Romane ✓ Die Langform der schriftlichen Erzählung

Bild von vielen Romanen

Jeder entsprechend lange Erzähl-Text wird heute als 'Roman' bezeichnet. Die neue Welt des Romans ist vielgestaltig und facettenreich!

empfohlene
von Alexander Zeram
von Ria Klug
von Donatien Alphonse François Marquis de Sade
neue
von Naduschka Kalinina
von Bernd H. Schulz
von Bernd H. Schulz
die schönsten
von Franz Kafka
von Annelie Kelch
von Johann Wolfgang von Goethe
von Franz Kafka
Bibliothek

1. Kapitel: Verhaftung - Gespräch mit Frau Grubach - Dann Fräulein Bürstner

Jemand mußte Josef K. verleumdet haben, denn ohne daß er etwas Böses getan hätte, wurde er eines Morgens verhaftet. Die Köchin der Frau Grubach, seiner…

von Annelie Kelch
Mitglied

Und ein Mann starb im ewigen Wald
Wo ihn Sturm und Strom umbrauste.
Starb wie ein Tier in Wurzeln eingekrallt
Schaute hoch in die Wipfel, wo über dem Wald
Sturm seit Tagen über alles sauste.
– Bertolt Brecht, Der…

von Johann Wolfgang von Goethe
Bibliothek

Erstes Buch

Was ich von der Geschichte des armen Werther nur habe auffinden können, habe ich mit Fleiß gesammelt und lege es euch hier vor, und weiß, daß ihr mir's danken werdet. Ihr könnt seinem Geist und seinem Charakter eure Bewunderung…

von Annelie Kelch
Mitglied

Über allen Gipfeln
Ist Ruh,
In allen Wipfeln
Spürest du
Kaum einen Hauch;
Die Vöglein schweigen im Walde,
Warte nur, balde
Ruhest du auch.
(Johann Wolfgang von Goethe, „Ein Gleiches“)

Warte…

von Annelie Kelch
Mitglied

Die Stille der Nacht ward Spielzeug des Windes;
durch das Gitter der Weinranken fiel einsamer
Vogelschrei ins Zimmer.
(...)
... doch nun zerreißt die Lanze des Hahnenschreis
das Trauertuch des Sees.
Wieder…

von Annelie Kelch
Mitglied

Weshalb wollen wir strenger sein als Christus?
Weshalb stoßen wir, starrsinnig dem Urteil einer
Welt hörig, die lärmt, um für stark zu gelten,
jene zurück, welche das Böse ihrer Vergangenheit
aus den Wunden ausscheiden,…

von Annelie Kelch
Mitglied

… wie weit willst du noch gehn?
Verwehre doch neuen Eindrücken den
drängenden Charakter – stumm liegen,
die eigenen Felder sehn, das ganze Rittergut,
besonders lange auf Mohn verweilen,
den unvergesslichen, weil er…

von Annelie Kelch
Mitglied

– So müssen Sommerferien sein! Über den Bergen
ein enzianblauer Himmel, wochenlang ein strahlend
heißer Tag am andern, nur je und je ein heftiges, kurzes
Gewitter. Der Fluß, obwohl er seinen Weg durch so
viele…

von Annelie Kelch
Mitglied

Ein Brief errötet nicht.
(Epistula non erubescit)
– Marcus Tullius Cicero –

Denn ein Traum ist alles Leben
und die Träume selbst ein Traum
(Calderón de la Barca)

Ein unheimlicher Traum und zwei langersehnte…

von Annelie Kelch
Mitglied

O wehe Stirn! Du Kranke, tief im Flor
der dunklen Brauen! Lächle, werde hell:
die Geigen schimmern einen Regenbogen.
Gottfried Benn, Englisches Café

Oh Kranke, lächle ...
(... aus meinem (Christines) Tagebuch)

von Annelie Kelch
Mitglied

Immer sind es Bäume die mich verzaubern
ihr Laub flüstert mir grüne Geschichten
Jeder Baum ein Gebet, das den Himmel beschwört
Grün ist die Farbe der Gnade
Grün ist die Farbe des Glücks
(Rose Ausländer, Die Bäume)…

von Annelie Kelch
Mitglied

… und der Haifisch, der hat Zähne
und die trägt er im Gesicht
und Macheath, der hat ein Messer
doch das Messer sieht man nicht.

