Die Gesangsprobe (Leben auf der Burgruine)

Bild von Anita Zöhrer
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Ein lautes Kreischen bei Nacht. Eine Fledermaus erwacht. Ihre Augen sind vor Schreck weit aufgerissen. Sie hat verschlafen.
In der Burgruine gehen Lichter an. Gemeinsam mit ihren Verwandten und Freunden sucht die Fledermaus das Weite.
Das Kreischen wird lauter. Der Mond und die Sterne beginnen zu wackeln und fallen vom Himmel. Die Wolken fliegen in Windeseile davon.

Schwester Flixbussita flitzt durch die Ruine. Sie erteilt Arbeitsaufträge an ihre Phantasiefreunde.
Schwester Aspirinia ist in ihrem Zimmer. Als Schwester Flixbussita an ihrer offenen Tür vorbeiflitzt, überdreht sie die Augen. Sie wirft jeweils eine Tablette in die beiden Gläser mit Wasser vor ihr auf dem Tisch. Sie nimmt die Gläser und verlässt damit ihr Zimmer.

Ein Glas Wasser bekommt Schwester Flixbussita. Kaum hat sie einen Schluck getrunken, verliert sie ihr Bewusstsein. Sie fällt zu Boden und schläft sofort tief und fest. Schwester Aspirinia hat die Wirkung ihrer selbst produzierten Schlaftabletten erhöht. Es musste sein. Sonst findet sie nie ihre Ruhe zwischen den verrückten Weibern.
Das andere Glas bekommt die Frau, die das Kreischen verursacht. Nur mit Ohrenstöpsel wagt sich Schwester Aspirinia in deren Zimmer. Es ist Putzfee Susi. Gekleidet in ihrem Feenkostüm sitzt sie auf ihrem Bett und kreischt. Sogar ihren Hut mit den Schleifen an der Spitze trägt sie und dirigiert sich selbst mit ihrem Dirigentenstab. Sie ist wieder bei einer ihrer Gesangsproben.

Das Kreischen endet und die Lichter in der Burgruine erlöschen. Nun ist wieder Frieden eingekehrt. Der Mond, die Sterne und die Wolken kehren wieder an ihren gewohnten Platz zurück.

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