Als die Götter noch vierbeinige Ameisen waren – 15. Babel, Hattusa und Persepolis

Bild von Alf Glocker
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Beeindruckende Zeugnisse erster Hochkulturen strebten dem Himmel entgegen und verwiesen auf die rasante Entwicklung menschlicher Talente. Die Götter hatten einen Grund nach dem anderen sich köstlich zu amüsieren. Besonders kurzweilig gestaltete sich der Aufbau Babylons als Weltstadt der frühen Antike. Der Grad an Romantik, den die dort lebenden Machthaber entwickelten, erschien den Göttern geradezu rührend.

Ihre Ideen den Göttern (nicht den echten, sondern den von ihnen kreierten) ihre Reverenz zu erweisen, sollten sich für immer und ewig im Gedächtnis der Menschheit eingraben … wobei „für immer und ewig“ vielleicht ein wenig zu optimistisch formuliert ist. Doch für die schiere Ewigkeit solle er gebaut werden: ein Turm, der bis in den Himmel reichte. Und man tat einfach alles Erdenkliche um das „edle“ Vorhaben Wirklichkeit werden zu lassen.

Leider tat man auch das für kluge Menschenwesen Undenkbare, denn so schnell wie möglich wollte man ans Ziel der Träume geraten. Die Macht und die Anziehungskraft der damaligen Weltstadt Babel zog Individuen aus allen Teilen der Erde an. Und der König freute sich, so viele potentielle Arbeitskräfte zu seiner Verfügung zu wissen. „Alle sind uns willkommen“, ließ er verkünden, und er ermahnte sein Volk, keine Vorurteile zu haben.

Keiner durfte als „fremd“ behandelt werden! Sämtliche Religionen und Mentalitäten wurden einfach geduldet, denn von dem neuen Miteinander versprach man sich einiges. Baumeister aus allen bekannten Regionen machten sich ans Werk, anfängliche Verständigungsschwierigkeiten wurden vorsorglich unter den Teppich gekehrt, und so wuchs das unglaubliche Bauwerk, Schritt für Schritt, dem Himmel entgegen.

Die Götter begannen sich Sorgen zu machen. Leute aus der Stadt PI0PP57A meldeten sich zu Wort, denn ihr riesiges Heim für eine Million Götter (deren Ur-Vorfahren einmal vierbeinige Ameisen gewesen waren, besaß den höchsten „Ehrenturm“ im ganzen Universum. „Mit diesen Baustoffen und auf diesem schwammigen Grund sollten sie vorsichtiger sein“, meinten sie, und sogar der Vordenker 1 VR-00-00-69 meldete seine Bedenken an … er riet zum Abbruch durch eine königliche Eingebung, wie etwa einen Traum.

Doch der neue Schicksalsgenerator machte seine Einwände geltend. „Sie werden nichts lernen, wenn wir sie lenken. Sie haben nun die Gelegenheit, gleich aus 2 wichtigen Gegebenheiten fruchtbare Schlüsse ziehen zu dürfen – aber es wird natürlich wieder eine Menge Opfer geben. Wir müssen auch die Schäden bedenken, die der Glaube anrichten wird, aber wir können auch darauf hoffen, daß die Vernunft irgendwann einmal Früchte trägt." „Dann geschehe, was geschehen muss!“, ließ der Planungsrat verlautbaren.

Aufgrund religiöser, mentaler und intellektueller Schwierigkeiten, die eine echte Zusammenarbeit am Bau stets verhindert hatten, kam nun der Tag des Einsturzes! Gerade als die meisten Arbeiter und Architekten sich im und auf dem Himmelsturm befanden, das mochte so ungefähr bei einer Höhe von knapp 100 Metern gewesen sein, gab das Fundament nach und die Säulen knickten ein. Alle tragenden Elemente verbogen sich ein wenig und brachen dann krachend entzwei, bis sich schließlich die gesamte Konstruktion im freien Fall befand.

Viele Arbeiter und natürlich auch herumstehende und staunende Passanten wurden von herumfliegenden Trümmerteilen getroffen und starben entweder, oder sie schleppten sich mit letzter Kraft aus der Gefahrenzone. Zusätzlich brachen Feuer aus, denn rund um das Bauwerk hatten Schmiede an der Herstellung von neuen Werkzeugen gearbeitet – und das Feuer griff auf die Stadt über! Eine allgemeine Fluchtbewegung setzte ein …

Wer nicht schnell genug aus dem Weg gehen konnte, wurde von der Masse wild durcheinanderschreiender Menschenwesen zertrampelt … und wieder war es völlig unmöglich, eine sinnvolle Ordnung herzustellen! Diese Umstände führten zu einer Art Bürgerkrieg, der nun ebenfalls viele Todesopfer forderte. Doch nach ein paar Tagen hatten sich die Rauchwolken verzogen und gaben ein furchtbares Bild der Verwüstung frei!