Ach, es sind des Haifischs Flossen
rot, wenn dieser Blut vergießt,
Mackie Messer…

von Annelie Kelch
Mitglied

Was sind wir Menschen doch? ein Wohnhaus grimmer Schmerzen,
ein Ball des falschen Glücks, ein Irrlicht dieser Zeit,
ein Schauplatz herber Angst und Widerwärtigkeit,
ein bald verschmelzter Schnee und abgebrannte Kerzen.

von Annelie Kelch
Mitglied

... wieder lässt sich die Signalpfeife hören, und die Fahrt
beginnt, erst langsam, die ersten Schritte geht es sachte, als ob
eine Kinderhand den kleinen Wagen zöge. Unmerklich wächst die
Schnelligkeit, du aber liest in deinem…

von Annelie Kelch
Mitglied

... an der Themse grünem Wasser
Fallen plötzlich Leute um!
Es ist weder Pest noch Cholera
Doch es heißt: Macheath geht um ...

... wo ist Alfons Glite, der Fuhrherr?
Kommt das je ans Sonnenlicht?
Wer es immer…

von Ria Klug
Bibliothek

Es ist doch wirklich zum Heulen. Nie checke ich rechtzeitig, wenn die Heinis von der Gewerbeaufsicht aufkreuzen. 
Mit einem Satz auf die glitschige Mülltonne und dann über die Mauer in den zweiten Hof, ohne Jacke, ohne Tasche, noch nicht…

von Annelie Kelch
Mitglied

Wer möchte leben ohne den Trost der Bäume!
Wie gut, dass sie am Sterben teilhaben!
Die Pfirsiche sind geerntet, die Pflaumen färben sich,
während unter dem Brückenbogen die Zeit rauscht.

Dem Vogelzug vertraue ich meine…

von Annelie Kelch
Mitglied

Komm, ich baue dir eine Brücke.
Der Mantel des Vergessens
Ist ausgebreitet.

Ich baue
mit den Tränen der Vergangenheit
an der Zukunft.
Betrete die Brücke,
nimm meine Hände.
Vereint wollen wir dem…

von Annelie Kelch
Mitglied

Ja, mach nur einen Plan!
Sei nur ein großes Licht!
Und mach dann noch 'nen zweiten Plan,
gehn tun sie beide nicht.
Denn für dieses Leben ist der Mensch nicht
schlecht genug. Doch sein höhres Streben
ist ein…

von Annelie Kelch
Mitglied

„Auch ist das vielleicht nicht eigentlich Liebe,
wenn ich sage, dass du mir das Liebste bist; Liebe ist,
dass du mir das Messer bist, mit dem ich in mir wühle.“
(Franz Kafka)

Abschied von Hannes (Teil 18, Text 1)

„…

von Annelie Kelch
Mitglied

Es kann die Ehre dieser Welt
Dir keine Ehre geben,
Was dich in Wahrheit hebt und hält,
Muss in dir selber leben.

Wenn 's deinem Inneren gebricht
An echten Stolzes Stütze,
Ob dann die Welt dir Beifall spricht,…

von Annelie Kelch
Mitglied

Er schwieg und sah vor sich hin, Stine aber
nahm seine Hand und sagte: „Wie du dich selbst
verkennst. Der Tagelöhnersohn aus eurem Dorfe, der
der mag so leben und dabei glücklich sein; nicht du. Dadurch
dass man…

von Annelie Kelch
Mitglied

Die Schwester Anna stieg auf den Turm, und die arme
zerknirschte Frau rief ihr von Zeit zu Zeit zu: „Anna,
liebe Schwester Anna, siehst du noch nichts kommen?“
Und die Schwester Anna antwortete ihr: „Ich sehe nichts
als im…

von Annelie Kelch
Mitglied

Unter der blanken Hacke des Mondes
werde ich sterben,
ohne das Alphabet der Blitze
gelernt zu haben.

Im Wasserzeichen der Nacht
die Kindheit der Mythen,
nicht zu entziffern.

Unwissend
stürz ich…

von Annelie Kelch
Mitglied

Zwischen Hochmut und Demut steht ein drittes,
dem das Leben gehört; und das ist einfach der Mut.
(Theodor Fontane, Cécile)

Das Konzert (Kapitel 17; Text 3)

Die Laube war leer, als ich zurückkehrte, verlassen und öde,…

von Annelie Kelch
Mitglied

Im Dickicht den Weg verlieren
Nacht Luna – Spur wilder Tiere
Pilze im Purpurhut
Wind knarrt ein Wildbach
Kristall Geröll Forellen
fliegen durch Ringe ans Licht

