Das Leben danach

Bild von Harana Merle
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3 Tage nach x:
Du stehst auf dieser lange Straße lang. Es ist 3:37 Uhr und du bist hier. Alles is ruhig. So ruhig, dass du dir einbildest die Zigarette brennen zuhören.Wie zur Hölle bist du hier gelandet? Du hast dich in Märchen eingewickelt, als wären sie eine Decke. Aber es war die Kälte die du geliebt hast. Ein scharfes Zittern. Süßere Gänsehaut, als der Prinz einen Glasschuh über deinen kleinen Zeh schob. Passt wie angegossen. Du hast die Kluft zwischen dir und den anderen Mädchen gesehen und aufgehört an Märchen zu glauben. Aber die Geschichten waren tief in dir, wie Gift. Wenn der Märchenprinz echt wäre, wenn er dich retten könnte, müsstest du vor der Ungerechtigkeit aller Dinge gerettet werden. Wann würde er kommen? Die Antwort war ein unbarmherziges Achselzucken in hundert flüchtigen Augenblicken. Das Grinsen auf seinem als er dich einfach liegen lassen hat. Die Männer die dir hinter her pfeifen und du wie du deine Seele aus dem Leib schreihst. Von jedem Jungen - als Mann maskiert - den du in deinen Körper, in dein Herz gelassen hast, hast du gelernt das du nicht die Art Magie hast, die ein Biest in einen Prinzen verwandelt. Du hast dich mit Mädchen umgeben, die du immer abgelehnt hast. In der Hoffnung ihre Macht zu teilen. Und du hasst dich selbst. Und das hat dich noch mehr geschwächt. Und dann, genau als du dachtest du könntest verschwinden, hat er dich gesehen. Und du wusstest tief in dir, es war zu schön um wahr zu sein. Er war verletzt und du wolltest ihm helfen, ein Freund sein. Jetzt in dem Schloss mit der riesigen Mauer die du dir selber errichtet hast, wird dir klar du bekommst kein glückliches Ende. Wolltest du das nicht ?Wolltest du nicht das er dich krönt? Nein. Nein heißt nein. Egal was er sagt, du hast nein gesagt. Doch auf dich hört doch eh keiner. Deswegen sei Leiber still als nicht gehört zu werden. Sag, dass du so leben kannst. Sag, dass du aufstehen wirst. Sag, dass es dir gut gehen wird. Sag alles, bis auf die Wahrheit.
Du stehst reglos und ohne jegliches Gefühl auf dieser Straße. Du glaubst es ist kalt, aber du spürst nichts. Du denke an nichts, außer an ihn. Je länger du an dich denkst, desto mehr schnürt sich deine Brust zusammen. Es ist als würde jemand auf deinen Brustkorb einen Stein gelegt haben. Du atmest unruhig und erst jetzt bemerkst du, dass dir Tränen über die Wange laufen. Langsam sackst du zusammen. Der Boden fühlt sich rau und hart an. Fühlt es sich so an verrückt zu werden ? Deine Gedanken rasen kreuz und quer. 
Wusstet du, dass Verrückte meist überdurchschnittlich Intelligent sind? Es gibt ihnen einen Adrenalin Schub, wenn sie an Macht und Ansehen gewinnen. Manche werden verrückt geboren. Andere müssen Stück für Stück dabei zusehen wie sie verrückt werden. Einige Menschen scheinen sich in ihrem Leben zu langweilen. Sie beschweren sich, dass nicht genug passiert, sie in einer täglichen Routine gefangen sind, der sie nur schwer entrinnen können und plötzlich jagt eine Entschuldigung die nächste. Der Job ist öde, die Kollegen langweilig, die Menschen, die man trifft, sind nur an oberflächlichem Smalltalk interessiert und irgendwie ist sowieso alles nur ein Aufrechterhalten und Ankratzen von Menschlichen Fassaden. Wie bereit sind wir aber selbst, diesen Alltag zu verändern, den Smalltalk zu durchbrechen, die eigene Fassade abzulegen und angenehmes Gespannt sein, Aufregung und Spaß in das eigene Leben zu bringen? Kann man im Alltag verrückt werden, wenn man dies nicht schafft? Ist am Alltag verrückt werden das gleiche wie ein Psychopath zu sein? Kommt jedes verrückt sein auf das gleiche hin aus ? Wenn man Verrückt durch das Leben geht, ist das auch schon Verrückt sei? Hat Verrückt sein Grenzen zum Psychopath
Wo sind diese Grenzen?
Es macht keinen Sinn. Warst vielleicht selbst daran schuld? Du hast Nein gesagt. Du muss auf stehen. Du wirst aufstehen. Erinnere dich einfach an die Worte, die geschmiert und mit Kuli an der Toilettenwand in der Schule stehen. 
"Eines Tages wirst du die Liebe nicht mehr brauchen. Eines Tages wirst du nicht mehr durch die Welt laufen, als wäre es deine Aufgabe alles am laufen zuhalten. Die Sonne den Himmel und den schwierigen Teil der Nacht."
Diese Worte geben Mut. Du wirst ihn kaputt machen, so wie er dich kaputt machte. Du willst , dass er weinend und angeekelt vor dem Spiegel steht und Angst hat vor die Tür zutreten. Er soll Nachts schweiß überströmt aufwachen und verzweifelt nach Luft schnappen. Er soll schreien und niemand hört ihn.  Du willst das er leidet und zwar so wie du. Du willst Rache.
Doch erstmal stehst du auf dieser Straße.
Erstmal stehe ich auf dieser Straße.

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