Hier konnte kein Mensch mehr leben! Bis der monumentale Unrat beiseite geschafft werden würde, das konnte dauern. Da baute man sich lieber an einer anderen Stelle ein neues Zuhause auf. Und jeder kehrte dorthin zurück, wo er hergekommen war … Aber in den Ohren der Opfer des Unglücks klangen noch lange die Stimmen der Priester eines kleinen Volkes nach, die von einem Gottesurteil redeten. Der Eingott habe dieses Unheil geschickt, weil er sich nicht in die Karten schauen lassen wolle und – so verkündeten sie – er habe die Menschen über die ganze Welt verstreut, weil sie sich „auf einmal“ nicht mehr verstanden. Und so seien die vielen Sprachen entstanden. Dabei ist es genau andersherum gewesen!

Die Götter selbst, welche die Existenz derart kurioser Lebensformen kreiert hatten, aber schwiegen weise, auf Anraten ihres neuen Schicksalsgenerators für irdische Angelegenheiten. Sie vertrauten darauf, daß dieses Gerät absoluter Spitzentechnologie wohl wisse, was es vorschlug – war es doch mit sämtlichen Informationen über menschliche Eigenschaften gefüttert worden. Seine Fachkompetenz musste geradezu über allen Dingen und natürlich auch über allen Bedenken stehen.

Besonders zum Tragen kam diese Fachkompetenz, als sich zwei erstaunliche Völker in Kleinasien zu etablieren versuchten, Die Hethiter und die Perser. Die Hethiter verglühten vergleichsweise zügig, nachdem sie zu Anfang eine technisch überlegene Zivilisation, mit dem Kulturzentrum „Hattusa“, gegründet hatten, weil auch sie zu viele andersartige Menschen mitbeherrschen wollten. Der Schicksalsgenerator sagte ihren Untergang voraus und er riet den Göttern, sich nicht einzumischen, so sympathisch ihnen diese Wesen, die ursprünglich aus dem Norden kamen, auch sein mochten.

Ganz ähnlich verlief die Geschichte, was das alte Persien, den Arian, anging: Ein Volk, das aus dem Norden kam, gründete ein Reich und entfaltete eine erstaunliche Hochkultur. Seine Hauptstadt Persepolis stellte ein wahres Wunder an kunstvollen Bauten dar. Kunst und Philosophie blühten auf und ein kluger Religionstheoretiker (Zarathustra) erfand aus praktischen Gründen ebenfalls einen Eingott – Ahura Mazda! Der Iran legte sich mit allen umliegenden Völkern an und dominierte schließlich ein riesiges Gebiet, von der Ägäis bis nach Afghanistan. Den Göttern gefiel diese Demonstration intellektueller Macht relativ gut. Von der angewandten Grausamkeit der sogenannten „Rechtsprechung“ einmal abgesehen, hatten die Perser ganze Weltregionen erheblich weitergebracht.

Die iranischen Stämme kamen aus demselben Topf, aus dem auch die Ainus waren, die ersten Bewohner Japans, die jedoch später, von ihrem Kulturkreis gänzlich abgeschnitten, kläglich untergingen. Einer ihrer frühen Zweige besiedelte sogar Amerika und ging als „Clovis-Kultur“ am Gedächtnis der Menschheit vorbei. Doch dies ereignete sich alles VOR der Gründung des alten Iran. Und nachdem zu befürchten war, daß die Perser mit ihrer Politik nicht scheitern würden, schaltete sich der Schicksalsgenerator ein: „Wir müssen uns eine listige Macht heranzüchten, die geeignet ist, das gewaltige Persien zu zerstören, denn wir werden dieses Gebiet später noch brauchen, um die letzte große Prüfung der Menschheit heraufbeschwören zu können."

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Kommentare

04. Okt 2020

Krause will 'nen Ahura Mazda kaufen!
(Ich nehme an, das kommt vom Saufen ...)

LG Axel

04. Okt 2020

der Mazda säuft nur sehr beschränkt -
weshalb er sich auch sehr gut lenkt...

LG Alf