Blätter fabulieren Mythen:
Eden Versuchung…

von Annelie Kelch
Mitglied

Holunder überschwemmte den Garten
Holunder grün grün
Grüner als Schimmel auf der Regentonne
Grün, das heißt, es wird Bläue sein
Einen Sommer bis an den Abend aller Tage
Grüner als meine Augen, Holunder
(Marina…

von Annelie Kelch
Mitglied

All das,
was wir uns vornehmen (müssen),
wird nicht in den ersten Tagen vollendet werden,
ja vielleicht nicht einmal zu unseren Lebenszeiten;
doch lasst uns beginnen.
(John F. Kennedy)

Der eigentliche Sinn des…

von Annelie Kelch
Mitglied

Die sommerlichen Wochen sind vergangen:
Ein flüchtiger Rausch, Ferien mit sehr viel Herzklopfen …
In unserer karg bemessenen Sprache
Schwingt bereits ein Hauch mit, der nach Abschied klingt:
Die Jugend ist vorbei – für…

von Annelie Kelch
Mitglied

Wohin wir uns wenden im Gewitter der Rosen,
ist die Nacht von Dornen erhellt, und der Donner
des Laubs, das so leise war in den Büschen,
folgt uns jetzt auf dem Fuß.
(Ingeborg Bachmann, „Im Gewitter der Rosen“)

Mit…

von Annelie Kelch
Mitglied

Der nicht mehr beschrittene, der
umgangene Thymianteppich.
Eine Leerzeile, quer
durch die Glockenheide gelegt.
Nichts in den Windbruch getragen.

Wieder Begegnungen mit
vereinzelten Worten wie:

von Annelie Kelch
Mitglied

Erklär mir Liebe, was ich nicht erklären kann:
sollt ich die kurze schauerliche Zeit
nur mit Gedanken Umgang haben und allein
nichts Liebes kennen und nichts Liebes tun?
Muss einer denken, wird er nicht vermisst?

Du…

von Annelie Kelch
Mitglied

Es kommt auf die Stille
in der Seele eines Menschen an
und auf die Seele des Menschen,
in der die Stille ihren Sitz hat.
(Antoine de Saint-Exupéry)

Der Überfall (Teil 19; Text 2)

„Keine Sorge“, beruhigte…

von Naduschka Kalinina
Mitglied

Ich bin verrückt, Fremder. So viel dazu. Ich bin jetzt nicht die Art von verwirrter Irrer, der in dreckiger Unterwäsche in der U-Bahn sitzt und drei kaputte Paar Kopfhörer trägt, sondern eher der dezente Wahnsinnige mit den sauber polierten…

von Annelie Kelch
Mitglied

O ihr Kinder der Gegenwart! Habt ihr es nicht gesehen?
Wenn Unfriede und Hass auf Erden herrschen, müssen auch
die toten Dinge viel leiden. Da wird die Woge wild und
raubgierig wie ein Räuber; da wird der Acker karg wie

von Annelie Kelch
Mitglied

Fliegen im Juni auf weißer Bahn
flimmernde Monde vom Löwenzahn,
liegst du versunken im Wiesenschaum,
löschend der Monde flockenden Flaum.

Leise segelt das Löwenzahnlicht
über dein weißes Wiesengesicht,

von Annelie Kelch
Mitglied

Reigen – die Liebe hält manchmal
im Löschen der Augen ein,
und wir sehen in ihre eignen
erloschenen Augen hinein.

Kalter Rauch aus dem Krater
haucht unsre Wimpern an;
es hält die schreckliche Leere
nur…

von Annelie Kelch
Mitglied

Dein Hut lüftet sich leicht, grüßt, schwebt im Wind,
dein unbedeckter Kopf hat 's Wolken angetan,
dein Herz hat anderswo zu tun,
dein Mund verleibt sich neue Sprachen ein,
das Zittergras im Land nimmt überhand,

von Tobias Neu
Mitglied

„Hey, holt mal einer einen Arzt! Der blutet am Kopf!“, hörte Hector jemanden rufen. Ihm schmerzte der Kopf und irgendwas Nasses rann seine Stirn runter.
Er versuchte die Augen zu öffnen, doch er wurde von einem hellen Licht geblendet und…

von Annelie Kelch
Mitglied

Zwischen Roggenfeld und Hecken
Führt ein schmaler Gang,
Süßes, seliges Verstecken
Einen Sommer lang.

