Annelie Kelch

Erklär mir Liebe, was ich nicht erklären kann:
sollt ich die kurze schauerliche Zeit
nur mit Gedanken Umgang haben und allein
nichts Liebes kennen und nichts Liebes tun?
Muss einer denken, wird er nicht vermisst?

Du…

von Annelie Kelch

Wohin wir uns wenden im Gewitter der Rosen,
ist die Nacht von Dornen erhellt, und der Donner
des Laubs, das so leise war in den Büschen,
folgt uns jetzt auf dem Fuß.
(Ingeborg Bachmann, „Im Gewitter der Rosen“)

Mit…

von Annelie Kelch

Die Schwester Anna stieg auf den Turm, und die arme
zerknirschte Frau rief ihr von Zeit zu Zeit zu: „Anna,
liebe Schwester Anna, siehst du noch nichts kommen?“
Und die Schwester Anna antwortete ihr: „Ich sehe nichts
als im…

von Annelie Kelch

Reigen – die Liebe hält manchmal
im Löschen der Augen ein,
und wir sehen in ihre eignen
erloschenen Augen hinein.

Kalter Rauch aus dem Krater
haucht unsre Wimpern an;
es hält die schreckliche Leere
nur…

von Annelie Kelch

O wehe Stirn! Du Kranke, tief im Flor
der dunklen Brauen! Lächle, werde hell:
die Geigen schimmern einen Regenbogen.
Gottfried Benn, Englisches Café

Oh Kranke, lächle ...
(... aus meinem (Christines) Tagebuch)

von Annelie Kelch

Immer sind es Bäume die mich verzaubern
ihr Laub flüstert mir grüne Geschichten
Jeder Baum ein Gebet, das den Himmel beschwört
Grün ist die Farbe der Gnade
Grün ist die Farbe des Glücks
(Rose Ausländer, Die Bäume)…

von Annelie Kelch

Komm, ich baue dir eine Brücke.
Der Mantel des Vergessens
Ist ausgebreitet.

Ich baue
mit den Tränen der Vergangenheit
an der Zukunft.
Betrete die Brücke,
nimm meine Hände.
Vereint wollen wir dem…

von Annelie Kelch

Ich ruhe still im hohen grünen Gras
und sende lange meinen Blick nach oben,
von Grillen rings umschwirrt ohn Unterlass,
von Himmelsbläue wundersam umwoben.

Und schöne weiße Wolken ziehn dahin
durchs tiefe Blau, wie…

von Annelie Kelch

… und der Haifisch, der hat Zähne
und die trägt er im Gesicht
und Macheath, der hat ein Messer
doch das Messer sieht man nicht.

Ach, es sind des Haifischs Flossen
rot, wenn dieser Blut vergießt,
Mackie Messer…

von Annelie Kelch

... wieder lässt sich die Signalpfeife hören, und die Fahrt
beginnt, erst langsam, die ersten Schritte geht es sachte, als ob
eine Kinderhand den kleinen Wagen zöge. Unmerklich wächst die
Schnelligkeit, du aber liest in deinem…

von Annelie Kelch

Ich habe den ganzen Sommer in mir
Die stolze Einsamkeit der Pappeln
Aus dem Aufruhr der Äcker blitzt die spitze Lerche

Ich liebe auch die Nessel, die Bettlerin der Straße
Mit den gesenkten grünen Wimpern
Viel Leid…

Seiten

Während bis ins Mittelalter hinein die Bühne den höchsten Wert literarischer Arbeiten darbot, scheint in unserer Zeit die Spitze der Qualitätspyramide immer mehr von Gattung Roman gestellt zu werden. Die unumstößlichen Werke der so genannten 'Weltliteratur' benennen sich zu einem gewichtigen Teil aus den großen Romanen der letzten zweihundert Jahre.

Fantasy, SciFi, Historisch, Abenteuer, Realsatire, Politthriller, Gesellschaftsklamauk … es gibt keine Grenzen für die Inhalte moderner Romanwerke. Sie sind meist um einiges umfangreicher als die kleinen Brüderchen und Schwesterchen (Erzählungen, Novellen) und bezeichnen das Schaffen eines Autors viel eher als seinerzeit, da es oft auch Bühnenwerke, Gedichte und Essays bedurfte, um als Literat wahrgenommen zu werden.
Die neue Welt des Romans ist vielgestaltiger und facettenreicher als noch im neunzehnten Jahrhundert … ganz einfach, weil jeder entsprechend lange Erzähl-Text heutzutage als 'Roman' bezeichnet wird.

Die feinen Unterschiede brauchen den Leser auch nicht zu kümmern. Das ist die Aufgabe der Literatur- und Sprachwissenschaftler.