Wenn wir uns von ferne sehen,
Zögert sie den Schritt,
Rupft ein Hälmchen aus im Gehen,
Nimmt ein…

von Annelie Kelch
Mitglied

Ich habe den ganzen Sommer in mir
Die stolze Einsamkeit der Pappeln
Aus dem Aufruhr der Äcker blitzt die spitze Lerche

Ich liebe auch die Nessel, die Bettlerin der Straße
Mit den gesenkten grünen Wimpern
Viel Leid…

von Annelie Kelch
Mitglied

Ich ruhe still im hohen grünen Gras
und sende lange meinen Blick nach oben,
von Grillen rings umschwirrt ohn Unterlass,
von Himmelsbläue wundersam umwoben.

Und schöne weiße Wolken ziehn dahin
durchs tiefe Blau, wie…

von Annelie Kelch
Mitglied

Mädchen,
dein Blick aus dem Röhricht,
ich rief dich den langen Tag.
Füll mir die Hände mit Sand,
die Feuchte will ich, die Schwere.
Nun atmen wir Finsternis.
Lauscht' ich über den Strom?
Dem Vogel nach…

von Annelie Kelch
Mitglied

Der Nadelwald. Die Zapfen liegen geöffnet im Moos.
Wegseitwärts führen Stapfen, verfangen und körperlos.
Der Wald haucht aus die Kühle. Wem bin ich auf der Spur?
Der Atem, den ich fühle, ist meiner nur.
(Günter Eich, „Wald…

von Annelie Kelch
Mitglied

Feuer,
aus Blut die Lockung;
der schöne Mensch. Und wie Schlaf
das Vergangene, Träume
an Flüssen hinab,
auf den Wassern,
segellos in der Strömung.
...
Dort
war ich. In alter Zeit.
Neues…

von Annelie Kelch
Mitglied

Brände. Der Sommer loht vierfach von allen Seiten
Die Akazienhaine stehn in betäubender Blüte
in den Rebbergen glimmt die grüne Seele des Weins
der wilde Mohn verblutet im Korn
Es kommt die Dämmerung
und über…

von Annelie Kelch
Mitglied

Aber der Fuchs kam auf seinen Gedanken
zurück: „... und dann schau! Du siehst da drüben
die Weizenfelder? Ich esse kein Brot. Für mich ist der Weizen
zwecklos. Die Weizenfelder erinnern mich
an nichts. Aber du hast…

von Klaus Mattes
Mitglied

Den Namen der bösen Frau hat der Mann nie erfahren. Er weiß, dass „die Frau“ein knapp sechzehnjähriges Mädchen aus Kirchhausen gewesen war, das zur Schule gegangen ist. Deshalb begreift er nicht, wie der Junge sie für eine Schlange der Verdammnis…

von Annelie Kelch
Mitglied

Im düsteren Mond
der nächtlichen Räuber
singen die Sporen …

Schwarzes Pferdchen. Wohin
trägst deinen Reiter du tot?

Die Sporen, die harten,
des starren Banditen,
der die Zügel verlor.

Kaltes…

von Annelie Kelch
Mitglied

Wie herrlich ist es, dass niemand eine Minute zu warten braucht,
um damit zu beginnen, die Welt langsam zu verändern.
(Anne Frank, „Das Tagebuch der Anne Frank“)

„Unser Helge wollte wohl ins Gasthaus ,Zur Alten Farm', um dort…

Seiten

Während bis ins Mittelalter hinein die Bühne den höchsten Wert literarischer Arbeiten darbot, scheint in unserer Zeit die Spitze der Qualitätspyramide immer mehr von Gattung Roman gestellt zu werden. Die unumstößlichen Werke der so genannten 'Weltliteratur' benennen sich zu einem gewichtigen Teil aus den großen Romanen der letzten zweihundert Jahre.

Fantasy, SciFi, Historisch, Abenteuer, Realsatire, Politthriller, Gesellschaftsklamauk … es gibt keine Grenzen für die Inhalte moderner Romanwerke. Sie sind meist um einiges umfangreicher als die kleinen Brüderchen und Schwesterchen (Erzählungen, Novellen) und bezeichnen das Schaffen eines Autors viel eher als seinerzeit, da es oft auch Bühnenwerke, Gedichte und Essays bedurfte, um als Literat wahrgenommen zu werden.
Die neue Welt des Romans ist vielgestaltiger und facettenreicher als noch im neunzehnten Jahrhundert … ganz einfach, weil jeder entsprechend lange Erzähl-Text heutzutage als 'Roman' bezeichnet wird.

Die feinen Unterschiede brauchen den Leser auch nicht zu kümmern. Das ist die Aufgabe der Literatur- und Sprachwissenschaftler.